Leben/Gesellschaft

Papa rechnet mit "Blender-Mamas" auf Instagram ab

Ein bisschen schöner, glücklicher und reicher als im realen Leben – so inszenieren sich viele Menschen auf der Fotobloggingplattform Instagram. Ein Verhalten, das sich dort auch bei einigen Müttern beobachten lässt, die ihre Kinder, Häuser, Wohnungen, Mahlzeiten und nicht zuletzt auch ihre Ehemänner perfekt in Szene setzen. Ein Vater kritisiert nun auf Facebook mit einem Posting diese konstruierte Scheinwelt.

Druck auf Mütter

Diese würde Druck auf andere Frauen ausüben, so Markus Brandl, dessen Abrechnung mit folgenden Worten beginnt: "Liebe Blender-Mamas auf Instagram, mir platzt der Kragen! Der Sommer rückt näher und näher – für euch beginnt bald die wichtigste Zeit des Jahres. Besonders dann könnt ihr eure Follower an der Nase rumführen. Doch ihr richtet noch viel mehr Schaden an."

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Als Beispiel zieht Brandl eine junge Frau heran, deren Namen er in seinem Facebook-Posting auf Tammi, aka @FittyMummy geändert hat. Tammi sei erst vor sechs Wochen Mutter eines Sohnes geworden. "Die Hauseinrichtung – nicht ein IKEA-Möbelstück, alles individuell angefertigt. Natürlich. Nicht ein Krümmelchen Dreck. Der Garten, ach, was rede ich, die Außenanlage eine Wohlfühloase mit den schönsten Keramik-Buddhas. Natürlich sieht man sie bereits im Bikini am Whirlpool sitzen", schreibt Brandl.

Diese Tammi verstünde überhaupt nicht, dass Frauen nach der Geburt Gewichtsprobleme haben können. Ihr Geheimnis sei Bewegung und gute Ernährung, wem das nicht gelingt, sei ein "Ausredenkönig". Rund um Tammis Po, Bauch und Oberweite sei die Zaunlinie aber verdächtig gebogen. "Hat so ein Zaun nicht eigentlich gerade Holzbretter?", fragt sich Brandl und stellt fest: "Fitty Tammi kann offensichtlich Photoshop. Zumindest kennt sie das Verflüssigen-Werkzeug des Programms. “Sie haben das Netzwerk ruiniert. Für normale Nutzer ist es mittlerweile sehr schwer zu beurteilen, welche Motivation und welcher Hintergedanke hinter einem Beitrag überhaupt steckt."

Fragwürdige Botschaft

Viel schlimmer noch, als dass Menschen mit solchen Accounts Geld machen wollen, findet Brandl die ausgesendete Botschaft, dass Frauen nach der Geburt nicht attraktiv seien. Dass es am wichtigsten sei, dass der Körper möglichst schnell wieder optimiert werden muss.

"Ihr irrt euch. Frauen sind nach der Geburt attraktiv. Was sie in den letzten Monaten auf sich genommen haben, was sie durchmachen mussten, wie sie die Geburt gepackt haben – das alles macht eine Frau sexy", schreibt Brandl. Er selbst blicke zu seiner Frau auf und bewundere sie. Er versteht nicht, warum sich Menschen nach einem der schönsten Erlebnisse im Leben, der Geburt eines Kindes, gleich wieder nur auf Äußerlichkeiten fokussieren. "Schönheit definiert sich nicht über oberflächliche Ideale. Eine Mama, die sich liebevoll um ihr Kind kümmert, ist die wahre Schönheit."

Brandl empfiehlt den "Blender Mamas" ihren Account zu löschen. Damit hätten sie mehr Zeit für ihre Kinder und andere Mütter wären glücklicher.