Wohnen
04.10.2018

Eva Benner im Interview: „Farbe bringt Stimmung“

Die deutsche Einrichtungsexpertin und TV-Moderatorin Eva Brenner über Stolpersteine bei der Renovierung von Wohnraum.

Bereits seit 2005 ist Eva Brenner auf Deutschlands Baustellen unterwegs. Für die TV-Sendung „Zuhause im Glück: Unser Einzug in ein neues Leben“ greift sie sozial schwachen Familien bei der Renovierung ihres Heims unter die Arme. Nun hat die studierte Innenarchitektin für den Handelskonzern Hofer Deko-Elemente, Textilien und Möbel mitentworfen. IMMO erreicht Eva Brenner bei einem Fernseh-Dreh auf einer Baustelle in Bayern.

KURIER: Frau Brenner, worauf sollte man bei einer Renovierung besonders acht geben?

Eva Brenner: Die Küche und das Bad sind die neuralgischen Punkte bei einer Renovierung. Wenn diese beiden Bereiche über mehrere Wochen lahm liegen, weil dort umgebaut wird, erzeugt das viel Stress. Daher sollte man eine Renovierung nicht zu knapp kalkulieren und vielleicht erst dann einziehen, wenn die Küche und das Bad fertig sind. Kleine Renovierungsarbeiten hingegen können Stück für Stück vorgenommen werden. Wenn das Kinder- oder das Schlafzimmer umgebaut wird, macht es nichts aus, wenn man schon in dem Haus oder der Wohnung lebt.

Nach welchem Konzept planen Sie Umbauten?

Es gibt keine Pauschalrezepte. Die Planung für ein Zuhause ist so individuell wie die Bewohner selbst. Generell ist der niedrige Preis von Bestandsimmobilien oft verlockend, doch die Menschen unterschätzen, wie kompliziert und kostspielig Renovierungen im Bestand sind. Auch die Kraft, die es kostet, wenn man es selbst macht, ist groß. Daher ist es gut, wenn man sich vorher kompetenten Rat und Hilfe holt.

Viele Menschen wünschen sich ein gemütliches Zuhause. Wie gelingt das – auch ohne Umbau?

Wenn man grundlegend etwas verändern will, dann empfehle ich ein sogenanntes Moodboard, eine Art Collage. Dabei legt man sich eine Farb- und Materialwelt zurecht, nach der man sich bei der Einrichtung orientiert. Es geht darum, dass die Einrichtung einheitlich und wie ein großes Ganzes wirkt. Für das Moodboard kann man Ideen aus Zeitschriften sammeln. Auch wenn man in ein schönes Restaurant oder ein Geschäft geht: einfach fotografieren, was einem gefällt und dem Moodboard beifügen.

Wird man dabei überhaupt irgendwann fertig?

Das Schöne ist, dass man sich immer neu erfinden und flexibel sein kann. Heutzutage ist die Einrichtung nicht eine Investition auf Jahrzehnte so wie früher. Wenn man sich wohnlich verändert, kann man Dinge leichter wieder hergeben wie auf dem Flohmarkt.

Womit lässt sich schnell eine andere Stimmung erzeugen?

Malerarbeiten sind relativ einfach. Eine andere Farbe bringt eine andere Stimmung. Das Gleiche gilt für Textilien. Vielleicht mal die Polster und Decken auf der Couch, die seit 15 Jahren dort liegen, ausmisten. Das bringt neue Akzente. Oft wird die Beleuchtung unterschätzt. Die Einzelleuchten sollten durch kleinere Lampen ergänzt werden. Leider gibt es dafür oft zu wenig Wandauslässe. Dann muss man sich mit Steh- und Esstischlampen behelfen.