Stripper: "Magic Mike" im echten Leben

REUTERSA visitor pulls down the underwear of a male stripper as he performs in the Sex and Entertainment 2012 adult exhibition at the Palacio de los Deportes in Mexico City March 3, 2012. REUTERS/Tomas Bravo (MEXICO - Tags: SOCIETY) TEMPLATE OUT
Foto: REUTERS Kreischalarm : Wenn Frauen Profis beim Strippen zuschauen, herrscht meist Bierzelt-Stimmung. Aber ein wirklich guter Hüftschwung ist harte Arbeit – sagt ein Ex-Chippendale

Im Kinofilm "Magic Mike" lassen Männer die Hose runter. Ein Ex-Chippendale spricht über die harte Arbeit eines Strippers

Hüllen, die fallen, füllen die Hallen: In den USA lockt die Stripper-Story "Magic Mike" (ab Donnerstag auch in den österreichischen Kinos zu sehen) derzeit das Publikum in die Kinosäle. Bis jetzt hat der Film alleine dort 112 Millionen Dollar eingespielt. Ein Sommermärchen, das die Geschichte der Stripper-Truppe "Xquisite" erzählt. Und jene von "Magic Mike" – einem jungen Burschen, der tagsüber als Dachdecker arbeitet und sich nachts von kreischenden Damen Dollarscheine in den Tanga schieben lässt.

Naturgemäß fühlt sich vor allem das weibliche Publikum vom cineastischen Ausziehen angezogen. Der Hauptgrund für die Begeisterung: die perfekten Tanzszenen. Ein bisschen Sozialporno, ein bisschen Chippendales – über das Leben als Profi-Nackedei und die Geheimnisse des Ausziehens sprach der KURIER mit Thomas Hoffmann, Besitzer einer Strip-Schule in München. Er "arbeitete" auch bei den Chippendales.

KURIER: Was sagen Sie zu dem Film "Magic Mike"?
Thomas Hoffmann: Der hat viel mit mir zu tun, ich habe das ja lange nebenberuflich gemacht und erlebt – 1990 wurde ich als Stripper entdeckt und war Gaststar bei den Chippendales. 2006 hatte ich mit ihnen den letzten gemeinsamen Auftritt in München.

Wie wird man Stripper?
Ich habe bei Mister-Wahlen mitgemacht, da fiel ich einer Stripperin auf. Sie hat mich weiterempfohlen.

Ist Ausziehen Naturtalent oder harte Arbeit?
Ich bin Autodidakt und habe mir viel selbst beigebracht – insoferne ist das schon viel Arbeit. Mein Hüftschwung ist absolut – da bekommen die Frauen Gänsehaut. Das ist nichts, was man von einem Mann erwartet. Daher hatte ich auf der Bühne immer großen Erfolg.

Ihr Geheimnis?
Ausstrahlung! Alter, Aussehen, Figur sind nebensächlich. Mit Charisma lenkt man vom Rest ab – das lehre ich auch in meinen Stripkursen. Ich war nie ein übertriebener Bodybuilder, sondern einfach nur ein hübscher, normaler Mann. Körperpflege ist wichtig – ich habe immer gerne Cremen und Bodylotions verwendet. Ich rauche und trinke nicht, führe ein anständiges Leben. Das hält jung. Frauen und Männer erwarten nichts Perfektes. Auch eine Dicke kann hocherotisch sein – mit der entsprechenden Ausstrahlung. Ebenso wichtig – die Musik. Mein Lieblingslied, derzeit: "Feeling Good" von Michael Bublé. Von "You Can Leave Your Hat On" rate ich ab – zu abgeklatscht.

Apropos anständig – wie aufregend ist das Leben als Stripper denn?
Angebote gibt’s und gab’s genug. Ich habe stets dankend abgelehnt. Es ist ein normaler Job, man geht nach dem Strip wieder nach Hause. Für mich ist der Applaus eine Droge. Und das Kreischen der Frauen.

Zeigen Sie alles?
Nein, niemals. Ein kleines Geheimnis bleibt.

Besuchen auch Männer Ihre Kurse?
Zehn Prozent meiner Kunden sind männlich. Wenn sich aber einer dafür entscheidet, dann gibt er Vollgas – Männer geben sich mehr Mühe als Frauen. Ein Strip ist für mich der absolute Liebesbeweis.

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(kurier / Dieter Chmelar, Gabriele Kuhn) Erstellt am
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