Wohnen
08.10.2018

Design der Woche: Lampe in Insektenoptik

Wenn Sammler von der Gottesanbeterin fasziniert sind, handelt es sich dabei nicht (immer) um Insektenforscher.

Die Gottesanbeterin. So nennen Antiquitätenhändler die Lampe, die eigentlich den sperrigen Namen „n°15.110 - Phasme M“ trägt. Der Name ist aber nicht die einzig Besonderheit der Leuchte. Bis heute weiß niemand, wer genau hinter dem Design aus den 1950er-Jahren steckt. Nur so viel: Zwischen 1924 und 1984 führte G. Rispal ein Möbelgeschäft in Paris. In den 1950er-Jahren lancierte er eine Leuchten-Kollektion unter dem Namen „Formes Nouvelles“. Darunter auch die Gottesanbeterin. Zugeschrieben wurde das Design einem gewissen Jean Rispal.

Designer unbekannt

Heute ist bekannt, dass von Rispal angestellte Designer für die Entwürfe verantwortlich waren. Namen wurden nie genannt. Die Modelle konnten auf Kundenwunsch angepasst und Lampenschirme in geschliffenen oder milchigem Glas und verschiedenen Holzarten gefertigt werden. Das behielt auch Douglas Mont bei.

Neue Formen

Der Leuchtendesigner sammelt seit vielen Jahren Rispal-Lampen. Sein Wunsch: „Die Kreationen des goldenen Jahrzehnts des französischen Designs hochleben zu lassen.“ Und das tat er auch. Ohne die Pläne der Original-Kollektion, dafür mit viel Leidenschaft zum Handwerk formte er die „Formes Nouvelles“ tatsächlich neu. Seit 2018 wird die Gottesanbeterin aus Esche, Walnuss und Eichenholz gefertigt. Erhältlich ab € 980. www.rispal.com

Designklassiker und Neuheiten

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Die Gottesanbeterin

Die Lampe, deren Designer zwar unbekannt ist, deren Form aber jeder Antiquitätenhändler kennt, trägt eigentlich den Namen „n°15.110 - Phasme M“. In den 1950er Jahren wurde sie erstmals entworfen und produziert. 2018 lanciert Leuchtendesigner Douglas Mont eine Neuauflage der Lampe in Insektenoptik. Erhältlich ab € 980. www.rispal.com

Sternenhimmel

Die beliebte Leuchte Olvidada von Pepe Cortès gibt es in der hängenden Einzel-Variante oder als Stehlampe – drei zusätzliche Ausführungen stehen zur Auswahl: als doppelte oder dreifache Leuchte und als opulenter Kronleuchter. Erhältlich bei Mobilis Collection in 1210 Wien. Die hängende Einzelausführung gibt es ab  690  Euro. www.bdbarcelona.com

Finnisches "Kastenkabinet"

Antrei Hartikainen entwarf für die in Finnland bereits etablierte Marke "Poiat" ein "Kastenkabinet" aus Eschenholz. Sein Möbel in der Form eines Vogelkäfigs soll die Grenzen zwischen Kunst und Design verschwimmen lassen.Erhältlich ab € 5796 bei Agentur Finnsideaut in 3021 Pressbaum.

Perlblauer Opaltisch

Patricia Urquiola  Glas Italia designte für Glas Italia einen Tisch aus gemaltem Metallrohr in Nacht-Perlblau mit einer Glasplatte als Oberfläche. Das Möbelstück ist ab 1500 Euro unter www.glasitalia.com erhältlich.

Womb Chair

Ein Klassiker, der heute noch zeitgemäß ist. Die Sitzschale aus Fiberglas war für die Entstehungszeit eine Innovation – das erste massenproduzierte Möbelstück aus diesem Material. Erhältlich ist der Sessel in verschiedenen Farben und zwei Größen, Medium und Classic, ab € 3050 erhältlich.

Jubiläums-Duo S 533 F

Der S 533 F von Ludwig Mies van der Rohe aus dem Jahr 1927 ist   von den jungen deutschen Designern Besau Marguerre neu interpretiert worden. Die Jubiläumsausgabe des Stahlrohr-Freischwinger S 533 F umfasst zwei Ausführungen: eine in Perlglanzchrom und anthrazitfarbenem Leder, eine in Champagnerchrom mit Leder in Zartrosé.  Ab September 2018 sind sie als Limited Edition von je 100 Exemplaren erhältlich (Kaufpreis: je € 1919).

Spiegel Piega

Der kristallförmige Spiegel „Piega“ der französischen Designerin Victoria Wilmotte hat einen Mindestumfang von 80 cm Länge und 48 cm Höhe. Der Edelstahlspiegel kann sowohl quer als auch vertikal an die Wand gehängt werden. „Piega“ ist bereits die zweite Zusammenarbeit zwischen Wilmotte und dem deutschen Möbelhersteller ClassiCon. 2016 präsentierten sie den „Pli Side Table“ beim  Salone del Mobile in Mailand. Wilmotte designt aber auch für andere  namhafte Größen wie Ikea, Range Rover und La Redoute. Erhältlich ab € 742,– bei Designfunktion, 1010 Wien.

Chaiselongue LC4

Die Chaiselongue LC4 wurde 1928 von Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand  entworfen. Das Design hat bis heute nicht an Aktualität eingebüßt. Die Liege gilt als Meilenstein der modernen Möbelgeschichte. Noch dazu verspricht sie wegen des ergonomischen Schwungs viel Komfort. Erhältlich ab 4296 Euro bei Designfunktion, Bauernmarkt 12, Wien.

Poltrona di Proust

Vor 40 Jahren hat der italienische Designer Alessandro Mendini den „Poltrona di Proust“ entworfen. Der mit Stoff bezogene geschnitzte Holzrahmen wurde im Original mit Tupfen händisch bemalt. Seither sind Überarbeitungen der Designikone entstanden. Zuletzt eine wettertauglichere Variante aus Polyethylen in knalligen Farben. Einfärbig in den Farben Schwarz, Weiß, Orange, Grün, Blau und Rot  um 620 Euro sowie in Multicolor um 1071 Euro erhältlich.