Letztes Update am 29.05.2012, 11:29
Vignette und Maut: Infos für den Auslandsurlaub.
Europa: Wo vor der Sommersaison die Pkw-Maut erhöht wurde und in welchen Ländern eine Vignette Pflicht ist.
Wer trotz anhaltend hoher Spritpreise mit dem Auto in den Sommerurlaub fährt, sollte auch das Kleingeld für Maut und Vignetten nicht vergessen. In rund 20 europäischen Ländern werden Autofahrer auf Autobahnen bereits zur Kasse gebeten. Ein Überblick:
Sieben Länder in der EU verfügen derzeit über Autobahnvignetten.
Neben Österreich sind das die Nachbarländer Slowenien (Bild), Slowakei, Tschechien und Ungarn sowie Bulgarien und Rumänien.
Pickerl-Varianten: Bei den Vignetten gibt es kurzfristige für sieben oder zehn Tage, mittelfristige für ein oder zwei Monate und langfristige für ein Jahr.
Ungarn (Bild) hat nach einer Aufstellung der EU-Kommission die teuerste Jahresvignette mit 148,90 Euro. Dann folgt Slowenien (95 Euro), Österreich (77,80), die Slowakei (50), Bulgarien (34) und Rumänien mit 28 Euro.
Den jüngsten Beitrag zur Debatte lieferte Peter Ramsauer (Bild): Der deutsche CSU-Verkehrsminister kann sich auch für Deutschland künftig ein Vignetten-Modell vorstellen, weil es am einfachsten umzusetzen wäre.
Belgien will in Kürze eine Vignettenregelung einführen, die Niederlande und Dänemark diskutieren ebenfalls darüber.
Apropos Dänemark: Dort sind einzelne Passagen wie die Brücke über den Großen Belt (Bild) und...
... die Öresund-Brücke (Bild) kostenpflichtig, in Schweden und Norwegen ebenfalls.
Eine Pkw-Maut ist in Europa in Bulgarien, Frankreich, Italien, Griechenland, Irland, Kroatien, Mazedonien, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien,...
... der Schweiz, Serbien, der Slowakei, Slowenien (Bild), Spanien, Tschechien und Ungarn zu entrichten, teilweise allerdings nur auf einzelnen Abschnitten.
In den Süden geht es bekanntlich meist über Slowenien. Interessant: Unsere Nachbarn hatten 2008 die Autobahnvignette für Pkw und Motorräder eingeführt. Daraufhin hatte Brüssel ein Vertragsprüfungsverfahren eingeleitet. Die EU-Kommission bemängelte das System mit einer Jahres- oder Halbjahresvignette als diskriminierend für ausländische Autofahrer, europäische Urlauber dürften in Slowenien nicht bestraft werde. Auf EU-Druck hatte Slowenien 2009 Kurzzeitvignetten eingeführt. Die slowenische Regierung wollte bis 2012 ein kilometerabhängiges elektronisches Mautsystem für alle Fahrzeuge einzuführen und die Autobahnvignette spätestens bis 2014 abschaffen.
Vor Beginn der Tourismussaison wird übrigens in Kroatien die Maut ab 1. Juni erhöht. Die Fahrt kostet mit dem Pkw auf der Strecke Zagreb-Rijeka 69 Kuna (9,11 Euro) statt bisher 60 Kuna, die Strecke Zagreb-Split statt 157 Kuna nun 181 Kuna und die Strecke Zagreb-Zadar 120 Kuna statt 105 Kuna.
Obergrenze: Allgemein sollen Autofahrer aus dem Ausland mit einer Pkw-Maut in der EU nicht übermäßig viel stärker zur Kasse gebeten werden als Einheimische. Nach einer im Mai vorgestellten Leitlinie der EU-Kommission sollen die vornehmlich von Ausländern genutzten Kurzzeit-Vignetten maximal 8,2 mal so teuer sein wie die Dauerkarten der Inländer.
(kurier)
Erstellt am 28.05.2012, 16:30