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© MONIKA ARMANI

Interview
07/23/2013

Monica Armani über den puren Verzicht

Die italienische Designerin Monica Armani verfolgt in ihrer Arbeit die Kunst des richtigen Weglassens. IMMO erklärt sie, warum manchmal weniger einfach mehr ist.

von Ankica Nikolić

Ihre Unternehmensphilosophie lautet: Aufräumen. Warum ist das der wichtigste Teil Ihrer Arbeit?

Die Reinigung ist ein wesentlicher Bestandteil meines Alltags. Ich versuche jede Innenraumgestaltung und ihre Umgebung oder einzelne Möbelstücke von unnötigen Details zu befreien. Nur so kann man eine elegante, moderne und zeitlose Gestaltung erreichen. So interpretiere ich meinen Beruf als Designerin. Ich entwerfe Objekte und Räume nicht um meine Handschrift darauf zu hinterlassen. Ich versuche Funktion, Material und Technologien auf direktem Weg zu kombinieren.

Verzicht und Verbindung sind also die Zutaten für gutes Design?

Ja, und das konsequente Hinterfragen. Ich habe noch nie etwas gestaltet, womit ich auf Anhieb zufrieden war. Man muss meiner Meinung jeden Schritt immer wieder aufs Neue überdenken, damit man eine optimale Lösung findet.

Man muss ständig in Bewegung bleiben, um Emotionalität zu erzeugen.

Vor Kurzem haben Sie für das italienische Möbelunternehmen B&B Italia den Tisch „The Table“ entworfen. Was ist sein emotionaler Wert?

Das Gleichgewicht. Emotion wird erzeugt wenn man jedes einzelne Element – egal ob Schraube, Material, Farbe oder Form – im Auge behält und die richtige Balance findet. Erst wenn sich alles zu einem Ganzen zusammenfügt wird ein Entwurf stimmig.

Sie arbeiten seit über zwanzig Jahren mit Ihrem Ehemann Luca Dallabetta zusammen. Arbeiten Männer tatsächlich anders als Frauen?

Wer das Gegenteil behauptet, hat noch nie mit einem Mann eng zusammengearbeitet. Der Ausgangspunkt für unsere Arbeit ist für beide immer derselbe. Das Ergebnis vorwiegend auch, doch der Weg dort hin könnte nicht unterschiedlicher sein. Wir wundern uns selbst darüber, dass wir ganz unabhängig voneinander, oft zur gleichen Schlussfolgerung kommen.

Worin unterscheiden sich die beiden Entstehungsprozesse?

Als Ingenieur kümmert er sich um die technische Umsetzung und ich widme mich Materialien und Formen. Er konzentriert sich etwa lange Zeit auf nur ein einzelnes technisches Detail und blendet den Rest aus. Ich versuche immer den Überblick zu bewahren und in jedem Schritt alle Komponenten zu berücksichtigen.

Sie müssen ständig Material, Farben und Oberflächen aufeinander abstimmen. Wie wissen Sie, was die richtige Wahl ist?

Das entscheidet meistens mein Bauchgefühl. Die Gestaltung eines neuen Produktes ist aufregend und ich bekomme sehr schnell ein Gefühl dafür, welche Holzart oder Farbe am ehesten zur Funktion passt.

Was für eine Kundin ist Monica Armani wenn sie privat Möbel einkaufen geht?

Eine sehr wählerische. Ich brauche viel Zeit, um mich zu entscheiden. Ausnahme sind Designklassiker: Meine neue Wohnung war noch eine Baustelle, als ich schon wusste an welchen Platz ich den Egg Chair und den Swan Chair von Arne Jacobsen stelle.

Zur Person

Monica Armani wurde 1964 in Trient geboren. Ihre ersten beruflichen Erfahrungen sammelte sie im Architekturbüro ihres Vaters. Neben Möbeln widmet sie sich auch der Innenraumgestaltung. Sie realisierte bereits zahlreiche Projekte für internationale Hersteller wie Moroso, B&B Italia, Luceplan oder Boffi.

„B&B Italia Maxalto“ in Wien

m März wurde der erste Monobrand-Store am Wiener Parkring 20 eröffnet. Auf drei Ebenen und 300 findet man nun hier die Entwürfe von berühmten Designern wie Patricia Urquiola oder Naoto Fukasawa. Maxalto ist eine Untermarke des Unternehmens, für welche exklusiv Designer Antonio Citterio Entwürfe gestaltet. Die Wiener Dependance ist der siebente Standort der 1913 gegründeten Möbeldynastie Spätauf – Möbel, Design, Handwerk, die unter anderem auch Einrichtung von Ligne Roset, Poliform/Varenna, Minotti, Fendi und Kenzo in Wien und der Steiermark erfolgreich positioniert hat.

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