„Jena“ ist praktisch: Unterhalb des Feuerraums lassen sich Holzvorräte verstauen, das Wärmefach hält Speisen warm oder lässt sich mit der Backfachtür in einen funktionsfähigen Backofen verwandeln (Von Hase).

© Hersteller

Wohnen
11/17/2013

Kuschel-Faktor

Alternative Heizform oder ästhetischer Blickfang? Eine Feuerstelle im Inneren ist ein angesagtes Gestaltungselement.

von Ankica Nikolić

Loderndes Feuer, romantisches Flackern, tanzende Schatten an den Wänden und der Wunsch nach mehr Geborgenheit. Feuer ist eine archaische Leidenschaft. In Form von Kaminen oder Kachelöfen hält es nun immer häufiger Einzug, in heimische Wohnräume. Die Nachfrage nach geeigneten Feuerstellen für den privaten Haushalt ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Zum einem liegt es daran, dass eine Feuerstelle gleichzeitig für mehr Gemütlichkeit sorgt. Auf der anderen Seite setzen viele mittlerweile diese Form der Befeuerung als alternative Energieform ein, um Geld zu sparen und möglichst energieautark zu sein. Früher wurden Kaminöfen hauptsächlich in alten Bauernstuben oder in Küchen untergebracht. Heute hingegen stehen sie bei vielen Bauherrn und Wohnungsbesitzern als zentrales Gestaltungselement ganz oben auf der Wunschliste. Ein Grund dafür ist sicherlich auch, dass viele Hersteller mittlerweile verstärkt auf die ästhetische und gestalterische Komponente Rücksicht nehmen. Modelle mit modernen, geradlinigen Formen liegen klar im Trend. Kamine werden in Kombination mit angesagten Verkleidungsmaterialien wie etwa Naturstein zum Blickfang in jedem Raum. Dadurch lassen sich Kamine – egal für welche Variante man sich letztendlich entscheidet – viel leichter in die zeitgenössische Architektur integrieren. „Die Nachfrage bei der Kaufentscheidung bezieht sich immer häufiger auf die Energieunabhängigkeit, die sich viele wünschen. Und es ist auch eine Art Wellness-Station, die man sich in das eigene Zuhause holt“, erklärt Harald Nohava vom Feuerhaus.

Bei der Wahl der Feuerstelle muss man im Vorfeld genau festlegen, welche Funktion diese erfüllen soll. Ein Ofen ist ein geschlossener Heizkörper, ein Kamin ein offener und der Kaminofen die Kombination beider. Letzterer ist ein geschlossener, frei stehender Ofen der mit einem Rauchrohr direkt an den Rauchfang angeschlossen wird. Dieser muss etwa einen Durchmesser von 12 bis 15 cm haben, um die Feuerstelle auch aufnehmen zu können. Diese Variante eignet sich etwa sehr gut als Ergänzung zur Primärheizung in den kalten Wintermonaten. Sie kann aber auch als alleinige Wärmequelle im Frühjahr oder Herbst genutzt werden. Ein weiterer Vorteil ist natürlich die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Die Wärme wird vorwiegend durch Strahlung bzw. Konvektion abgegeben. Bei der Strahlungswärme wird die Wärme über die Materialien des Kamins, wie etwa Speckstein, an die Umgebungsluft abgegeben. Bei der Konvektionswärme wird die angesogene kühle Luft am Brennraum vorbeigeführt und als erwärmte Luft wieder in den Raum zurückgegeben. Wichtig ist, dass man die Leistung des Ofens an die Raumgröße und die baulichen Gegebenheiten anpasst.
Zur Befeuerungeignen sich vor allem Harthölzer etwa Buche, Eiche oder Birke da sie einen sehr hohen Brennwert und einen niedrigen Harzgehalt aufweisen. Wichtig ist, dass die Sorten trocken sind. Eine Alternative dazu sind hochwertige Briketts. „Beim Heizen ist es wichtig, dass der Ofen die ideale Betriebstemperatur erreicht. Zur Kontrolle empfehlen wir immer die Verwendung eines Rauchrohrthermometers. Dieser wird mit einem Magneten an der Außenseite des Ofenrohres angebracht, und funktioniert mithilfe einer Bimetall-Feder. Das ermöglicht eine einwandfreie Messbarkeit der Heizleistung. Liegt die Abgastemperatur oberhalb des Ofens zwischen 150 und 250 Grad, ist die richtige Betriebstemperatur erreicht“, erklärt Nohava.
Ein offener Kaminist eine gemauerte Feuerstelle für die man keinen Kamineinsatz oder eine Kassette benötigt. Im Vergleich zum Kaminofen muss hier der Abzug einen verhältnismäßig großen Durchmesser aufweisen. Der Heizwert ist bei dieser Variante allerdings eher gering, dafür genießt man einen freien Blick auf das offene Feuer. „Ein offener Kamin im Wohnraum wird vom Rauchfangkehrer heute meist nicht mehr genehmigt. Bei Kaminöfen ist heute nur noch mehr die sogenannte Bauart 1, mit einem selbst schließenden Glasfenster (Tür) zulässig und ist bei modernen Kaminöfen Standard“, sagt Harald Nohava.
Der klassische Kachelofenweist hingegen eine enorm hohe Wärmespeicherfähigkeit auf. Der Holzbrand wird dabei nicht nur in den Feuerraumwänden, sondern auch in den Rauchgaszügen gespeichert und über den Kachel- oder Ofenmantel gespeichert und abgegeben. Neben typischen Tonkacheln kann man die Modelle auch mit großformatigen und wärmeleitenden Schamotteplatten modern gestalten. Bei dieser Variante unterscheidet man zwischen drei Bauarten: leichte, mittelschwere und schwere. Wobei sich diese Kategorisierung auf die Masse des im Innenraum verwendeten Schamottematerials bezieht. Kachelöfen haben meist kein Sichtfenster, durch die große Speicherfähigkeit kann die Wärmezufuhr noch nach dem Abbrennen des letzten Holzstücks lange andauern.

Das Knistern, der Holzgeruch und den Wohlfühlfaktor kann kein klassischer Heizkörper ersetzen. Für welche Variante Sie sich letztlich entscheiden, bleibt wie so oft eine Geschmacksfrage.

Harald Nohava vom Feuerhaus erklärt im Interview, worauf es bei der Kaminauswahl ankommt:

Welche Varianten liegen derzeit besonders im Trend?

Vorwiegend setzen viele auf den Kaminofen, aus diesem Grund haben wir uns auch auf ebendiese spezialisiert. Vor allem im modernen Wohnbau etwa ist ein klassischer Kachelofen meist zu überdimensioniert. In einer modernen Gebäudehülle kann sich ein Kaminofen etwa viel leichter der Wärmeleistung anpassen. Ein häufiger Fehler ist, dass sich viele für eine Feuerstelle oder Brennkammer entscheiden die eine zu hohe Feuer- beziehungsweise Wärmeleistung haben.

Gibt es hier einen Richtwert, an den man sich orientieren kann?

Das hängt natürlich von der Gebäudehülle ab. Hat man ein Wohnzimmer mit einer Größe von etwa 40 Quadratmetern sollte man keinen Ofen verwenden der mehr als sechs kW (Kilowatt) leistet. Ich kann aber auch mit einem Ofen in dieser Dimension angrenzende Räume oder sogar ganze Häuser komplett beheizen. Das kommt wirklich sehr stark auf die Isolierung des Gebäudes und den tatsächlichen Betrieb an. In einem Altbau wird die Leistung sicherlich eher höher sein. Ungefähr bei etwa sieben oder maximal acht Kilowatt.

Welche technischen Voraussetzungen sind für einen Kaminofen notwendig?

Wichtig ist, dass der Rauchfang richtig dimensioniert ist und eine Feuerstelle auch aufnehmen kann. Generell betragen Rauchfang-Durchmesser etwa 16 cm, diese sind für Kaminöfen mit Rohrdurchmesser 12 bis 15 cm geeignet. Bei einem Kamineinsatz oder einem klassischen Kachelofen hingegen würde man einen Durchmesser von 18 cm und größer benötigen. Der Rauchfang ist der Motor einer Feuerstelle.

www.feuerhaus.at

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