Ermittlungen: Pilot war in Ausbildung

Trotzdem sei er ein sehr erfahrener Flugkapitän, so die Airline.
Ein beschädigtes Asiana Airlines Flugzeug wird von zwei Personen untersucht.

Am Steuer der koreanischen Passagiermaschine, die am Samstag auf dem Flughafen von San Francisco verunglückte, war zum Zeitpunkt der Landung ein Co-Pilot, der nur wenig Erfahrung mit dem Flugzeugtyp hatte. Er habe 43 Flugstunden mit der Boeing 777 absolviert und sei noch nie mit einer derartigen Maschine auf dem Flughafen San Francisco gelandet, sagte ein Vertreter des südkoreanischen Verkehrsministeriums am Montag. Ersten Ermittlungen zufolge war die Maschine beim Anflug viel zu langsam.

Kurz vor dem Aufprall habe der Pilot noch versucht, die Landung abzubrechen, sagte die Chefin der US-Flugsicherheitsbehörde NTSB, Deborah Hersman. Auf die Frage, ob ein Pilotenfehler Grund für das Unglück mit zwei Toten sei, äußerte sie sich ausweichend und verwies auf laufende Ermittlungen.

Bilder vom Wrack

Ein Flugzeug steht in Flammen, während Feuerwehrleute es löschen und Menschen zusehen.

Evacuated passengers are seen on the tarmac as fir
Ein brennendes Flugzeugwrack mit starker Rauchentwicklung am Ufer.

Asiana Airlines flight 214 burns on the runway at
Das Wrack eines Passagierflugzeugs liegt auf einem Feld, untersucht von NTSB-Mitarbeitern.

USA ASIANA FLIGHT 214 CRASH
Ein beschädigtes Flugzeug der Asiana Airlines steht auf einem Feld.

USA ASIANA FLIGHT 214 CRASH
Ein Mitarbeiter der NTSB untersucht das Wrack eines Flugzeugs mit südkoreanischer Flagge.

USA ASIANA FLIGHT 214 CRASH
Ein beschädigtes Flugzeug der Asiana Airlines liegt auf einem Feld, umgeben von Rettungsfahrzeugen.

Search and rescue officials surround an Asiana Air

Nach Angaben der Fluggesellschaft Asiana saß der Co-Pilot auf dem Pilotensitz. Es war jedoch unklar, ob der Hauptverantwortliche im Cockpit, der auf 3.220 Flugstunden mit der Boeing 777 zurückblicken kann, in letzter Sekunde das Steuer übernehmen wollte. 1,5 Sekunden vor dem Aufprall habe die Mannschaft durchstarten wollen, sagte Hersman. In einem Amateurvideo ist zu sehen, dass das Flugzeug sehr tief anflog. Kurz vor dem Aufprall hob sich die Nase beim Versuch, wieder an Höhe zu gewinnen. Dann prallte das Heck gegen eine Flughafen-Mauer. Das Flugzeug schleuderte über die Rollbahn und geriet in Flammen.

Normaler Flugbetrieb

Am Sonntag normalisierte sich der Flugbetrieb in San Francisco wieder. Drei von vier Rollbahnen waren in Betrieb. NTSB-Chefin Hersman bestätigte, dass zum Zeitpunkt des Unglücks wegen laufender Bauarbeiten das Instrumenten-Landesystem des Flughafens abgeschaltet war. Sie warnte aber, daraus Schlüsse zu ziehen. "Man braucht keine Instrumente, um auf diesem Flughafen zu landen", sagte sie. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte sonniges Wetter.

Bei der Bruchlandung der Maschine kamen am Samstag zwei chinesische Schülerinnen ums Leben. Eine der beiden wurde möglicherweise von einem Rettungsfahrzeug der Feuerwehr überrollt. Darauf deuteten ihre Verletzungen hin, sagte eine Sprecherin der Feuerwehr.

Mehr als 180 Insassen des Großraumflugzeuges wurden verletzt. 30 Menschen liegen immer noch im Krankenhaus. Acht schwebten am Montag noch in Lebensgefahr, zwei von ihnen dürften Querschnittlähmungen davontragen. "So chaotisch wie es am Samstag zuging, hat es eine Reihe von Wundern gegeben, dass so viele Menschen überlebt haben", sagte der Bürgermeister von San Francisco, Ed Lee.

Unterdessen gab es im Westen der USA am Sonntag ein weiteres Flugzeugunglück. In Alaska kamen zehn Menschen ums Leben, als ihr Wasserflugzeug in einer bei Touristen beliebten Bergregion abstürzte und in Flammen aufging. Nach Angaben der Polizei wurden keine Überlebenden gefunden. Die Ursache des Unglücks war zunächst unklar.

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