© Leonardo Finotti/Azw

Ausstellung
11/06/2014

Isay Weinfeld

Er zählt zu den gefragtesten Architekten der Gegenwart. Die Entwürfe des Brasilianers sind elegant, reduziert und zugleich wandelbar sowie individuell. Das Architekturzentrum Wien widmet ihm nun eine Schau.

von Ankica Nikolić

Aufsehen erregte der brasilianische Baukünstler unlängst mit seinem Entwurf für das Areal rund um das Hotel Intercont und den Wiener Eislaufverein. Sein Konzept, ein 73 Meter hohes Wohnhaus, gewann den Architekturwettbewerb und erhitzte unter anderem aufgrund der Höhe des Gebäudes heimische Gemüter. Das Architekturzentrum Wien widmet dem Preisträger nun eine Ausstellung. Unter dem Titel "A bis Z. Die Welt von Isay Weinfeld" werden ab 18. Dezember ausgewählte Arbeiten gezeigt.

Sein Büro gründete Weinfeld (geboren 1952 in São Paulo) vor dem Abschluss seines Architekturstudiums an der Universidade Presbiteriana Mackenzie im Jahr 1975. Als Vertreter der brasilianischen Moderne steht er seitdem für eine zwangsbefreite Architektur. Egal ob Gebäude, Bars, Einfamilienhäuser oder Büros – alles scheint zufällig die richtige Proportion, Position und das geeignete Material gefunden zu haben. Mit Zufall haben seine Konzepte natürlich sehr wenig zu tun. Oberste Priorität hat die Verschmelzung zwischen innen und außen sowie sein Wunsch nach gesamtheitlichen Entwürfen. Weinfeld ist bekannt dafür, Inneneinrichtungen, selbst mitzuplanen. Eine seiner weiteren Spezialitäten ist es etwa, scheinbar untypische Eigenschaften miteinander zu kombinieren – tropisch mit modern, spielerisch mit reduziert, minimalistisch mit raffiniert, elitär mit demokratisch – nichts ist unmöglich und alles scheint zu funktionieren.

Ausgewählte Entwürfe im Überblick:

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"Ich versuche immer alles mitzudenken: Wenn ich ein Haus entwerfe, entwerfe ich den Innenraum, die Türglocke, alles. Ich sehe Architektur als etwas Ganzes, als ob ich Regie führte. Die Idee ist Ausdruck meines Wunsches, das Leben von Anfang bis zum Ende zu entwerfen", erklärt Weinfeld. Ein gelungenes Beispiel lieferte der Brasilianer etwa mit dem Wohnhaus Edificio 360° in São Paulo. Er konzipierte eine Alternative zu klassischen Wohnbauten und interpretierte den Grundgedanken neu. Die einzelnen Wohneinheiten wurden übereinander gestapelt und präsentieren sich nun als vertikale Mehrfamilienhäuser – kompakt und geschlossen, mit je einem hängenden Innenhof. Beim Einfamilienhaus Piracicaba ordnete er drei Etagen in senkrechten Achsen an damit der Garten trotz der Hanglange von jeder Etage zugänglich ist. Das L-förmige Erdgeschoß ist straßenseitig über eine geschwungene Rampe erreichbar. Hier wurden unter anderem der Wohn- und Essbereich untergebracht, die mithilfe von riesigen Schiebeelementen verglast wurden.

Für ein anonymes Sammlerpaar entwickelte Weinfeld die Casa Cubo, in São Paulos Nobelviertel Jardins. Der dreistöckige Neubau fungiert als Galerie und Gästehaus. Skulpturen, Malereien und ausgewählte Designobjekte wurden in die Einrichtung integriert.

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