Wohnen
31.08.2017

Spannende Häuser erkunden

Architekturfans notieren den 9. und 10. September 2017. Da findet unter dem Motto „Perspektivenwechsel“ wieder „Open House Wien“ statt: Jene Veranstaltung, die einmal im Jahr Einblicke in Wiens spannendste Gebäude gibt, darunter heuer erstmals die neue ÖAMTC-Zentrale oder das ehemalige Philips Haus.

Dass ein Autofahrerclub seine Zentrale direkt an Österreichs meist befahrener Straße, der Wiener Südosttangente errichtet, ist an sich schon originell. Erst recht ist es das Gebäude. Das neue ÖAMTC-Flaggschiff im dritten Bezirk, unmittelbar an der Stadtautobahn, verblüfft mit einer eindrucksvollen gläsernen, halbrunden Fassade. Ein Touch Alien-Style blitzt da auf. Tatsächlich ruft die Optik viele Assoziationen wach. Etwa an ein Lenkrad, eine fliegende Untertasse, ein Raumschiff. Das ist es in gewisser Weise auch – aber mehr im Sinn von Raum-Wunder mit futuristisch-schwebender Anmutung.

Auf beachtlichen 27.000 Quadratmetern werden erstmals sämtliche Dienst- und Nothilfeleistungen für Mitglieder gebündelt. 800 Mitarbeiter machen hier ihren Job. Und das, so hört man, sehr gerne. Das liegt vermutlich auch daran, dass die Belegschaft intensiv in die Planungen vonPichler und Traupmann Architekten ZT GmbHeingebunden war, somit jegliche Bedürfnisse und Wünsche kundtun konnte. „Das Architekturbüro hat den Generalplanerwettbewerb gewonnen und ist für uns ein absoluter Glücksgriff. Ihr Entwurf war der mutigste und günstigste“, sagt Unternehmenssprecherin Ursula Messner. Seit Eröffnung des Hauses ist sie unter anderem damit beschäftigt, Anfragen internationaler Architekturjournale und Planungsbüros zu beantworten oder Führungen durch das Haus zu organisieren. „Das Interesse ist immens“, sagt Messner und bereitet bereits den nächsten Event vor: Am Wochenende vom 9. und 10. September wird das Haus seine Pforten für die Besucher von „Open House Wien“ öffnen.

Unzugängliche Bauwerke zu bestaunen


Die Architekturveranstaltung findet heuer zum vierten Mal statt und bietet jedermann die Möglichkeit Gebäude, die sonst nicht zugänglich sind, kennenzulernen. Über 60 Bauwerke können kostenlos besichtigt werden: Wohnungen und Privathäuser, Bildungseinrichtungen, Industriebauten und Ähnliches. Das kann durchaus überraschend sein: Im Fall des ÖAMTC-Hauses sorgt das imposante, ganz in Weiß gehaltene Atrium samt hypermodernem Display-Tower, der laufend wichtige Informationen abbildet, für einen ziemlichen Wow-Effekt. Seitlich schraubt sich das Stiegenhaus spiralförmig in die Höhe, die Büros docken kreisförmig daran an. Mit dieser sanften und höchst originellen Ästhetik – samt Flugplatz auf dem Dach für den Notarzthubschrauber Christophorus 9 – erinnert das Atrium an das berühmte New Yorker Guggenheim-Museum. Davon kann sich bei „Open House Wien“ jeder selbst überzeugen. Die Autofahrerzentrale ist nur einer von vielen Neuzugängen der Veranstaltung. „Auch neue Burg, Böhmische Hofkanzlei, Nordbahn Halle, Poliklinik, das Philips Haus von Karl Schwanzer, das derzeit zum Wohnhaus umgebaut wird, und viele mehr, öffnen erstmals ihre Tore“, sagt Organisatorin Iris Kaltenegger.

Sie hat das Format „Open House“ in London kennengelernt – und mit Erfolg in Wien etabliert. Jedes Jahr nutzen 30.000 Menschen die Chance hinter die Fassaden der Stadt zu blicken. Es ist spannend zu sehen, in welchem Umfeld Menschen wohnen, arbeiten und entspannen. Kaltenegger: „Was dabei oft übersehen wird: Architektur beeinflusst stark unseren Arbeits-, Berufs- und privaten Alltag. Daher ist es nicht egal, wie öffentliche Gebäude, Wohnungen, Freiräume geplant und gebaut werden.“ www.openhouse-wien.at