Wiener Hofburg zertifiziert mit dem Austria Gütezeichen Brandschutzmanagement

Wiener Hofburg zertifiziert mit dem Austria Gütezeichen Brandschutzmanagement / Fotocredit: Burghauptmannschaft Österreich
Woher wissen Sie, wenn Sie ein öffentliches Gebäude betreten, dass dieses brandsicher ist? Woher wissen Sie, dass alles Notwendige für den Brandschutz getan wurde? Woher wissen Sie, wenn Ihr Kind beim Schulausflug ein Museum besucht, dass alle Vorschriften eingehalten werden?

Woher wissen Sie, wenn Sie ein öffentliches Gebäude betreten, dass dieses brandsicher ist? Woher wissen Sie, dass alles Notwendige für den Brandschutz getan wurde? Woher wissen Sie, wenn Ihr Kind beim Schulausflug ein Museum besucht, dass alle Vorschriften eingehalten werden?

Jedes Jahr besuchen 25 Millionen Tourist*innen aus aller Welt das Areal der Wiener Hofburg, rund 5000 Personen wohnen oder arbeiten darin. Nach dem Brand der Redoutensäle im November 1992, bei dem wertvolles Kulturgut für immer verloren ging, erkannte man die großen Brandschutzdefizite im Bereich aller Kulturbauten in Österreich und begann mit dem Aufbau eines zielorientierten Brandschutzes. Neben umfassenden baulichen und technischen Maßnahmen wurde dabei in der Wiener Hofburg auch dem organisatorischen Brandschutz ein hoher Stellenwert zugeordnet. Im Bereich des abwehrenden Brandschutzes kam es weiters zur Installierung einer eigenen Betriebsfeuerwehr. Doch dies galt es zu perfektionieren.

Die Hofburg befindet sich im Eigentum der Republik Österreich und wird von der Burghauptmannschaft Österreich verwaltet. Um einer erneuten Brandgefahr wirksam zu begegnen und Personen darin bestmöglich zu schützen, entschied sich die Burghauptmannschaft rund um Mag. Markus Wimmer vom Baumanagement, Burghauptmann HR Mag. Reinhold Sahl und Brandschutzkoordinator Michael Sack für eine Zertifizierung im vorbeugenden Brandschutz. So kann nachgewiesen werden, dass die Burghauptmannschaft sich ihrer Verantwortung bewusst ist und Brandsicherheit auf hohem Niveau betrieben wird. Mit dem „Austria Gütezeichen für Brandschutzmanagement“übernimmt die Wiener Hofburg eine Vorbildfunktion für andere wertvolle historische Objekte, denn die Einführung des Gütezeichens führt Organisationen und Betriebe hin zu einem sicheren Betrieb, wobei Personen-, Sach- und Umweltschutz miteinbezogen werden.

Vergeben wird das „Austria Gütezeichen Brandschutzmanagement“ von der ÖQA „Österreichischen Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Qualität“, welche seit 1946 besteht und das Austria Gütezeichen für Produkte, Betriebsstätten und branchenspezifische Dienstleistungen vergibt. Geprüft wird das Brandschutzgütezeichen von der akkreditierten ÖQA Zertifizierungs-GmbH, einer Tochtergesellschaft der ÖQA. Unabhängige, berufene Fachexpert*innen überprüfen die Anforderungen der Zertifizierung. Basis bildet dabei die akkreditierte Güterichtlinie GRL 04 Brandschutzmanagement, welche von einem Gütezeichenfachausschuss, bestehend aus Fachexpert*innen und Interessenvertreter*innen, regelmäßig überarbeitet wird. Durch ein erprobtes Managementtool soll in erster Linie erreicht werden, Mängel, die eine Brandgefahr hervorrufen können, zu erkennen, Entstehungsbrände auf ein Minimum zu reduzieren, die Brandausbreitung einzugrenzen und vorhandene Brandschutzvorkehrungen zu überwachen.

Die Wiener Hofburg ist der zweitgrößte zusammenhängende Bau Europas. Die einstige Residenz der Habsburger und seit 1946 Amtssitz des Bundespräsidenten wurde Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut. Durch den Zubau zahlreicher Trakte aus unterschiedlichsten Epochen wuchs das Areal im Laufe der Jahrhunderte auf eine Gesamtfläche von 50 Hektar an. Die Komplexität der Gebäude, von der Nationalbibliothek über Museen und Veranstaltungssälen bis hin zur Präsidentenkanzlei und Wohnungen – und dies auf einem sehr weitläufigen Areal –, gestalteten die Implementierung eines Brandschutzmanagementsystems als herausfordernd. Ein Team von Fachexperten, darunter Dr. Otto Widetschek vom Brandschutzforum Austria, führte die Überprüfung durch. Dabei wurden Erfolgsfaktoren und Verbesserungspotenziale aufgezeigt, die langfristig eine Optimierung der Strukturen, Prozesse und Abläufe sowie eine Qualitätssteigerung und damit alle notwendigen Belange für eine Brandsicherheit garantieren.

Im November 2023 war es schließlich so weit – die Wiener Hofburg wurde als erstes historisches Gebäude mit dem Austria Gütezeichen für Brandschutz und einem staatlich anerkannten Zertifikat ausgezeichnet. Alle Liegenschaften, die von der Burghauptmannschaft Österreich selbst genutzt werden, wurden zertifiziert. Mit diesem Zertifikat wird eine über die gesetzliche Verpflichtung hinaus gehende Qualitätssicherung durch eine unabhängige, neutrale Stelle dokumentiert.

Feierliche Zertifikatsverleihung in der Hofburg

Am 06. Februar 2024 fand die feierliche Übergabe des Zertifikates an die Burghauptmannschaft im ältesten Teil der Hofburg, dem Schweizerhof, statt.

Statement von Martina Winter, Geschäftsführung ÖQA Zertifizierungs-GmbH und geschäftsführende Vorständin der ÖQA:

„Die Wiener Hofburg hat wieder mal Geschichte geschrieben. Es freut mich sehr, dass die ÖQA der Burghauptmannschaft für die Hofburg als erstes öffentliches Gebäude das Austria Gütezeichen für Brandschutzmanagement verleihen darf. Die Hofburg ist nicht nur eines der bedeutsamsten und wertvollsten Kulturgüter Europas, die dadurch viele Besucher verzeichnen kann, sondern sie ist auch für zahlreiche Menschen ein Arbeitsplatz und auch ein zu Hause.
Daher ist das Austria Gütezeichen für Brandschutzmanagement ein wichtiges Zeichen nach außen, denn mit dieser staatlich anerkannten Auszeichnung können Besucher*innen, Mitarbeiter*innen und Bewohner*innen sicher sein, dass hier Brandschutz auf höchstem Niveau betrieben wird. Denn mit dem integrierten Brandschutzmanagement kann das Brandrisiko reduziert werden. Zudem verringert sich auch die Personengefährdung und zugleich wird eines der größten historischen Kulturgüter Österreichs geschützt.“

https://www.austriaguetezeichen.at/guetezeichen/brandschutz/

Quelle: https://www.burghauptmannschaft.at/

Wer ist die ÖQA

Die ÖQA „Österreichische Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Qualität“ ist eine neutrale Organisation (Non-profit), die im Jahr 1946 gegründet wurde. Ziel war es, die Qualität österreichischer Produkte sichtbar zu machen und mit einem Qualitätszeichen zu kennzeichnen. Somit wurde das Austria Gütezeichen – das älteste Gütezeichen Österreichs – ins Leben gerufen.

Die ÖQA hat jahrelange Erfahrung in der Erstellung von Güterichtlinien und Gütevorschriften und deren Anforderungen an die Qualität. Neben Produkten können auch österreichische Betriebsstätten sowie branchenspezifischen Dienstleistungen zertifiziert werden.

Die ÖQA hat zwei Tochtergesellschaften, die ÖQA Zertifizierungs-GmbH und die Quality Austria Trainings, Zertifizierungs und Begutachtungs GmbH.

Für die Abwicklung der Begutachtungen zur Erlangung der Austria Gütezeichen im akkreditierten Dienstleistungsbereich ist die ÖQA Zertifizierungs-GmbH zuständig. Das Austria Gütezeichen Dienstleistungen wird Organisationen/Betrieben verliehen, die von unabhängigen, berufenen Fachexpert*innen der ÖQA Zertifizierungs-GmbH auf Basis der jeweiligen branchenspezifischen Güterichtlinie überprüft und zertifiziert werden. Die ÖQA Zertifizierungs-GmbH ist gemäß EN ISO/IEC 17065:2012 als Zertifizierungsstelle für Produkte, Prozesse und Dienstleistungen in Österreich mit der Identifikationsnummer (PSID 0934) akkreditiert.

Das Austria Gütezeichen steht für

  • heimische Produkte und Dienstleistungen mit höchster Qualität
  • Qualität, die über den gesetzlichen Anforderungen liegt
  • laufende Überprüfungen durch unabhängige, akkreditierte Prüfstellen
  • Ehrlichkeit, Transparenz und Sicherheit – erkennbar auf einen Blick
  • Förderung der heimischen Wirtschaft.

Kommentare