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Anna Fenningers Siegerjubel am Zauberberg.
Anna Fenningers Siegerjubel am Zauberberg. - Foto: AP/Pier Marco Tacca

Letztes Update am 29.12.2012, 15:41

Anna Fenninger lässt es krachen. Anna Fenninger wird bei der WM in Schladming (4.–17. Februar) in vier Disziplinen starten. Nach dem Ausfall von Marlies Schild ist die Siegerin vom Semmering Österreichs größte Hoffnung.

Anna Fenninger hat gut lachen. Am Freitag holte die 23-jährige Rennläuferin auf dem Semmering ihren zweiten Weltcupsieg im Riesentorlauf und konnte nach dem Triumph gar nicht aufhören zu grinsen: „Es ist einfach verrückt!“ Nicht nur ihre überragende Leistung (1,10 Sekunden Vorsprung auf Tina Maze), sondern auch die gute Gesamtform stimmten die Allrounderin im österreichischen Damen-Team fröhlich.

„Auch in den schnellen Disziplinen bin ich in der Lage, aufs Podest zu fahren“, sagt die Dritte von Lake Louise selbstbewusst. Und das, obwohl die Kombinationsweltmeisterin von 2011 in Abfahrt und Super-G noch gar nicht in Höchstform ist. „Bis zur WM will ich da noch hinkommen.“


Darauf baut auch Damen-Cheftrainer Herbert Mandl, der in vier der fünf Disziplinen in Schladming auf Fenninger setzen wird. Nur der Slalom wird Fenninger-frei über die Piste gehen. „Anna hat sich wieder herangetastet und endlich gezeigt, was sie drauf hat“, freute sich der 51-jährige Cheftrainer nach dem eindrucksvollen Heimsieg auf dem Semmering.

Sieg mit Ansage

Denn dass Anna Fenninger zu den besten Skifahrerinnen der Welt gehört, war längst kein Geheimnis mehr. Über die Fähigkeiten der Salzburgerin, gerade in flachen Passagen durch die Tore zu schleichen wie keine Zweite, hatte schon so manch ein Experte philosophiert. „Anna hat uns im Training schon den ganzen Herbst gezeigt, dass sie die Schnellste im internationalen Vergleich ist“, sagt Herbert Mandl.

Nur mit dem Siegen hatte es seit der Premiere in Lienz einfach nicht klappen wollen. Zu sehr hatte sich Fenninger von den Ausfällen (Aspen und St. Moritz) verunsichern lassen. „Es waren immer Kleinigkeiten, aber die knabbern dann an der Sicherheit. Und wenn du gewinnen willst, musst du am Limit fahren“, sagt Trainer Mandl über die 1,66 Meter kleine Rennläuferin, die mit 23 Jahren schon zu den Routiniers im rot-weiß-roten Team zählt.

Lehrjahre

„Vielleicht wirke ich älter, weil ich doch schon lange dabei bin“, sagt Fenninger, die ihr Debüt im Weltcup bereits mit 17 Jahren gegeben hat. Seither ist die hübsche Sportlerin gewachsen. Aus der Rolle des schüchternen Talents heraus und in die der Favoritin hinein.

Eine Entwicklung, die für Fenninger nicht immer leicht war, überlässt die Rennläuferin den Platz im Rampenlicht doch für gewöhnlich lieber anderen. Noch im Vorjahr wusste sie in Bad Kleinkirchheim mit der schlagartigen Berühmtheit nach ihrem ersten Sieg nicht so recht umzugehen („Das war mir einfach zu viel, weil die Menschen auch so nah an mich herangekommen sind“). Heute kennt sie ihre Grenzen („Ich habe gelernt, damit besser umzugehen“). Auch Manager Klaus Kärcher hilft Fenninger seit dem Sommer dabei, den medialen Rummel um ihre Person in Zaum zu halten. „Die Zusammenarbeit hat sich einfach ergeben. Er hat mir ein eMail geschrieben, und die Sympathie hat gestimmt“, sagt Fenninger über den PR-Experten, der auch den deutschen Turnstar Fabian Hambüchen betreut.

Mit dem sicheren Umfeld scheint auch das Selbstbewusstsein gewachsen zu sein. Für eine Kampagne für die Rettung bedrohter Wildkatzen ließ Fenninger im Sommer sogar die Hüllen fallen und sich mit Body-Painting ablichten. „Ich möchte meine Popularität nutzen, um die Menschen zum Nachdenken zu bewegen“, sagt die Tierfreundin, die auf einem Bauernhof sehr naturverbunden aufgewachsen ist.

Der Rückhalt von Familie und Langzeitfreund Manuel Veith ist der österreichischen WM-Hoffnung wichtig. Über Weihnachten hat Fenninger daheim in der 3700-Seelen-Gemeinde Adnet Kraft getankt: „Es war zwar nur eine kurze Pause, aber für mich war sie sehr wichtig.“

Denn bis zum Saisonhöhepunkt, der Heim-WM im Februar, sind es nur mehr wenige Wochen, auch wenn Fenninger daran noch gar nicht denken will: „Ich möchte mich einfach auf die nächsten Rennen konzentrieren.“

Und dass Österreichs Allrounderin mit dem Heimdruck umzugehen weiß, hat sie ja bereits eindrucksvoll bewiesen.

(KURIER) Erstellt am 29.12.2012, 15:41


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