Wohnen
22.11.2018

Interview: „Einpflanzen ist ideal im Herbst“

Gärtnerei-Inhaber Wolfgang Praskac über wichtige Gartenarbeiten vor dem Winter.

KURIER: Herr Praskac, bis wann hat man noch Zeit, um den Garten winterfest zu machen?

Wolfgang Praskac: Aus gärtnerischer Sicht läuft die Herbstsaison von Oktober bis Weihnachten. Für das Ein- und Umpflanzen ist im November und Dezember genau die richtige Zeit. Dann, wenn die Blätter von den Pflanzen gefallen sind und sie in Winterruhe sind. Das Umsetzen im Herbst hat den Vorteil, dass weniger Wasser in den Pflanzen ist und sie dadurch stabiler sind.

Das verringert die Gefahr, sie zu beschädigen. Außerdem beginnen schon viele Pflanzen am Ende der Wintersaison zu wurzeln, also im Jänner und Februar. Ideal ist es, wenn die Pflanzen diese jungen Wurzeln schon am neuen Standort schlagen können.

Gilt das auch für Balkonpflanzen in Töpfen?

Ja, grundsätzlich schon.

Wie lange kann man Balkonpflanzen in Töpfen und Kübeln draußen lassen?

Die meisten Pflanzen tun sich leichter, wenn sie kalt stehen anstatt in einem dunklen und warmen Keller gelagert zu sein. Dunkelheit bei gleichzeitiger Wärme ist so ziemlich das Schlimmste, was man Pflanzen antun kann. In so einem Zustand fühlen sie sich unwohl, werden oft krank und bekommen Läuse.

Daher Topfpflanzen lieber länger am Balkon oder auf der Terrasse lassen. Nur weil das Thermometer mal ein Grad Minus zeigt, muss man nicht alles hinein räumen. Gerade typisch italienische Pflanzen wie Oleander vertragen mehr Kälte, als man denkt.

Nur in wirklich kalten Nächten, sollte man die Pflanzen schützen. Mann stellt sie in die Wärme oder schützt sie mit einem dünnen Vlies. Aber bloß nicht mit Plastik umhüllen. Auch das mögen sie nicht.

Viele Gärtner decken die Blumenbeete im Herbst mit Reisig zu. Wie viel Wärmeschutz benötigt der Garten?

Es gibt ein paar wenige Pflanzen, die sehr heikel sind wie etwa Pelargonien. Aber grundsätzlich braucht es keine Abdeckungen im Garten – auch nicht bei Beeten. Dass viele das so machen, ist eher der Optik geschuldet. Beete mit brauner Erde schauen eben nicht so hübsch aus wie welche mit grünen Tannenzweigen darauf.

Wie viel müssen Pflanzen im Garten und am Balkon im Herbst gegossen werden?

Die Pflanzen sollten feucht gehalten werden. Da sie im Winter weniger Blätter haben, brauchen sie auch weniger Wasser. Wenn sie kräftig gegossen werden, sollten sie drei bis vier Wochen ohne Wasser über die Runden kommen.

Was kann man für Tiere – Stichwort Insektensterben – im Herbst tun?

Man sollte nicht das Laub komplett wegräumen, sondern an ein paar Stellen im Garten Blätter liegen lassen. Die Laubschichten sind ein wichtiger Lebensraum für Insekten, auch für größere Tiere wie Igel.