Schönes Leben
Ein Türknauf, der von den vielen Händen, die ihn berührten, ganz glatt geworden ist. Ein Lederkoffer, der durch viele Reisen um den Globus Schrammen und Kratzer bekommen hat. Ein ausgebleichter Vorhangstoff. Dunkel angelaufene Kerzenleuchter aus Silber. Oder ein mit Moos bewachsener Blumentopf.
Jetzt haben sie einen Bildband veröffentlicht, in dem sie ihre Erfahrungen mit dem Ausstatten und Renovieren von Häusern und Apartments einbringen, vor allem aber auch ihren ganz persönlichen Geschmack.
Das Buch Patina Style (Verlag Busse Seewald) ist eine Liebeserklärung an das stilvolle Einrichten mit Geschichte. Anders ausgedrückt: Die Giannettis zeigen, wie man Antiquitäten, egal, ob teuer oder einfach nur originell, am besten kombiniert. Dass sie dabei ihre ganz eigenen Vorstellungen haben, versteht sich von selbst. Doch nicht umsonst wird ihr Büro in Los Angeles gerne von Hollywoodstars (hier bleibt man diskret und nennt keine Namen) engagiert.
Dem Schlafzimmer kommt auch in ihrem Buch eine besondere Bedeutung zu: „Es sollte ein Ruheplatz für die Seele sein“, sagt Steve Giannetti. „Um dieses Idyll zu verwirklichen, setzen wir auf Töne einer Farbgruppe in einem spannenden Mix aus Komfort und Textur.“
Die beiden gehen davon aus, dass man in diesem Raum alles in den Händen hält, daher sollten ihrer Ansicht nach ausschließlich weiche und sinnliche Stoffe verwendet werden.
Das Sammeln von Gegenständen macht vielen Menschen Spaß. Auch hier geben die Autoren einige Tipps: „Es ist immer wieder aufregend, mit Fundstücken nach Hause zu kommen und sie auszustellen.“ Die schönsten Sammlungen sind allerdings die, die im Laufe der Jahre zusammenkommen. „Es wirkt immer etwas angestrengt, wenn man Dutzende Objekte gleichzeitig ersteht.“
Die Grenze vom stilvollen Ambiente zum Kitsch ist schmal. Im Zweifelsfall ist weniger mehr. Das bewährt sich später auch beim Abstauben. Denn, so schön ein Zimmer auch dekoriert ist: Leben können sollte man auch darin.
Kommentare