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Wohnen
01/01/2017

In Zeiten der Kreise

Was ist der simplen Eleganz eines Bistrotisches noch hinzuzufügen? Der Italiener Achille Castiglioni hat anhand des Modells "Cumano" für Zanotta eine stimmige Antwort gefunden.

Das Schwärmen für die Idylle des Landlebens hat Hochkonjunktur. Trachten, Zirbe, Schlager. Ein Spaß, der seine Grenzen kennt. Wer dagegen "Mezzadro" der Brüder Achille und Pier Giacomo Castiglioni betrachtet, kann dem ruralen Ansatz nicht böse sein: Der an einem schwingenden Bogen aus Bandstahl befestigte Traktorsitz ist einer der bekanntesten Entwürfe. Und ein Beispiel für die Kunst, Objekte des Alltags zu verbessern, neu zu kombinieren und so für Überraschungen zu sorgen. Mit dem gewissen Potenzial zum Klassiker eben. Etwas zurückhaltender mutet da der Tisch "Cumano" an, den er solo, aber ebenfalls für den italienischen Hersteller Zanotta gestaltet hat.

Als Vorbild für das simple wie vornehme Modell fungierte der klassische Bistrotisch. Castiglioni formte das dreibeinige Gestell aus Stahl, setzte eine runde Tischplatte darauf und stanzte ein Loch hinein. Somit lässt sich das Möbel zusammenklappen und durch die entsprechende Vorrichtung platzsparend an die Wand hängen. Einerseits ziemlich praktisch, andererseits kunstvoll, weil es sich wie ein Gemälde betrachten lässt. Im Jahr 1978 entworfen, hat sich bis heute nichts an diesem stimmigen Anblick geändert. www.zanotta.it