20 Jahre Air & Style

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Foto: Air&Style

Das Air & Style-Festival feiert in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag.

Vor zwanzig Jahren nahm das "Air & Style"-Festival seinen Anfang. Zu Beginn noch relativ klein - für die erste Ausgabe wurden nur 500 Besucher erwartet - mauserte sich das Event zu einem der wichtigsten Contest-Serien im Snowboardsport. Mittlerweile wird nicht nur in Innsbruck über die Rampe gesprungen sondern auch in Peking und im Mai dieses Jahres sogar erstmals in Mexiko-City. Bis es soweit kam, mussten die Veranstalter aber einige Höhen und Tiefen durchleben (siehe Bildergalerie).

first_FINAL_PlakatBAS2013.jpg Foto: Air&Style Auch wenn die Contest-Serie mittlerweile auf drei Kontinenten ausgetragen wird, ist und bleibt das Innsbrucker Bergisel-Stadion doch der Dreh- und Angelpunkt des Events. Am 1. und 2 Februar wird dort mit einem Jubiläumsprogramm gefeiert.

Neben dem eigentlichen Contest am Samstag, gibt es bereits am Freitag die "burn Style Session", bei der es weniger um Rotationen, sondern mehr um den Stil geht. Zu sehen sind dabei Snowboardgrößen wie Gigi Rüf, Nicolas Müller oder Terje Haakonsen. Am Samstag trifft sich die Weltelite rund um den finnischen Titelverteidiger Peetu Piiroinen dann auf der großen Schanze.

Fanta4 Foto: Label Die Fantastischen Vier Musikalisch wird der Event in diesem Jahr von den Fantastischen 4, Left Boy, Kraftklub und Mac Miller gestaltet. Nach dem Event darf dann in der Stadt gefeiert werden.

 

Die Geschichte des Snowboard-Festivals

Die Geschichte des Air & Style geht ins Jahr 1993 zurück. Damals arbeitete Andrew Hourmont noch als Snowboard-Fotograf und plante einen kleinen Contest mit einigen professionellen Snowboardern im Innsbrucker Bergisel-Stadion. Im Zentrum des Wettbewerbs stand erstmals in der Snowboard-Geschichte der Straight Jump. Stattfinden sollte dieser Contest dann am 17. Januar 1994. Rechneten die Veranstalter nur mit mit circa 500 Fans, belegten schlussendlich über 5.000 zahlende Besucher die Ränge der Skisprungarena. Die 10.000 Dollar Preisgeld gewann Reto Lamm mit einem Frontflip. Überrascht vom großen Erfolg, wurde noch für das selbe Jahr die zweite Ausgabe geplant. Mit doppelt soviel Besuchern und Preisgeld fand diese am 19. Dezember 1994 statt - Ingemar Backman konnte sie für sich entscheiden. Mit dabei waren auch schon MTV und das Snowboarder Magazine. Expandiert wurde für den Air&Style Nr. 3 am 9. Dezember 1995. Das Preisgeld stieg auf 50.000 Dollar und es fanden sich immer mehr Fans in Innsbruck ein. Außerdem gab es zwischen den Durchgängen erstmals was für die Ohren. Mit H-Blockx und Clawfinger fanden zwei der Szenebands den Weg auf den Bergisel. Gewonnen hat der Norweger Terje Håkonsen mit einem Stiff 360°. 1996 fand bereits die vierte Auflage statt. Dafür wurde die Schanze umgebaut und am Ende des Auslaufs eine Quarterpipe aufgestellt. Die Anforderungen an die Fahrer stiegen, genauso wie das Preisgeld - mittlerweile 75.000 Dollar und eine Motocross-Maschine. An diesem Tag fanden sich über 25.000 Besucher im Stadion ein. Mit Bush, Ugly Kid Joe und Massive Attack war auch die musikalische Untermalung hochkarätig. Gewinnen konnte den Contest Fabien Rohrer. Die erste Live-TV-Übertragung gab es beim 5. Air & Style am 6. Dezember 1997. Bei dieser Ausgabe sprangen die Boarder um eine Harley-Davidson und 100.000 Dollar - ein neuer Rekord im Snowboard-Bereich. Das Preisgeld konnte sich Jim Rippey sichern. Michi Albin (Bild) wurde dritter. Die Besucherzahl übertrafen erneut die 25.000er-Marke. Auch musikalisch stieg mit Faith No More (Bild: Mike Patton) und Bad Religion die Bekanntheitskurve. 1998 war der Contest bereits ein Muss in der Snowboard-Freestyle-Profiszene und wurde für viele ein Karrieresprungbrett. Mit einem Preisgeld von 150.000 Dollar sowie einen Audi A3 Quattro lockte man alles mit Rang und Namen nach Innsbruck. So auch die Bands Thearpy? und Cypress Hill. Der Sieg ging an Ingemar Backman vor Michi Albin und Thomas Eberharter. 1999 gab es erstmals auch einen Skateboard-Contest im Sommer. Das Highlight blieb aber natürlich das Winterevent. Die 7. Ausgabe des Air & Style ging nicht durch den Sieg des Österreichers Stefan Gimpl durch die Medien, sondern wegen eines Unglücks. Mit mehr als 45.000 Besuchern war das Bergisel-Stadion völlig überlastet und die Logistik überfordert. Beim Verlassen des Geländes verstopften die Ausgänge. Der Druck wurde so stark, dass in weiterer Folge sechs Menschen durch Quetschungen ums Leben kamen. Nach dem Unglück erlaubte die Stadt Innsbruck keine weiteren Veranstaltungen mehr und der Contest musste umziehen. Die Wahl fiel auf Seefeld. Am 9. Dezember 2000 fand dort der 8 Air&Style-Contest statt. Mit 250.000 Dollar Preisgeld und einem Audi A3 Quattro war es auch die bisher höchstdotierte Veranstaltung in der Air-&-Style-Geschichte. Überraschenderweise gewann erneut Stefan Gimpl. Insgesamt wurde die Veranstaltung immer mehr zu einem Mainstream-Event und wollte eine stets breitere Masse ansprechen. Dies zeigte sich vor allem im Dorfkern, der zu einer ausgedehnten Partymeile avancierte. Musikalisch kamen die Guano Apes und 3 Doors Down zum Zug - auch wenn diese wegen gesundheitlichen Gründen nur einige Songs zum Besten gaben. 2001 gewann erneut Stefan Gimpl - erneut mit einem Cab 1080. Daraufhin wurde für die nächste Ausgabe das Rampen-Konzept geändert. Nach dem Hauptsprung, dem Straight Jump, konnten die Fahrer ab 2002 diverse Funpark-Elemente wie Rails, Ramps, Quarterpipes befahren um Zusatzpunkte zu holen. Erstmals trat dort der damals erst 16-jährige Shaun White ins Rampenlicht und belegte Platz 2 hinter David Benedek. Bei den folgenden zwei Ausgaben des Contests konnte das "Wunderkind" Shaun White den Wettbewerb gewinnen und das Preisgeld einsacken. Im Jahr 2003 wurde dann auch eine Motorradshow implementiert. Ein Jahr später sollte dann der letzte Air&Style beim Standort Seefeld stattfinden. Im ausverkauften Finale zeigte einmal mehr Shaun White sein einzigartiges Talent und gewann. Nachdem Seefeld den Vertrag mit den Betreibern nicht verlängerte, wanderte der Air & Style-Tross 2005 weiter ins benachbarte Bayern - ins Münchner Olympiastadion. Aus dem Snowboard-Contest wurden dann die "Air&Style-Games" inklusive einem Motocross-Wettbewerb - bis dahin waren die zweirädrigen Sprünge "nur" ein Showelement. Gewinnen konnte den ersten München-Wettbewerb Hampus Mosesson aus Schweden. Das Preisgeld belief sich auf 150.000 Dollar. Am 2. Dezember 2006 fand die 14. Ausgabe des Air&Style statt. Erstmals gab es eine Snowboard Rookie Challenge, bei der zehn Neulinge gegeneinander antraten. Als Gewinn winkte eine Starterlaubnis zwischen den besten 16 Teilnehmern im darauffolgenden Jahr. Für die Fahrer gab es erneut 150.000 Dollar Preisgeld, die sich Travis Rice sicherte. Musikalisch blieb man mit SEEED, Billy Talent und Milburn am Puls der Snowboard-Szene-Zeit. Zum 15. Jubiläum am 1. Dezember 2007 wurde mit der Motocross-Event  durch durch Freestyle Snowmobile Cross-Contest ersetzt. Dabei sprangen Fahrer mit einem Snowmobile über eine Schanze und führten die Tricks aus. (Symbolfoto von den Winter X Games 2008) Mit 28.000 zahlenden Besuchern war dies der erfolgreichste Air&Style-Contest in München. Am 2. Februar 2008 fand erstmals wieder eine Air&Style-Veranstaltung im Innsbrucker Bergisel-Stadion statt. Allerdings "nur" ein Quarterpipe-Contest. Die offizielle 16. Ausgabe des Air&Style fand fast auf den Tag genau zehn Jahre nach dem Unglück am 5. Dezember 2009 wieder auf der Bergisel-Schanze statt. Zum Auftakt  wurde in einer Gedenkminute der Opfer der Katastrophe gedacht und ein Kranz niedergelegt. Gekommen waren etwa 11.000 Fans, die den Slowenen Marko Grlic bei seinem Siegessprung, eine Double Corked Mute Grab, zujubelten. Musikalisch waren The Hives der Höhepunkt.  Unter dem Motto "Pekingente meets Kaspressknödel" wurde der Air & Style am 4. Dezember 2010 in Peking ausgetragen. Vor einer atemberaubenden Kulisse konnte Sebastien Toutant die Jury überzeugen und feierte vor 8.800 Fans seinen Triumph. In Innsbruck fand der Contest hingegen erst am 2. Februar 2011 statt. Die Münchner Ausgabe am 12. Februar. Durch die drei Termine in einer Saison wurde der Air & Style zu einer der einflussreichsten Snowboard-Bewerbsserie überhaupt. Der bisher letzte Air & Style-Contest in Innsbruck fand am 4. Februar 2012 statt. Vor 12.500 Fans gewann Peetu Piiroinen den Wettbewerb.
(Bild: Sebastien Toutant)

Info: www.air-style.com

Video

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Im Rahmen der "Geburtstagsfeier" feiern auch einige neue Snowboardfilme Premiere. Einer davon ist "We Ride - The Story Of Snowboarding" für alle, die noch etwas über den Sport lernen wollen.

(KURIER / moe) Erstellt am
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