Dunkle Wolken über Renault: Verbindung zu VW-Skandal?

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Foto: REUTERS/MIHAI BARBU Nach VW gerät auch Renault ins Visier der Behörden.

Eine Razzia beim Autobauer löste ein Kursgemetzel aus. Bisher kein Beweis für Manipulationen.

Im Zuge der VW-Abgas-Affäre ist nun auch der französische Autobauer Renault ins Visier der Behörden geraten. Nach Manipulationsvorwürfen durchsuchten Ermittler der französischen Antibetrugs- und Wettbewerbsbehörde in der vergangenen Woche gleich mehrere Standorte von Renault, darunter den Firmensitz in Paris.

Meldungen über die Razzia schlugen an der Börse ein wie eine Bombe. Die Anleger reagierten panisch, der Renault-Aktienkurs brach um mehr als 20 Prozent ein.

FRANCE-RENAULT-INDUSTRY-FILES Foto: APA/AFP/PHILIPPE HUGUEN Razzia an vier Standorten: Ermittler fühlen Renault auf den Zahn Der Autobauer bestätigte die Hausdurchsuchungen, man arbeite vollständig mit den Behörden zusammen. Bei ersten Tests einer nach dem VW-Skandal eingesetzten, unabhängigen Technik- Kommission sei jedoch "kein Hinweis auf die Existenz von Manipulationssoftware in den Fahrzeugen von Renault gefunden worden", betonte das Unternehmen. Daimler versicherte am Nachmittag, die bei Mercedes eingesetzten Diesel-Motoren von Renault würden keine Software zur Abgasmanipulation enthalten. Die Kursverluste konnten im Tagesverlauf etwa eingedämmt werden, die Aktie verlor knapp zehn Prozent.

Erhöhte Werte, kein Betrug

Am Abend verkündete Frankreichs Umweltministerin Segolene Royal, dass bei Renault und zwei nicht-französischen Marken Überschreitungen von Abgas-Normen bei Dieselfahrzeugen festgestellt wurden. Es gäbe allerdings keine Anzeichen dafür, dass in den Fahrzeugen Manipulationssoftware verwendet wurde, so Royal: "Es gibt keinen Betrug bei Renault."

Die Ermittlungen bei Renault sorgten für Verunsicherung in der gesamten Autobranche. Die Aktienkurse von Peugeot, BMW und Daimler verloren ebenfalls deutlich.

Schummelt Fiat?

Die Fiat-Chrysler-Aktie wurde in Mailand nach einem Verlust von neun Prozent sogar vom Handel ausgesetzt. Grund für den Kursrutsch waren auch Berichte über angeblich manipulierte Absatzzahlen in den USA. Dem Autobauer wird laut Automotive News vorgeworfen, Händlern hohe Geldsummen geboten zu haben, um Verkaufsergebnisse zu schönen. So sollen unverkaufte Autos als verkauft gemeldet worden sein. Zwei Vertragshändler klagten daraufhin den Konzern.

(Kurier) Erstellt am
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