Chronik/Österreich

Österreich zweigeteilt: Im Osten wird es richtig heiß

Langsam aber sicher teilt sich Österreich in zwei. Hier gemeint sind nicht Gesellschaft oder gar neue Landesgrenzen, sondern das Wetter. Denn die letzte Juniwoche dieses Jahres bricht an, und zwar für West und Ost unterschiedlich.

Zuvor herrscht am Wochenende großteils noch Einigkeit. So kommt heute, Samstag, in ganz Österreich oft die Sonne durch, nur im Waldviertel und Osten kann es hier und da noch regnerische Ausläufer von der Nacht geben. „Es wird warm, aber nicht heiß“, heißt es von Nikolas Zimmermann, Meteorologe vom Wetterdienst Ubimet. 23 bis 29 Grad prognostiziert er. Am Sonntag klettern die Temperaturen noch etwas höher: 25 bis 33 Grad zeigen die aktuellen Wetterkarten an, wobei es sich hier schon herauskristallisiert, dass sich der Osten langsam abhebt: „Die heißesten Regionen werden der Seewinkel und das östliche Weinviertel sein.“

Kaum Regen in Sicht

Und dieser Trend zieht sich ab Montag dann auch fort: „Es steht eine Zweiteilung an. Während der Westen seine erste richtige Hitze des Jahres schon hatte, kommt sie nun im Osten“, so Zimmermann. Zwar sei der Westen mit etwa 27 Grad durchaus sommerlich, aber auch eine Spur anfälliger für Schauer und Gewitter. Im Osten hingegen sind bis zu 35 Grad möglich. Am Dienstag spitzt sich der Gegensatz weiter zu: Während es in manchen Tälern Vorarlbergs „nur“ 22 Grad geben wird, sind im Osten bis zu 36 möglich. Regen sei kaum in Sicht. Grund für diese Entwicklung ist ein Tief, das sich über den Ostatlantik ausdehnt und an dem der Westen näher dran ist als der Osten.

Diese „festgefahrene“ Wetterlage halte sich dann die ganze letzte Juniwoche – und sogar in den Juli hinein – womit der Monat im Vergleich zum langjährigen Mittel um die 2,5 Grad zu warm abschließe. „Es wird keinen Rekord geben, dafür war der Juni 2019 zu extrem. Einen Spitzenplatz wird der Juni 2022 trotzdem erreichen“, zieht Zimmermann ein Fazit.

Waldbrandgefahr hoch

In Anbetracht der bevorstehenden Hitze im Osten warnt Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich, vor der hohen Waldbrandgefahr. 124 Waldbrände wurden heuer bereits gezählt, im Vergleichszeitraum 2021 waren es 96.

Trockene Böden, abgestorbenes Gras und zu geringe Niederschläge wirken wie Zunder. Es genügt nur eine kleine Unachtsamkeit, um eine Flamme zu entfachen. So könne laut Montecuccoli schon ein heißer Auspuff genügen, um einen Brand zu entfachen, weshalb man Autos nicht auf Gras parken sollte. Rauchen und offene Feuer sollten unbedingt vermieden werden.