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KURIER Romy 2014
Kein Sand im Getriebe: Mit über 200 km/h werden ab 5. Jänner die Dakar-Teilnehmer wie Hummer-Pilot Robby Gordon (USA) über die südamerikanischen Dünen jagen
Kein Sand im Getriebe: Mit über 200 km/h werden ab 5. Jänner die Dakar-Teilnehmer wie Hummer-Pilot Robby Gordon (USA) über die südamerikanischen Dünen jagen - Foto: AP/Jerome Prevost
Dauerbrenner: Yoshimasa Sugawara nimmt heuer in seinem Truck zum 30. Mal an der Dakar teil.
Dauerbrenner: Yoshimasa Sugawara nimmt heuer in seinem Truck zum 30. Mal an der Dakar teil. - Foto: AP/Paulo Duarte
Hupf in Gatsch: Cyril Despres gewann auf seiner KTM im Vorjahr und ist auch heuer der große Favorit.
Hupf in Gatsch: Cyril Despres gewann auf seiner KTM im Vorjahr und ist auch heuer der große Favorit. - Foto: AP/Martin Mejia

Letztes Update am 31.12.2012, 15:23

Ein Traum, auf Sand gebaut. Die härteste Prüfung im Motorsport rast der Zivilisation entgegen – die Gefahr bleibt Co-Pilot.

Yoshimasa Sugawara hat schon oft den Tod gesehen – 56-mal um genau zu sein. 61 Todesopfer pflastern den staubigen Weg der Rallye Dakar seit ihrer Premiere im Jahr 1978. Sugawara startete erstmals 1983, heuer nimmt der 71-jährige Japaner zum 30. Mal die härteste Prüfung im Motorsport in Angriff.

Die Hatz über Stock und Stein verlieh einigen Abenteurern Legendenstatus und nahm vielen Draufgängern das Leben. Auch nach 30 Jahren fällt Yoshimasa Sugawara in die erste Kategorie.


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Foto: grafik/rally_dakar_2013.pdf
Von 5 . bis 19. Jänner jagen die Teilnehmer in 14 Etappen durch Wüsten und über Berge. Zum fünften Mal in Folge findet das Spektakel in Südamerika statt, die ursprüngliche Route durch Westafrika wurde nach Terrordrohungen letztmals 2007 befahren.

Entlegener Ursprung

Nicht nur deshalb gilt eine Rückkehr an den Ursprung als unwahrscheinlich. Die Route durch die Sahara war ebenso legendär wie entlegen, dementsprechend gering war der Zuschauerzuspruch. Während in Afrika bestenfalls eine Handvoll Eingeborene die Raser wie Außerirdische begrüßte, zählte die Premiere in Südamerika vier Millionen Gäste.

Auch den Sponsoren und Herstellern passt der boomende Subkontinent besser ins Marketingkonzept. Über das gesamte Jahr werben die Veranstalter mit Showauftritten – von Warschau über Peking bis Botswana.

Lediglich das Abenteuer bleibt auf der Strecke. Die Piloten liebten die Gefahren der afrikanischen Einsamkeit. „Afrika war Abenteuer, Südamerika ist Sport“, sagt daher auch Stéphane Peterhansel. Der Franzose weiß, wovon er spricht. Er hat die Dakar da wie dort gewonnen, auf zwei wie auf vier Rädern, insgesamt zehn Mal. Peterhansels Wort hat Gewicht. „Wir fahren jeden Tag an McDonald’s-Buden und Städten vorbei. Wer ein Problem mit seinem Fahrzeug hat, ist nie ganz allein. Wir sind zu nah an der Zivilisation.“

Dennoch ist der Tod ein ständiger Beifahrer. Das Rennen ist auch in Südamerika eine Bestie, die vor allem die vielen Halbprofis und Amateure verschlingt. Im Vorjahr starb der argentinische Lokalmatador Jorge Andrés Boero. Der Motorrad-Pilot erlag auf der ersten (!) Etappe einem Herzstillstand. Noch kurz vor dem Start hatte der 38-jährige Familienvater getwittert: „Was dich nicht tötet, macht dich stärker.“

Im Schnitt sterben pro Auflage zwei Teilnehmer. Das Spannungsfeld aus Abenteuergeist und Hochleistungssport hat der Dakar ebenso viel Kritik wie Ruhm eingebracht. Fast jeder kann sich den Traum erfüllen. Rund 60.000 Euro benötige ein Amateur für die Teilnahme im Motorrad-Feld, rechnet Alex Doringer, der Teammanager des oberösterreichischen Werkteams KTM, vor. Er kennt die Diskrepanz der Amateure: „Wer so viel privates Geld für seinen Lebenstraum investiert, will ihn auch beenden. Koste es, was es wolle.“

 

(KURIER) Erstellt am 31.12.2012, 15:23


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