1000 Holzhäuser gegen Wohnungsmangel

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Foto: /Günter Lang - LANG consulting Ein Beispiel: So könnten die mobilen Holzhäuser aussehen

Mobile Einheiten noch in diesem Jahr aufgestellt. Zu haben für 1270 Euro pro Quadratmeter.

Die Wohnungsknappheit in Wien ist akut, die Wohnraumaufstockung wird erst ab 2018/19 greifen. Und: Das Bevölkerungswachstum in Wien ist hoch. Deshalb präsentierte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) am Mittwoch eine "Sofortlösung": Noch in diesem Jahr sollen 1000 mobile Holzhäuser entstehen, die vorübergehenden Wohnraum bieten sollen. "Vorübergehend" heißt konkret: Ein paar Jahre. Wo diese Häuser errichtet werden sollen, werde laut Ludwig derzeit geprüft. Fest stehe, dass die Häuser im Umfeld von U-Bahn- oder Bahntrassen, Arealen mit Bausperre oder auf Betriebsbaugebiet errichtet werden sollen.

Laut Informationen des KURIER kostet ein Quadratmeter eines solchen Hauses derzeit etwa 1270 Euro.

"Wohnbau-Offensive"

Für Ludwig sind die Holzhäuser Teil eines längerfristigen Plans, den er gestern präsentierte: Im Rahmen einer "Wohnbau-Offensive" will er die Zahl der Gemeindewohnungen in der laufenden Periode auf 4000 verdoppeln und eine höhere Neubauleistung erreichen. Bedeutet: Ab 2017 soll das Neubauvolumen von bisher 10.000 Wohneinheiten pro Jahr auf 13.000 steigen – 9000 davon gefördert. Erreichen will Ludwig das "mit einer weiteren Bodenmobilisierung und insbesondere durch die zügigere Abwicklung von Widmungs- und Bauprozessen sowie Verfahrensvereinfachungen". Damit soll die Zeitspanne vom Beginn des Bauträgerwettbewerbs bis zur Wohnungsübergabe um insgesamt vier Monate verkürzt werden.

Reaktionen gemischt

Die von Ludwig präsentierte "Wohnbau-Offensive" sorgt bei den restlichen Parteien für gemischte Reaktionen. Der Regierungspartner im Rathaus, die Grünen, zeigte sich über das Wohnbaupaket erfreut. Wohnbausprecher Christoph Chorherr wies in einer Aussendung auf die "starke grüne Handschrift" hin, da die Grünen bereits vor einiger Zeit mobile Holzhäuser als temporäre Lösung der Wiener Wohnungsknappheit forderten.

Der Chef der Wiener ÖVP, Gernot Blümel, bezeichnete das vorgestellte Paket in einer Aussendung als "vollmundige Ankündigung", der auch Taten folgen müssten.

Die Neos unterstützen indessen den Vorsatz, preiswerter zu bauen. Ihr Stadtentwicklungssprecher Stefan Gara sagte allerdings, dass "die Klimaschutz- und Smart-City-Strategien nicht vernachlässigt werden dürfen".

(kurier) Erstellt am
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