Deutschland im Dauerkarten-Wahnsinn

Die Deutsche Bundesliga vermeldet Rekord-Absatzzahlen: Abos gibt's fast nirgends mehr.

13.805.496 Zuschauer pilgerten im vergangenen Spieljahr zu den 306 Spielen der Deutschen Bundesliga. Das macht einen Schnitt von 45.116 Besuchern pro Spiel - damit hat Deutschland die bestbesuchte Fußballliga der Welt.
Der vor kurzer Zeit gestartete Dauerkartenverkauf lässt die Verantwortlichen bereits von neuen Rekordwerten träumen - nicht weniger als acht Vereine mussten die Ausgabe bereits wieder einstellen. Der Aufsteiger aus Fürth startete als letzter Erstligist mit dem Dauerkartenverkauf. Erst ab dem 14. Juli konnten Abos erworben werden, 13.000 Saisontickets wurden vergeben. Das Schlusslicht unter den Aboverkäufern bildet der SC Freiburg - 12.000 Dauerkarten dürften am Ende auf der Habenseite stehen. Die TSG Hoffenheim wird in der Rhein-Neckar-Arena voraussichtlich um die 17.000 Dauerkarten absetzen. Der VfL Wolfsburg, der neue Arbeitgeber von Emanuel Pogatetz, darf sich bei rund 18.000 Stammgästen bedanken. Die Augsburger Marionette wird in der neuen Saison an die 18.000 Dauerkarten-Besitzer unterhalten. Andreas Ivanschitz und Julian Baumgartlinger werden ihre Heimspiele in Mainz vor rund 21.000 Abonnenten absolvieren. Auch die Frankfurter Eintracht musste wegen des Massenandrangs den Vorverkauf stoppen - 26.000 Dauerkarten wurden an den Mann gebracht. Ungebremst ist die Euphorie auch bei Aufsteiger Fortuna Düsseldorf, dem Verein von Robert Almer. Rund 30.000 Abo-Besitzer werden regelmäßig die Ränge füllen. Auch Martin Harnik und seine Stuttgarter werden regelmäßig knapp 30.000 Dauerkarten-Besitzer begrüßen dürfen. Raúl hat sich von Schalke 04 verabschiedet, die treuen Anhänger der Knappen hingegen nicht. Auf Gelsenkirchen wurden mehr als 43.000 Abos abgesetzt, der Verkauf eingestellt. Ebenfalls gestoppt wurde der Verkauf in Nürnberg. Die Clubberer haben rund 28.000 Dauerkarten veräußert. Hannover 96, wo mit Tormann Samuel Radlinger auch ein Österreicher im Kader ist, wird rund 25.000 Abos auf den Markt bringen. Der Österreicher-Klub Werder Bremen (Arnautovic, Junuzovic, Prödl, Strebinger) wird 2012/2013 vor rund 25.000 Dauerkarten-Besitzer spielen. Die Borussia aus Mönchengladbach hat den Abo-Verkauf ebenfalls gestoppt, nachdem 30.000 Dauerkarten ausgegeben wurden. Bayer Leverkusen wird um die 18.000 Karten für die kommende Spielzeit verkaufen. 30.000 Saisonkarten wurden in Hamburg unter die Fans gebracht - Verkaufsstopp. Der deutsche Rekordmeister Bayern München hat schon vor einigen Tag bekanntgegeben, dass die Allianz-Arena für alle Heimspiele der Saison 2012/2013 ausverkauft ist. Unter den 69.000 Zuschauern pro Spiel sind 39.500 Dauerkarten-Besitzer. Absoluter Spitzenreiter: Meister und Cup-Sieger Borussia Dortmund hat mit 54.000 Dauerkarten-Besitzern einen neuen Weltrekord aufgestellt. 35.000 Anfragen konnten gar nicht berücksichtigt werden. Zum Vergleich: Beim SK Rapid wurde in den vergangenen Tagen die 10.000er Abo-Marke geknackt, man rechnet mit knapp 1000 weiteren Verkäufen. Der Zuschauerschnitt in der vergangenen Spielzeit lag bei 16.200 Besuchern. Der Lokalrivale aus Favoriten wird sich am Ende wohl um die 5000 verkauften Dauerkarten einpendeln. In Graz sind bislang ein wenig mehr als 6300 Abos verkauft. Tendenz: Die 7000er Marke könnte geknackt werden. Der Meister aus Salzburg dagegen wird wohl bei etwas weniger bleiben. Etwa 6000 verkaufte Saisonkarten dürften realistisch sein (dabei waren es vor einiger Zeit sogar an die 10.000).
(kurier / Marcel Ludwig, Christian Markl) Erstellt am
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