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17.

Jänner

2013

Letztes Update am 17.01.2013, 23:00

Was Kunst wert ist.

49 Milliarden Euro. Nein, wir reden nicht vom gesamten Staatshaushalt einer mittelkleinen Nation. Wir reden von jener immensen Summe, die 2012 im Kunsthandel umgesetzt wurde. Um sagenhafte 49 Milliarden Euro wurde im Vorjahr weltweit Kunst ver- und gekauft, vermeldet die Londoner Kunstwebseite Artlyst. Ein Ende des seit zehn Jahren ungebrochenen Kunstmarktwachstums ist trotz Krise nicht abzusehen. Kunst ist eine der verlässlichsten Wertanlagen.

Mit einer skurrilen Konsequenz: In Schweizer Freihafendepots lagern, neben Kaffee und Edelmetallen, hochkarätige Kunstsammlungen, die kein Mensch je zu sehen bekommt. Die Werke sind im steuerlichen Niemandsland abgabensicher geparkt. Das ist ein Gewinn für wenige und ein Schaden für viele: Kunst, die niemand sehen kann, wird zur Handelsware degradiert, und das wird dem wahren Wert von Kunst nicht gerecht.

Der liegt nämlich nicht im Finanziellen, sondern im Gesellschaftlichen. Umso mehr muss man Gegenbeispiele würdigen: Die privaten Sammler, die ihre Werke öffentlich zeigen – und dafür viel Geld in die Hand nehmen. Und die städtischen, Landes- und Bundesmuseen. Die brauchen weit, weit weniger als 49 Milliarden Euro, um Kunst zugänglich zu machen. Und zeigen so: Die öffentliche Subvention von Museen ist eine wirklich gute Investition.

(KURIER) Erstellt am 17.01.2013, 23:00

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