Diskussionsstoff: Mahnmal im Herzen der Stadt

Architekt Florian Sammer, Vize-Bürgermeisterin Helga Krismer, Künstler Peter Kozek, Bürgermeister Kurt Staska und Kulturstadtrat Hans Hornyik präsentierten das Siegerprojekt.
Kunstwerk am Josefplatz soll an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern.

36 schwarz-weiße Metallstäbe, die in den unterschiedlichsten Winkeln zum Himmel zeigen. Was im ersten Moment chaotisch und verwirrend wirkt, ist das Siegerprojekt zur Schaffung eines Mahnmals im Herzen Badens.

Counterpoles“, also „Widerstäbe“, heißt das fast einstimmig ausgewählte Projekt von Künstler Peter Kozek. Die Geschichte hinter den Stäben? „Man muss sich einen imaginären Davidstern vorstellen, der über dem Platz schwebt und in zwölf einzelne Dreiecke zerspringt, die zu Boden fallen“, erklärt der in Baden geborene Künstler seine Idee, „die Seitenteile der kleinen Dreiecke richten sich danach auf, und streben dem imaginären Davidstern entgegen. Das ist das materialistisch Dargestellte.“
Zusätzlich zu den Metallstäben wird eine Informationssäule zum Verständnis des Kunstwerkes aufgestellt. Auch wenn der Davidstern als jüdisches Symbol zentral ist, soll das Mahnmal an alle Opfergruppen des Nationalsozialismus erinnern. Eine besondere Bedeutung für Baden, denn bis 1938 war die Stadt die drittgrößte jüdische Gemeinde Österreichs.

Von Seiten der Stadt will man mit dem geplanten Mahnmal ein ganz bewusstes Zeichen setzen, und wünscht sich dadurch eine Anregung zum Nachdenken. „Es ist mir bewusst, dass wir Diskussionen auslösen werden, aber das sehe ich positiv, denn wenn darüber diskutiert wird, dann heißt das, dass sich die Leute damit auseinandersetzen“, sagt Bürgermeister Kurt Staska zum Kunstwerk.

Umsetzung im Frühjahr

Mit der Realisierung des Projektes wird im Frühjahr des nächsten Jahres gerechnet. Für den international tätigen Künstler Kozek ein besonderes Heimspiel: „Über den Josefplatz war mein damaliger Schulweg. Es ist etwas ganz anderes in seiner Heimatstadt etwas zu schaffen als in Innsbruck oder im Ausland. Da wollte ich zu 100 Prozent hinter meinem Projekt stehen.“

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