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Ferdinand Habsburg: So tickt der Sieger von Le Mans

Der junge Ferdinand Habsburg ist jetzt der Kaiser von Le Mans – okay, das war jetzt aufgelegt, aber der 24-jährige Debütant durfte vor 50.000 Fans am Circuit de la Sarthe über den Klassensieg beim 24-Stunden-Rennen jubeln.

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"Ich bin so bereit dafür, dass dieser Traum wahr wird", twitterte der Rennfahrer im Vorfeld - und wie dieser Traum wahr wurde.

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Schon als Kind war er von Autos und der Geschwindigkeit fasziniert. Schon bei seinem ersten Besuch auf einer Kartbahn sei er völlig begeistert gewesen, erzählte sein Vater Karl Habsburg in einem Interview mit motorprofis.at. "Es ist schön zu sehen, mit welcher Passion und mit welcher Leidenschaft er diesen Sport lebt. Er hat eine echte Hingabe dafür, und bis ins kleinste Detail, das für den Erfolg nötig ist. Er liebt alle Aspekte."

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Überhaupt haben ihn seine Eltern immer unterstützt, wie Ferdinand Habsburg (man würde ihn mit "Kaiserlicher Kronprinz und Erzherzog von Österreich" ansprechen, wenn das Adelsaufhebungsgesetz von 1919 ihm diesen Titel nicht verbieten würde) in einem KURIER-Interview betonte.

"Sie haben gewusst, dass ich mich konzentriere und das nicht irgendwie rücksichtslos betreibe. Ich konzentriere mich sehr. Ich bereite mich sehr gut vor und von dem her, kann man davon ausgehen, dass ich die besten Chancen für mich nütze und dass ich das auch auf einem sicheren Niveau mache", so der Rennfahrer. "Mein Vater ist im Kulturgüterschutz in Kriegsgebieten. Ich weiß nicht, ob das so viel sicherer ist als Motorsport. Insbesondere wenn du genug Vertrauen in dein Können hast, kann eh nix passieren“, sagt der "Le Mans"-Sieger, der die Schule mit 17 mit einem Internationalen Baccalaureate abgeschlossen hat.

Dem Vater war nämlich die Ausbildung sehr wichtig. 

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"Ich glaube, dass das Wichtigste bei Kindern ist, dass man sie unterstützt und nur im notwendigsten Fall kritisiert. Ich glaube, dass die Unterstützung der Interessen der Kinder bei der Erziehung unglaublich wichtig ist. Und ich muss ehrlich sagen, ich habe bei meinen Kindern nie versucht, sie in einen Beruf hineinzudrängen, sondern ich habe versucht, ihre Interessen zu unterstützen. Und wenn sie erfolgreich sind, so wie mein Sohn, dann freut einen das natürlich ganz besonders", so sein Vater im November 2020 zum KURIER.

Musik und Reisen

Aber das Herz von Ferdinand Zvonimir Maria Balthus Keith Michael Otto Antal Bahnam Leonhard Habsburg-Lothringen, wie er mit vollem Namen heißt, schlägt nicht nur für schnelle Autos.

"Ich habe andere Interessen gehabt, als nur Motorsport. Ich habe mich immer für Musik interessiert und Instrumente und Musikproduktion. Ich habe auch Interesse am Reisen, an dem mich als Mensch weiterzuentwickeln und nicht nur im Kreis zu fahren. Es ist eine supercoole Sache, die mein Traum war seit ich ein kleines Kind bin, aber mich reizen trotzdem auch andere Sachen und das hilft mir im Sport, wenn ich ein bisschen offener für Verschiedenes bin", erzählte er im September 2020 dem KURIER.

Ferdinand ist auch ein totaler Familienmensch, er steht seinen beiden Schwestern Eleonore (27) und Gloria (21) sehr nahe. Seine ältere Schwester Eleonore hat sogar im Juli 2020 in Monaco selbst einen Rennfahrer geheiratet - Jérôme d’Ambrosio (35).

"Ich habe ihr immer gesagt, mein ganzes Leben lang, dass man nicht einen Rennfahrer heiraten soll, weil das einfach nicht der richtige Mensch ist, mit dem man in einer Beziehung sein will. Man muss fast, wenn man auf der Rennstrecke antreten will und im Sport prinzipiell bestehen will, eine egozentrische Persönlichkeit haben. So etwas habe ich mir nicht für meine Schwester gewünscht. Aber gut, sie hat mir nicht zugehört und recht hatte sie!", erzählte er damals auf die Hochzeit angesprochen lachend im KURIER-Interview.

Jérôme hat ein Riesenherz

"Jérôme ist ein supercooler Typ. Er hat ein Riesenherz und ist sehr offen für alles, wofür meine Schwester und meine Familie stehen und hat das gleich verstanden. Er hat einfach eine große Intelligenz, viel zuzuhören. Er hat sich gleich mit involviert und Eleonore in seine Welt geholt. Auf einem schönen Weg, besser als ich es hätte machen können. Deswegen freut es mich sehr, dass sie einander gefunden haben", so Habsburg, der natürlich auch einen Motorrad-Führerschein besitzt.

Segnung des Rennwagens

Auch der Glaube spielt bei der Familie Habsburg eine wichtige Rolle. Pater Wolfgang, ein entfernter Cousin von Ferdinand, der Priester ist, hat sogar schon einmal vor einem Rennen, noch zu Habsburgs DTM-Zeiten, eine Frühmesse abgehalten und sein Auto geweiht. "Ich bin eine halbe Sekunde schneller gefahren als beim ersten Qualifying und bin in der vordersten Reihe gestanden – wird schon etwas getan haben", erzählte Ferdinand schmunzelnd.

Und immer an ihn geglaubt hat auch seine Mutter Francesca Thyssen-Bornemisza, die jetzt nicht stolzer sein könnte und natürlich das Rennen vor Ort verfolgt hat. "Er ist so weit gekommen! Vom Kart fahren in Bruck an der Leitha bis zu den 24 Stundenrennen von Le Mans ist ein Zeugnis von 15 Jahren Engagement, Sportlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit!", postete sie auf Instagram.

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"Ich erinnere mich, dass ich ihn von der Schule abgeholt und nach Silverstone gebracht habe, als er während er in der Formel 3 fuhr, bei seiner Führerscheinprüfung versagt hat, aber jetzt sitzt er in einem Auto mit Formel-E-Fahrer Robin Frijns und einem jungen französischen Talent Charles Milesi. Das sind stolze Momente für deine Streckenmama Ferdinand! Danke für diesen Moment!!!"

Führerscheinprüfung verbockt

Kurioses Detail am Rande: Der heute so erfolgreiche Rennfahrer ist drei Mal durch die Führerscheinprüfung gerasselt. "Das war tatsächlich kein Höhepunkt in meiner Karriere. Ich bin mit 17 Jahren sofort angetreten – unter dem Motto: Ich bin der große Rennfahrer, ich kann alles – und gleich auch durchgefallen. Im Endeffekt bin ich bei der Theorie dreimal durchgefallen und erst dann ist mir bewusst geworden: Jetzt muss ich wirklich lernen", erzählte er redbull.com.