Kritischer Arzt verliert seinen Spitalsjob

Dr. Gernot Rainer
Foto: KURIER/Gerhard Deutsch Rainer will Entscheidung des KAV rechtlich bekämpfen.

Asklepios-Gründer und Lungenfacharzt Gernot Rainer beklagt "politisch motivierte Kündigung".

Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) verlängert den Vertrag von Gernot Rainer, dem Gründer und Obmann der selbst ernannten Ärztegewerkschaft Asklepios, nicht. Das Unternehmen hat einen entsprechenden Bericht der Presse (Dienstagsausgabe) bestätigt. Als Gründe werden in dem Bericht etwa mangelnde Identifikation mit den "Gesamtinteressen" der Dienststelle bzw. der Stadt Wien genannt.

Rainer ist Lungenfacharzt im Otto-Wagner-Spital. Der befristete Dienstvertrag, der im Mai ausläuft, soll nicht verlängert werden. Auffällig ist laut Presse, dass die fachliche Beurteilung im Dienstzeugnis sehr gut ausgefallen ist. Auch seien zuletzt zusätzliche Posten für die betreffende Abteilung beantragt worden.

Der betroffene Mediziner kritisierte die Entscheidung, ihn nicht weiter zu beschäftigen: "Es ist außerordentlich bedauerlich, dass in einer sozialdemokratisch geführten Stadtregierung gewerkschaftliches Engagement mit einer politisch motivierten Entfernung vom Arbeitsplatz geahndet wird", meinte er gegenüber der Presse. Rainer verwies unter anderem darauf, dass von seinem Abteilungsvorstand der Antrag auf einen Dauervertrag gestellt worden sei.

"Politisch motivierte Kündigung mit dem Zweck, eine unliebsame Stimme loszuwerden"

Daher sei dies "kein Auslaufen lassen eines Vertrages", sondern entspreche einer politisch motivierten Kündigung mit dem Zweck, eine unliebsame Stimme loszuwerden, zeigte sich der Gewerkschafter gewiss: "Ich werde diese Kündigung juristisch anfechten und werde mein Engagement für die Kollegen und ein funktionierendes öffentliches Gesundheitssystem mit noch mehr Entschlossenheit fortführen."

Der KAV bestätigte am Montag gegenüber der den Schritt: "Es ist richtig, der Vertrag von Dr. Rainer wurde nicht verlängert, das hat die Dauervertragskommission entschieden", hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme. Die Kommission tagt vier Mal im Jahr und behandelt pro Sitzung bis zu 40 Anträge. Vertreter der KAV-Bereiche Health Care Management und Personal, der Magistratsabteilung 15 (Landessanitätsrat) sowie der Gewerkschaft sind dort Mitglieder. Über inhaltliche Gründe für getroffene Entscheidungen gebe man jedoch keine Auskünfte, wurde vonseiten des KAV betont.

(apa / dw) Erstellt am
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