Wer die Wahrheit sagt, hört nur: Gusch!

Unfassbar: Eine Direktorin sagt im KURIER, wie es in ihrer Schule zugeht – und muss ab sofort schweigen.

Reisen bildet. Also ist es sicher sinnvoll, dass sich Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek in New York aufhält, bei einer UNO-Tagung. Noch besser wäre es, wenn sie sich dort in einem Problembezirk danach erkundigt, wie ausländische Kinder schneller Englisch lernen. In den USA weiß man aus Erfahrung, dass es Zuwanderer gibt, die es auf eine Elite-Uni schaffen, und solche, die aus der Gesellschaft kippen. Genau darum geht es jetzt auch bei uns, nicht nur in Wien, sondern in allen Bezirken, wo die Schulen mit zu vielen Kindern, die nicht Deutsch können, überfordert sind. Das ist nicht die Schuld der vielen engagierten Lehrerinnen und Lehrer, sondern die Schuld von parteipolitisch besetzten Schulbehörden.

Im KURIER am Sonntag hat die Direktorin einer Neuen Mittelschule ihren und den Alltag von Lehrern und Schülern geschildert. Fazit: Da entsteht eine verlorene Generation. Und die Schulbehörden haben jetzt nichts Besseres zu tun, als dieser ehrlichen Frau, die endlich die Wahrheit sagt, den Mund zu verbieten. Die wollen noch immer nicht verstehen, dass zentrale Verordnungen nicht auf alle Schulen mit völlig unterschiedlichen Herausforderungen passen. Die Lösung heißt Schulautonomie, aber die ist in der jüngsten Schulreform, dem angeblichen "Meisterstück ", wieder nicht vorgesehen.

Jeder weiß, dass viele Lehrerinnen und Lehrer unter untragbaren Zuständen leiden. Wir fordern Sie auf: Sind Sie ein Vorbild für Ihre Schüler, zeigen Sie Zivilcourage und erzählen Sie uns die Wahrheit, egal, was die Behörden sagen, die offenbar riesige Angst haben und deshalb die Wahrheit verschleiern wollen. Gut, dass die Ministerin zu uns nicht Gusch sagen kann.

(kurier) Erstellt am
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