Wohnen 27.02.2015

So könnte der Bahnhof der Zukunft aussehen

Zwei TU-Studenten haben das klassische Gleis-System infrage gestellt und mit ihrem Konzept die Concrete Student Trophy gewonnen.

Der Fahrtwind und der Lärm die entstehen, wenn ein Schnellzug durch einen Bahnhof braust, sind für die Wartenden ganz schön unangenehm. Dass es auch anders geht, zeigen die Siegerprojekte des Wettbewerbs "Concrete Stundent Trophy", der heuer bereits zum neunten Mal von der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie ausgelobt wurde. Angehende Architekten und Bauingenieure waren aufgefordert, in interdisziplinären Teams einen Bahnhof für die niederösterreichische Gemeinde Münchendorf zu entwerfen. Insgesamt 13.000 Euro Preisgeld wurden vergeben. Christian Szalay, Architektur-Student an der Technischen Universität Wien, und der angehende Bauingenieur Bernhard Ramsauer konnten mit ihrer Idee "inside out" die Jury überzeugen.

Die Schnellzüge einpacken

Sie setzten die Gleise für die durchfahrenden Schnellzüge in der Mitte und platzierten auf beiden Seiten eine Lärmschutzwand, die sich rechts und links zu einem Vordach erweitert. "Aus diesen Zügen steigt niemand aus, man braucht also keinen Bahnsteig", erklärt Christian Szalay.

Die Schienen für die Pendlerzüge wurden nach außen verlegt. Diese Plattformen sind offen, barrierefrei zugänglich und stellen so eine Verbindung zum Ort her. "Wir wussten, dass es ein fiktiver Entwurf ist, der nicht sofort umgesetzt wird. Das gab uns die Freiheit, das Gleis-System und die klassische Schallschutzwand infrage zu stellen", sagt Szalay.

Gleise auf der Brücke

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© Bild: Bernd Hausegger, Theresa Reisenhofer, Stefan Leitner
Mit dem Projekt "Zukunftsbahnhof Münchendorf" holten Bernd Hausegger, Theresa Reisenhofer und Stefan Leitner die Silbermedaille. Das Gelände für die Ankunfts- und Abfahrtshalle wurde abgesenkt, die Gleise wurden über Brücken geführt. So entstand ein lebendiger öffentlicher Raum als Treffpunkt und Aufenthaltszone.

Wellen als Lärmschutz

Die Drittplatzierten – Eva Himmelbauer, Isabella Penthor und Jakub Bielski – entwickelten mit "concrete waves" eine Lärmschutzwand und eine Überdachung in Form einer Welle.

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© Bild: Eva Himmelbauer, Jakub Bielski, Isabella Penthor
Öffnungen lassen natürliches Licht auf die Bahnsteige fluten, in den Stützen wurden Aussparungen für Sitzgelegenheiten vorgesehen.

Im Lauf der Jahre wurden einige Entwürfe aus dem Wettbewerb umgesetzt. Realisiert wurden eine Fußgängerbrücke über den Wienfluss und eine Schwimminsel an der Neuen Donau. Die nächste Ausschreibung startet Ende Februar 2015. In diesem Jahr sind Ideen zur Neugestaltung der Fußgänger- und Radwegbrücke "Birnersteg" in Wien gefragt. www.zement.at

( Kurier ) Erstellt am 27.02.2015