Der Kontext macht's

Diese Werbungen hätten nicht schlechter platziert sein können.

Wenn Werbungen an der Realität scheitern, kann das ziemlich peinlich werden. Denn nicht alles, was auf dem Bildschirm der Grafiker gut aussieht, funktioniert dann auch im echten Leben so, wie man sich das vorgestellt hat. Der Türgriff im Schritt ist da nur der Anfang. Was für sich genommen ganz normale Werbungen sind, kann durch die falsche Platzierung schnell für unabsichtliche Lacher sorgen. Ganz so genüsslich wie auf dem Plakat, wird die rothaarige Dame in Wirklichkeit wohl nicht an einer Mülltonne lecken. An dieser Stelle ein kleiner Crashkurs für Werbeplaner: Manchmal lohnen sich die paar Euro Mehrinvestition wirklich zwei Versionen eines Plakats zu drucken. Dann könnte das Flugzeug bei der nächsten Rolltreppe auch abheben - das sind doch gleich viel schönere Assoziationen. Im englischen Sprachraum besonders fatal. Aber auch bei uns wird wohl jeder verstehen, dass das eine der blödsten Stellen ist, wo das Kätzchen hervorlugen kann. Auch das kann Werbung: Ursache und Wirkung plakativ zusammenfassen.
Auch wenn das in diesem Fall der denkbar schlechteste Zufall ist - zumindest für die Fast-Food-Kette. Und was für Erwachsene gilt, stimmt natürlich auch beim Nachwuchs: "Fettleibigkeit bei Kindern - nehmen Sie es nicht auf die leichte Schulter." Genau hinschauen: "Wo ist Daddy?" - Nur 20 Meter weiter erfährt man die Antwort: Im "Gentleman's Club" - oder, um es weniger euphemistisch zu sagen: im "Puff". Redaktioneller und Werbeinhalt sind strikt voneinander zu trennen. Klar. Eine gewisse Abstimmung ist jedoch in manchen Fällen durchaus angebracht. Zyniker oder Zufall?: Wer kommt auf die Idee unter die Titelüberschrift: "Mann stürzt in den Tod" eine Anzeige mit dem großen, gut leserlichen Schriftzug "aaaahhhhhhh" zu platzieren?
  Man achte auf die Doppelachse im hinteren Busteil. Die Politikerin Danielle Smith fuhr so durch ihre kanadische Heimat, um für ihren Wahlkampf zu werben. Keine Sorge, der Schnurrbart würde wohl auch ohne das darunter positionierte Cover irritieren. Extrem zweideutig oder einfach nur nett beworben. Letztlich wird es wohl auf die simple Frage, was genau mit "it" gemeint ist, hinauslaufen. Die wahrscheinlich denkbar schlechteste Kombination zweier Werbebanner. Und auch diese Plakate-Combo weckt die denkbar schlechtesten Assoziationen. Kurzfassung der Plakate-Combo gefällig?: "Wovon Babies träumen, wenn sie noch kleine Embyos sind." Nuckelt sie wirklich nur an der Cola-Flasche? Ja, manchmal ist es eben wirklich nur der eine Moment, in dem Werbungen nicht ganz so zielsicher platziert sind. Und was ist mit "Starbucks"?
Die Antwort entnehemen Sie bitte dem Bild. So wie hier: "Die verrückte Geschichte der Elenden". Eigentlich ein Beispiel für eine gut gemachte Werbung: Sieht offensichtlich verlockend aus. Normalerweise wird Durst ja anders gestillt. Auch, wenn' ein Riesen-Durst ist. "Ich hab's ja schon immer gesagt", werden sich die engagiertesten unter den Umweltschützern jetzt denken. Für alle anderen dürfte es bei einem einfachen Zufall bleiben. Was haben Katzen und Jesus gemein? Mehr, als Sie glauben. Auch diese Werbung ist schlecht platziert. Dass  Busse auch mal durch ein Dreckloch fahren können, hätten die Verantwortlichen schon wissen müssen. Besser wird's nicht mehr. Deswegen beschließen wir mit diesem fatalen Highlight unsere Sammlung unglücklich platzierter Werbungen.
(KURIER / kob) Erstellt am
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