Schloss Hof

© Deutsch Gerhard

Garten
03/30/2013

Die Pomeranzen des Prinzen

Garten-Glück. Mit den Experten des Barockgartens Schloss Hof in die Blühsaison

von Martin Burger

Als Prinz Eugen von Savoyen 1725 Schloss Hof erwarb, besaß er bereits mehrere prächtige Residenzen: das Wiener Stadtpalais in der Himmelpfortgasse, ein Landschloss in Ungarn und das Belvedere. Dessen barocke Eleganz führte zu Eifersüchteleien am Wiener Hof, nach dem Motto: „Ja, darf er denn schöner bauen als der Kaiser selbst“. Das sagt der Kunsthistoriker Hannes Etzelsdorfer, Kurator der Ausstellung „Triumph und Passion“, die derzeit in Schloss Hof in Niederösterreich zu sehen ist.

Triumpf und Passion

Triumph und Passion

Triumph und Passion

Triumph und Passion

Triumph und Passion

Triumph und Passion

Triumph und Passion

Triumph und Passion

Triumph und Passion

Triumph und Passion

Triumph und Passion

Triumph und Passion

Das Jagd-Schloss war ein zwar teurer Kauf – Eugen sprach von „deutlicher Überzahlung“, dennoch sollte er die Transaktion nie bereuen. Der 62-Jährigen war von der Aussicht auf sein erstes eigenes Jagdrevier an den Rand der wildreichen March-Auen gelockt worden.

Abgewandt

Der neue Landsitz, fernab der höfischen Intrigen, bot viele Annehmlichkeiten. Katrin Harter, Kunsthistorikerin und Spezialistin für die Geschichte von Schloss Hof: „Eugen war privat ein introvertierter Mensch. Die öffentliche Rolle, die er am Hof innehatte, mochte er nicht sehr.“ Auf seinem Landsitz konnte er seinen wahren Leidenschaften frönen: dem Studium seiner wertvollen Bücher – sie wurden später zum Grundstock der Nationalbibliothek – und der „sehr vergnüglichen Gärtnerei“ (Zitat aus einem Brief an den Würzburger Bischof Friedrich Karl Schönborn, Anmerkung).

Der Prinz selbst nahm wohl nie Gartenwerkzeug in die Hand, aber er „war immer nah dran am Geschehen“, sagte die wissenschaftliche Leiterin des Schlosses, Lieselotte Hanzl-Wachter. So überwachte er die Baufortschritte an der Orangerie persönlich – für einen Adeligen seiner Zeit höchst ungewöhnlich. „In Schloss Hof gibt es Briefe, die belegen, dass er sich hier Bauarbeiten anschauen wollte und dabei von einem Gerüst gestürzt ist, und sich am Fuß verletzt hat.“

Abgeleitet

Das revitalisierte Schloss Hof knüpft an die spezielle Liebhaberei Eugens an, der Pflanzen aus aller Welt hierher schaffen ließ. Botanische Kostbarkeiten aus dem Mittelmeerraum waren im barocken Europa groß in Mode und galten als elitäres Statussymbol, auf das kein repräsentationsbewusster Fürst verzichten mochte. Beliebt waren alle Arten von Zitrus-Gewächsen, besonders aber die Orangen-Bäumchen. Davon leitet sich auch der Begriff „Orangerie“ ab.

Im Barock hatten die immergrünen Zitrus-Stämmchen eine eigene Symbolik: Sie standen für das ewige Leben. Die Orangen waren die Chiffre für die goldenen Äpfel des Hesperiden-Gartens. Hesperiden sind Früchte, die den Göttern ewige Jugend schenkten, eine Bedeutung, die den gebildeten Zeitgenossen Eugens geläufig war.

Aufgetischt

Nicht zuletzt waren die Pomeranzen, Limetten, Bergamotten oder Zedrat-Zitronen eine Bereicherung für die fürstliche Tafel. Denn trotz seiner Abneigung für öffentliche Auftritte, konnte sich auch Eugen den Konventionen seiner Zeit nicht gänzlich entziehen, und veranstaltete pompöse Feste.

Die heiklen Zitrus-Pflanzen überdauerten den Winter in Gewächshäusern, die heute wieder im Original-Zustand zu bewundern sind. Die Süd-Fassaden der Gewächshäuser waren verglast, das unterirdische Heizsystem gehörte zum technisch ausgefeiltesten was es im 18. Jahrhundert im Gartenbau gab. Nach Prinz Eugens Tod wurden die Exoten nach Schloss Schönbrunn übersiedelt.

AusstellungstippTriumph und Passion. 350 Jahre Prinz Eugen. Schloss Hof, bis 3. 11., täglich 10–18 Uhr. Preis: 12 € (Erwachsene, Jugendliche: 6 €)Lesen Sie mehr zum Programm in Schloss Hof auf Seite 27

KURIER.at/videoDer Prinz privat – Eugens Eigenheiten und seine Missgeschicke

Ein Besuch in Schlosshof

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