Endlich tun!

Niki Glattauer

Niki Glattauer

Endlich tun!

von Niki Glattauer

über die aktuelle Bildungspolitik

Aus aktuellem Anlass ein Abstecher zu dem, was man bei uns „Bildungs-Politik“ nennt. Da entnehme ich den Zeitungen, dass eine Abordnung des inzwischen angeblich wieder größeren Koalitionspartners („Django-Effekt“) jetzt in Berlin auf Bildungs-Fact-Finding-Mission war. Ehrlich und fett gedruckt: Das hätten sie sich sparen können. Alles, was es in Sachen Bildungsreform zu tun gäbe, wäre, noch einmal fett, es endlich zu tun.

Da hat jetzt, wie rauf und runter berichtet, die Industriellenvereinigung (IV) ein Papier vorgelegt, dem nichts mehr hinzuzufügen ist. Bei der Gelegenheit jetzt auch von mir als selber Lehrer mit Tochter AHS und Sohn Vorschulkind (noch mehr Profi kannst du also eh nicht sein :-) ): Gratulation an die vielen Damen und Herren von der Bildungsabteilung der IV, genau das ist es, was es brauchen würde, ohne Wenn und Aber!

Stattdessen fahren die jetzt nach Berlin. Die Lernwerkstadt Brigittenau wäre billiger gekommen. Noch billiger wäre es, wie gesagt, endlich zu tun, was jede vernünftige Regierung tun würde, die heute ein Schulsystem neu einführen müsste. Nämlich:

die „Bildungs“- statt der „Unterrichtsverpflichtung“ gegenüber unseren Kindern und Jugendlichen

ein fließender, pädagogisch indizierter Übergang vom Kindergarten in die Schule, abhängig von den Kompetenzen des Kindes und nicht vom Alter

keine Trennung von Kindern vor Ende der Schulpflicht

bis dahin ein Mix aus Bildung und Ausbildung in Schulformen, die sündteure Nachhilfe obsolet machen. Und all das ...

... in einem System, das nicht primär auf Noten und Zensuren herumreitet, sondern vor allem das Ziel hat, bei jungen Menschen Talente und Neigungen zu erkennen und diese mit Eignungen zu versehen. Auf der Homepage der IV sagt deren Präsident Georg Kapsch: „Zum einen trägt Bildung zur Persönlichkeitsbildung und Sinnfindung bei. Auf der anderen Seite sind Bildung und Wissen zentrale Erfolgsfaktoren der Wirtschaft und Industrie, auf deren Grundlage Innovationen entstehen.“ Wahre Worte, die – in dieser Reihenfolge! – besser nicht gesagt werden können.

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