IWF-Chefin zahlt keine Steuern

Christine Lagarde: Möglicher Wendepunkt für die Ukraine
Griechenland soll mehr Steuern einheben, fordert IWF-Chefin Christine Lagarde. Sie selbst zahlt keine.

Christine Lagarde verdient eine halbe Million Dollar pro Jahr - steuerfrei.

Die Diskussionen um Steuerprivilegien der Reichen haben nun auch die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, erfasst. Die Französin, die zuletzt Griechenland zum Einheben von mehr Steuern ermahnte, muss nämlich für ihr Gehalt von jährlich 467.940 Dollar (411.738 Euro) keine Einkommensteuer zahlen.

Wie alle diplomatischen Vertreter ist Lagarde mit ihrem internationalen Einkommen von allen staatlichen, regionalen und kommunalen Personal- und Realsteuern oder -abgaben befreit, wie es in Paragraf 34 des Wiener Übereinkommens über diplomatische Beziehungen aus dem Jahr 1961 heißt. 

Wie die britische Zeitung Guardian bereits 2012 schrieb, stehen die von den Steuerzahlern finanzierten üppigen Vergütungen bei IWF, Weltbank und den Vereinten Nationen schon lange in der Kritik. Vertreter dieser internationalen Organisationen verweisen darauf, dass sich nur durch gute Gehätler professionelle Fachkräfte aus dem Privatsektor rekrutieren ließen. Die meisten Funktionäre würden allerdings von früheren Regierungsposten kommen, kommentierte Guardian.

Zusätzliches Salär

Laut Informationen von Reuters erhält Lagarde zusätzlich zu ihrem Gehalt eine pauschale Aufwandsentschädigung für Repräsentationszwecke von 83.760 Dollar im Jahr. Ausgezahlt wird diese Entschädigung in monatlich gleichen Raten, ohne dass Lagarde Belege oder Rechtfertigungen abgefordert werden. Sollten zusätzliche Spesen anfallen, werde diese der IWF-Chefin erstattet. Gehalt und Aufwandsentschädigung werden jährlich am 1. Juli an die Teuerungsentwicklung in der Großstadtregion Washington angepasst.

Pensionsregelung

Darüber hinaus kommt Lagarde in den Genuss eines Fonds-internen Pensionsplanes. Ab Beginn der Pensionszahlungen  erhält sie ergänzend eine zusätzliche jährliche Geldleistung, deren Höhe sich nach der Zahl der Dienstjahre an der Spitze des IWF richtet. Laut Dienstvertrag können beide Seiten diesen jederzeit kündigen. Am Ende der Dienstzeit zahlt der Fonds, sofern Lagarde mindestens zwei Jahre im Amt tätig war, eine Trennungsentschädigung. Auch deren Höhe richtet sich nach der Zahl der Dienstjahre. Die frühere französische Finanzministerin ist seit 2011 im Amt, ihr Vertrag läuft noch bis 2016.

(kurier / ast) Erstellt am
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