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Preis ist Energiekunden nun wichtiger als Versorgungssicherheit

Umfrage zeigt neue Prioritäten. Neuer Österreichs-Energie-Präsident fordert nun rasches Umsetzen der Energiesystem-Transformation.
Oesterreichs-Energie-Präsident Michael Baminger und Generalsekretärin Barbara Schmidt.

Seit Montag hat die Interessenvertretung der heimischen Energiewirtschaft einen neuen Präsidenten. Michael Baminger, CEO der Salzburg AG, folgt Verbund-Chef Michael Strugl an der Spitze von Oesterreichs Energie nach. Am Dienstag lud er zu seiner ersten Pressekonferenz, in der er seinen Fokus auf Kunden deutlich machte. "Am Ende des Tages muss alles, was wir tun bei Kunden etwas Positives auslösen."

Erneuerbare sollen Strom günstiger machen

Um zu ermitteln, welche Erwartungen Kunden an die Energiewirtschaft haben, wurde bei Gallup eine Umfrage in Auftrag gegeben. Sie zeigt: Nach Jahren der Energiekrise steht Leistbarkeit nun im Vordergrund. Um günstige Strompreise zu erreichen, sei der Erneuerbaren-Ausbau maßgeblich. Die Botschaft werde allzu oft wiederholt, wie Oesterreichs-Energie-Generalsekretärin Barbara Schmidt eingesteht.

Bevölkerung steht hinter dem Ausbau

Die Bevölkerung steht klar hinter dem Vorhaben. 67 Prozent sind für mehr Stromerzeugung in Österreich. Der Anteil jener, denen der Ausbau erneuerbarer Energien zu langsam geht, ist seit dem Vorjahr von 27 auf 38 Prozent gestiegen. "Es muss Tempo gemacht werden", sagt Baminger. Vom Planen müsse man ins Tun kommen. "Würden Ziele Strom erzeugen, wären wir mit der Transformation fertig."

Kreuzbeteiligungen nicht als Hindernis gesehen

Energieversorger genießen bei der Bevölkerung hohes Vertrauen. Die Umfrage zeige aber auch Kritikpunkte auf. Baminger: "Bei Transparenz, Fairness und dem Preis-Leistungs-Verhältnis sind wir noch nicht dort, wo wir hin müssen." Dass Österreich große Landesenergieversorger besitzt, von denen viele wechselseitig aneinander beteiligt sind, sieht Baminger nicht als Hindernis für günstigere Preise. "Ich glaube nicht, dass das signifikante Auswirkungen auf den Wettbewerb hat."

EABG wird positiv gesehen

Das vor wenigen Tagen beschlossene Erneuerbare-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) sieht der OeE-Präsident als großen Schritt in die richtige Richtung. "Nicht jedes Detail darin war uns ein Anliegen, aber alleine der Umstand, dass es ein überragendes öffentliches Interesse gibt, ist ein wichtiges Signal, dass dem Ausbau ganz sicher einen Schub geben wird."

Über den eigenen Schatten springen

Solar-, Wind- und Wasserkraftprojekte seien durch das EABG nicht mehr so leicht durch Einzelinteressen zu verhindern. Baminger plädiert insofern für intensiven Dialog mit lokal Betroffenen. "Manche sind durch Projekte wie den Bau neuer Hochspannungsleitungen oder Windräder massiv betroffen. Da nutzt auch die beste Information nichts. Das will ich nicht verniedlichen." Bei der Energiewende sei es aber extrem wichtig, an einem Strang zu ziehen und teilweise "über sein eigenes Interesse drüberzusteigen".

Transparente Rechnung soll Beweglichkeit erhöhen

Um Strompreise kurzfristig zu senken, sei laut Baminger erhöhte Transparenz ein probates Mittel. "Mein ewiges Steckenpferd ist die Stromrechnung." Sie müsse so gestaltet sein, dass Kunden Einsparungspotenziale deutlich werden und die Beweglichkeit bei der Wahl von Anbietern erhöht werde. "Dadurch würde es auch mehr Wettbewerb geben." Langfristig sei die Strategie eindeutig: Energieimporte müssten gesenkt werden, durch den Ausbau von Erneuerbaren und Infrastruktur.

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