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Packen wir's doch an
03/12/2016

Packen wir's doch an

Es gibt viele Methoden und Techniken, die den richtigen Schnittoder die Pflanzung betreffen. Landschaftsgärtner Christian Dolezal erklärt, wie selbst Gartenanfänger es schaffen können, die grünen Begleiter für den Frühling fit zu machen.

von Ankica Nikolić

Pflanzung:

Eine erfolgreiche Blüte steht und fällt mit dem ersten Bodenkontakt.

Ohne einem guten Fundament hat man ähnlich wie beim Hausbau keine Chance. „Egal was man setzen möchte, eine gute Basis ist unumgänglich. Staudenbeete in einem schattigen bis halbschattigen Standort zum Beispiel benötigen einen höheren Sandanteil, diesen kann man mithilfe eines Substrat hinzufügen“, beschreibt Dolezal. „Diese Lagen neigen zur Feuchte, da das Wasser von alleine nicht gut genug abrinnen kann. Mit einem Substrat kann man einer stauenden Nässe entgegenwirken. Ein Gemisch aus Humus, Kompost und Sand bildet eine perfekte Grundlage dafür.“ Mindestens 20 bis 25 Zentimeter tief sollte man die Erde ausheben, so die Faustregel, denn nur so kann man gewährleisten, dass die Pflanzen gut weiter wachsen können.

Gräser benötigen ebenfalls ein Substrat mit einem eher hohen Sandanteil.

Ähnlich wie die Stauden, vertragen Gräser nicht viel Feuchtigkeit. Wenn man ein reines Beet aus Gräsern pflanzen möchte, dann sollte der Boden besonders durchlässig sein. Bei Sträuchern hingegen gelten andere Angaben: Hat der Ballen einen Durchmesser von 20 Zentimetern, dann muss man das eineinhalb- bis zweifache ausgraben. Bei den Gehölzen muss man sich ebenfalls nach der Ballengröße orientieren und ungefähr ein eineinhalb bis zweifach großes Loch vorbereiten. Wichtig ist auch, dass die unmittelbare Umgebung etwas aufgelockert wird. Dadurch können sich Wurzeln besser verankern.

Nach dem Ausgraben, muss mit einem Sustrat eine Schicht gelegt.

„Den Teil vom Aushub, der besonders lehmig und kalkig ist, sollte man entfernen und nicht mehr verwenden, da er den Wachstum beeinträchtigen könnte.“ Größere Steine sollten ebenfalls aussortiert werden. Im nächsten Schritt wird die Pflanze hineingesetzt, mit dem restlichen Substrat sowie der gesiebten Erde aufgeschüttet. „Zudem empfehle ich immer einen Gießrand von ein paar Zentimetern rund um die Pflanze freizulassen, dadurch bleibt das Wasser etwas stehen, kann aber aufgrund des Randes langsamer in den Bereich des Ballens einsickern.“

Pflanzen mit Markwurzeln müssen, bevor man sie einsetzt zurückgeschnitten werden.

Ein Beispiel ist die Forsythie, fälschlich auch oft als Goldregen bezeichnet. Damit man die Triebe des beliebten Frühlingsblühers anregt, sollte man Wurzeln und Triebe zurückschneiden. Wichtig ist auch, diese beim Pflanzen kräftig einzugießen. „Wer sich beim Schneiden unsicher ist, für den gilt: weniger ist mehr. Denn nimmt man zu viel weg, kann die Pflanze austrocknen.“ Sind etwa die feinen Haarwurzeln trocken, dann weist das drauf hin, dass die Pflanze nicht mehr mit ausreichend Nährstoffen und Feuchtigkeit versorgt wird.

Jungbäume müssen zusätzlich angepfählt werden.

Bei Bäumen orientiert man sich beim Ausheben der Erde ebenfalls an derselben Faustregel (eineinhalb bis zweifach so tief wie der Ballen) . Je nach Standort und Region müssen Jungbäumen zusätzlich angepfählt werden. „Es gibt unterschiedliche Verankerungsmethoden, die klassischste ist die Dreipfahl-Variante. Dabei werden drei Pfähle rund um den Stamm positioniert. Es gibt aber mittlerweile auch elegantere Systeme. Eine davon ist eine unterirdische Variante: „Dabei wird der Ballen mithilfe von Drähten fixiert. Der Vorteil dabei ist man sieht es nicht“, erklärt Dolezal. Ob man wirklich alles richtig gemacht hat, ist laut dem Profi ziemlich schnell ablesbar: „Wenn alle Sorten wachsen und gedeihen, dann hat man eigentlich auch keinen Grund zur Sorge.“

„Wenn man zu wenig schneidet, kann nicht viel passieren. Viele gehen im Frühjahr besonders ambitioniert an das Schneiden ran, doch dann läuft man oft Gefahr, der Pflanze einen Besenwuchs zu verpassen“, sagt Dolezal.

Ob Strauch, Pflanze oder Hecke – ein Schnitt sollte immer ausgewogen und nicht zu radikal sein. Die Schere sollte nicht zu länglich, sondern eher schräg am Trieb entlang angesetzt sein. Bei Regen kann so das Wasser besser abrinnen. „Zudem können sich auch keine Bakterien oder Pilze darauf festsetzen“, beschreibt der Landschaftsgärtner. Wenn ein Gewächs im Garten doch erkrankt, empfiehlt es sich, nach jedem Schnitt die Schere zu desinfizieren. Somit kann man den Erreger nicht weitertragen und andere damit anstecken.

Bei Kletterpflanzen sollte man sich beim Schneiden eher zurückhalten.

Die Clematis gilt als sehr sensibel. Beim Blauregen hingegen, eine sehr starkwüchsige Sorte, kann durchaus zwei Mal pro Jahr die Schere angelegt werden. Wenn zu viel weggeschnitten ist, passiert es häufig, dass man auf derselben Höhe bleibt, dadurch verkahlt die Pflanze. In so einem Fall spricht man vom sogenannten Besenwuchs. Vor allem Sorten mit stark verholzten Ästen sind davon betroffen. Im Frühling gilt es von den Gewächsen die stärksten Teile zu entfernen, dadurch wird das Wachstum gefördert. Sträucher sollte man maximal um ein Viertel kürzen.

Auch Rosen kann man ein wenig zurückschneiden.

„Man kann jeden Stock auf drei Augen minimieren und sie von verholzten Trieben befreien“, erklärt Dolezal. In diesem Fall gilt es auch auf die jeweilige Sorte Rücksicht zu nehmen. Um Bäume zurechtzuschneiden, empfiehlt Dolezal den Weg zum Professionisten: „In Eigenregie wird hier meist zu viel weggeschnitten. Dadurch erkranken die Bäume und sie können sich nur sehr schwer von solchen Fehlschnitten erholen. Mit einem professionellen Schnitt kann man das verhindern.“

Die größten Fehler passieren beim Schneiden von Ziersträuchern.

Der Buchs ist ein gutes Beispiel dafür, da er eine sehr schnittwillige Pflanze ist. Vorzugsweise wird er im April zurechtgeschnitten, damit er antreiben kann. „Viele schneiden einfach drauf los und nach jedem Schnitt wird plötzlich der kugelförmige Buchsbaum zum Ei.“ Schnittmaßnahmen sind aber nicht nur für die Bäume und Pflanzen empfehlenswert. Auch beim Rasen kann erst durch regelmäßiges Kürzen eine dichte und kompakte Grasnarbe entstehen.

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