Letztes Update am 01.05.2012, 14:39
Eine Chronologie von schweren Baby- oder Kindesmisshandlungen der letzten Jahre.
Immer wieder machen in Österreich Fälle von schweren Baby- oder Kindesmisshandlungen Schlagzeilen. Im Folgenden eine Chronologie von Vorfällen der vergangenen Jahre, bei denen auch Mädchen und Buben ums Leben kamen:
28. Februar 2000 - Ein vier Monate altes Kind eines Berliner Ehepaares stirbt nach schweren Misshandlungen im Landeskrankenhaus Salzburg. Der Bub war zehn Tage zuvor mit einer akuten Hirnblutung aus dem Urlaubsort der Deutschen (Dienten) eingeliefert worden und lag im Koma. Die Obduktion fördert auch ältere Verletzungen zutage.
1. Juni 2003 - Ein vierjähriger behinderter Bub stirbt in der Grazer Kinderklinik nach schweren Misshandlungen durch seinen Vater. Die Mutter sah tatenlos zu. Das Jugendamt sei von den Eltern daran gehindert worden einzuschreiten, heißt es. Im Mordprozess wird der Vater zu lebenslanger Haft verurteilt, die Mutter erhält eine Strafe von zehn Jahren.
30. April 2005 - Ein 20-jähriger Niederösterreicher misshandelt seine drei Monate alte Tochter Iris Maria S. so schwer, dass das Baby mit Hirnblutungen, Serienrippenbrüchen und Hämatomen ins AKH Wien eingeliefert wird. Das Kind erholt sich zunächst, stirbt dann aber im Februar 2006 in einer deutschen Spezialklinik. Unter anderem wurde das Mädchen vom Vater gegen die Wand geworfen und ins Gesicht geschlagen. Die Mutter des Kindes wusste von den Misshandlungen, zog aber keine Konsequenzen daraus.
6. Mai 2005 - Ein beschäftigungsloser 18-Jähriger erschlägt im Bezirk Innsbruck-Land den zwei Monate alten Säugling seiner gleichaltrigen Lebensgefährtin, da das Kind in der Nacht immer wieder schreit. Das Paar will mit dem röchelnden Baby noch ins Spital fahren. Ein verständigter Notarzt kann das Kind auf einem Parkplatz zwar wieder beleben, es stirbt aber am Weg ins Krankenhaus. Dort werden ein Schädelbruch mit Hirntrauma, gebrochene Rippen, Arm- und Beinbrüche festgestellt.
1. November 2007 - Der 17 Monate alte Luca wird vom 23-jährigen Freund seiner Mutter (22) schwer misshandelt und missbraucht. Der Bub stirbt im Wiener SMZ-Ost Spital zwei Tag später an einem Gehirnödem. Alte Verletzungen zeigen, dass der Sohn der Tirolerin aus dem Bezirk Schwaz von dem Niederösterreicher monatelang gepeinigt wurde. Der Mann wird zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe und einer Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher verurteilt. Ein Jahr unbedingte Freiheitsstrafe lautet das Urteil für die Mutter. Gegen die Behörden werden - auch vom leiblichen Vater - schwere Vorwürfe erhoben. Verletzungen wurden schon im Juli 2007 im Spital bemerkt. Eine ehemalige Mitarbeiterin der Jugendwohlfahrt Schwaz wird angeklagt, vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassung aber freigesprochen.
8. Jänner 2011 - Der dreijährige Cain stirbt in Bregenz nach Misshandlungen durch Prügel. Verdächtigt wird der Lebensgefährte der Mutter. Der 26-Jährige passt auf die Kinder auf, während die Frau arbeitet. Währenddessen kommt es zur Gewalttat, bei der auch der sechsjährige Bruder des Buben verletzt wird. Der Mann verständigt noch die Rettung und flüchtet dann in die Schweiz, wo er zwei Tage später bei einer Polizeikontrolle festgenommen wird. Der Serbe soll die Kinder und seine Freundin bereits mehrfach geschlagen haben. Kritik an der Jugendwohlfahrt, die die Familie betreut, wird laut.
5. Februar 2011 - Eine 21-Jährige aus dem Bezirk Bregenz verletzt ihren dreimonatigen Sohn am Kopf so schwer, dass er ins Spital muss. Die Frau soll das Baby heftig geschüttelt und dabei gegen einen Türstock gestoßen haben. Die Eltern verständigen selbst den Notruf. Bei der zweieinhalbjährigen Schwester des Buben werden keine Verletzungen festgestellt.
6. April 2011 - Die Großeltern decken auf, dass ihr eineinhalb jähriges Enkelkind in Wien-Brigittenau seit zwei Monaten vom 18-jährigen Freund der gleichaltrigen Mutter mit einer 50 Zentimeter langen Stahlrute misshandelt wird. Die Tochter und die Enkelin weisen bei einem Besuch der Großeltern sichtbare Verletzungen auf und werden ins Spital gebracht. Der Körper des Mädchens ist laut Polizei mit Hämatomen übersät. Der junge Mann bestreitet die Gewalttaten.
13. Juni 2011 - Die dreijährige Angelina wird in Wien von ihrer 28-jährigen Mutter mit einem gebrochenen rechten Oberarm und zahlreichen blauen Flecken am ganzen Körper in ein Unfallkrankenhaus gebracht. Die Ärzte erstatten Anzeige: Die Eltern sollen das Kind über Monate hinweg schwer misshandelt haben.
5. August 2011 - In Salzburg wird ein schwerer Fall von Kindesmisshandlung bekannt: Ein 38-Jähriger soll ein drei Monate altes Baby so massiv geschüttelt haben, dass es ein schweres Schütteltrauma und schwere, prognostisch ungünstige, diffuse Hirnschäden erlitten haben soll. Der Vorfall soll sich bereits im März 2010 zugetragen haben, als der Kellner auf das Baby seiner Arbeitskollegin aufpasste. Im darauffolgenden Prozess wird der Mann rechtskräftig zu neun Monaten bedingter Haft verurteilt.
22. Dezember 2011 - Ein 33-jähriger Mann soll in Wien ein sechs Monate altes Baby misshandelt haben. Der Vater kam wenige Tage zuvor mit seinem Sohn ins Krankenhaus und gab an, dass ihm der Bub vom Wickeltisch gefallen sei. Nachdem das Kind Krampfanfälle erleidet, wird es genauer untersucht. Die Ärzte stellen Hinweise auf ein Schütteltrauma fest. Das Baby erlitt dadurch eine Gehirnschwellung und eine Gehirnblutung. Der Vater wird auf freiem Fuß angezeigt, den Eltern das Sorgerecht entzogen.
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Hintergrund
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