Wohnen
28.04.2017

Die lange Reise der alten Bonsai

LuxuryTrees hat sich auf Gartengestaltung mit außergewöhnlichen Solitär-Bäumen spezialisiert.

Als Profi-Golfer war Thomas Ortner viel unterwegs. Fasziniert von außergewöhnlichen Bäumen auf verschiedenen Golfplätzen rund um den Erdball, begann er, sich mit der japanischen Bonsai-Kunst zu beschäftigen. Heute ist der Tiroler Garten- und Landschaftsplaner. Mit seinem Unternehmen LuxuryTrees importiert er Bonsai aus Japan. Und zwar nicht die Miniatur-Ausgaben, die in vielen heimischen Wohnzimmern zu finden sind, sondern richtig große und sehr alte Exemplare für den Garten. Niwaki werden die kunstvoll in Form gebrachten Exemplare in ihrer Heimat genannt. Mit der Zeit und mit der richtigen Schnitttechnik kann aus fast jedem winterharten und immergrünen Gehölz ein Bonsai werden. Besonders gut geeignet sind zum Beispiel Eiben oder Kiefern.

Kleinere Bonsai sind bis zu 1,2 Meter hoch und ebenso breit. Sie kosten mindestens 2000 Euro. "Ab einer Höhe von 1,2 Metern spricht man von einem Garten-Bonsai. Besondere Exemplare können bis zu zwölf Meter hoch wachsen und zwischen 12.000 und 100.000 Euro kosten. Diese Bäume sind zwischen 70 und 800 Jahre alt. Sie haben ihre ideale Größe und Form erreicht", sagt Thomas Ortner. Damit das so bleibt, sollten sie einmal pro Jahr geschnitten werden – am besten von einem Profi. "Wir brauchen einen Tag für einen Baum. Die Kosten liegen zwischen 500 und 1000 Euro."

Bäume in Quarantäne

Für den hohen Preis der Garten-Bonsai sind jedoch nicht nur deren Alter und Größe ausschlaggebend. Auch das strenge Quarantäne-Verfahren ist ein Grund. Bestimmte Sorten wie Juniperus chinensis (Chinesischer Wacholder) oder Pinus parviflora (Japanische Mädchenkiefer) darf man nämlich nicht so einfach nach Österreich einführen.

LuxuryTrees betreibt daher in Tirol eine eigene Quarantänestation. Hier verbringen die in verplombten Behältern per Schiff oder Flugzeug angelieferten Pflanzen ihre ersten 90 Tage in Österreich. Ein speziell ausgebildeter Spürhund, der nicht auf Drogen, sondern auf Insektenlarven trainiert ist, kontrolliert die Bäume. Außerdem werden Bodenproben auf Fadenwürmer untersucht. Durch diese strengen Bestimmungen soll die Ausbreitung von Schädlingen im EU-Raum verhindert werden.

Erst wenn die Freigabe durch das Bundesamt für Ernährungssicherheit (eine nachgeordnete Dienststelle des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft) erfolgt ist, dürfen die Bonsai zu ihrem Käufer weiterreisen. "Je nach Auftragslage haben wir pro Jahr bis zu 50 Pflanzen in Quarantäne", sagt Ortner. Gibt es bei einer Kontrolle Beanstandungen, kann das Folgen für den japanischen Lieferanten haben – im schlimmsten Fall droht die Vernichtung der Pflanzen durch das Bundesamt für Ernährungssicherheit sowie eine EU-Sperre des betroffenen Lieferanten für fünf Jahre."

Im richtigen Garten angekommen, kann der Bonsai entweder im Topf bleiben oder verpflanzt werden. "Alle Niwaki sind für den Außenbereich geeignet. Manche Bäume halten nicht mehr als minus fünf Grad aus, die müssen im Winter in ein Glashaus. Echte Garten-Bonsai sind aber winterhart bis minus 30 Grad Celsius", erklärt Ortner, der nicht nur Einzelstücke importiert, sondern auf Wunsch auch die komplette Gestaltung des Außenbereichs übernimmt. "In der japanischen Gartengestaltung geht man von der Zahl Drei aus. Wir kombinieren daher häufig drei Solitärbäume – zum Beispiel zwei japanische Bonsai und einen heimischen Ahorn."

www.luxurytrees.com