Damenwahl beim Denkmaltag

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Foto: dbrnjhrj - stock.adobe.com/dbrnjhrj/Fotolia Österreichs First Lady: Maria Theresia thront seit 1888 an der Wiener Ringstraße.

Österreich, Land der Denkmäler. Damit sind nicht nur Statuen und Monumente gemeint, auch Burgen, Schlösser, historische Siedlungen, Bürgerhäuser und mehr gehören dazu. Am „Tag des Denkmals“ werden sie – heuer mit weiblicher Unterstützung – in den Fokus gerückt.

Es war wohl eine der größten Einweihungspartys der Monarchie – für ein Denkmal. Als am 13. Mai 1888 das Maria-Theresien-Monument zwischen Kunsthistorischem und Naturhistorischem Museum „eröffnet“ wurde, sparte man nicht an Pomp. Ein Festzelt samt Kaiserloge war aufgebaut, in der die Herrscherfamilie – sogar die selten in Wien weilende Kaiserin Elisabeth war zugegen – dem gloriosen Festakt beiwohnte. Der Klerus sorgte mit 20 Bischöfen und der Wiener Erzbischof Cölestin J. Ganglbauer mit einem feierlichem Tedeum für den würdigen Spirit. Adrette Generäle in blütenweißen Waffenröcken umrahmten den Platz. Als der Kaiser endlich das Monument der legendären Landesmutter enthüllte, läuteten in Wien sämtliche Kirchenglocken.

Ehre wem Ehre gebührt. Maria Theresia sowieso, aber auch den Professionisten, die das mit nahezu 20 Metern auch heute noch größte Denkmal Wiens realisiert hatten. Allein der Bildhauer Caspar von Zumbusch arbeitete 13 Jahre an den vielen Bronzeplastiken. Alle zusammen haben das „denkwürdige“ Gewicht von 44 Tonnen. Wahre Größe beweist einmal mehr Maria Theresia. Die Figur misst  sechs Meter. Carl von Hasenauer entwarf die Architektur für das gewaltige Monument, das in jüngerer Zeit, von 2008-2013, restauriert wurde. Wie kein anderes steht es für die kulturelle Identität und Geschichte Österreichs. Und es ist ein schönes Symbol für den diesjährigen „Tag des Denkmals“ am 24. September, heuer unter dem Motto: „Heimat großer Töchter“. Einer der Schwerpunkte: der 300. Geburtstag Maria Theresias.

Frauen im Mittelpunkt

Öl auf Leinwand 92,5 x 75,5… Foto: /Markus Tretter Königin Maria Karoline von Angelika Kauffmann. „Ladys first“ heißt es also, „denn es dreht sich alles um Frauen, die heute und in der Vergangenheit Großes geleistet haben“, sagt Barbara Neubauer, Präsidentin des Bundesdenkmalamtes (BDA). Gewidmet ist der Tag „aber auch den Denkmaleigentümern und Restauratoren, die mit Leidenschaft und Know-how das Kulturerbe erhalten und so Denkmalschutz erst erlebbar machen.“ Mit „Heimat großer Töchter“ bietet der „monumentale Tagesevent“ Einblick in die Lebens- und Wirkungsstätten einflussreicher Frauen. Neben gekrönten Ladys aus dem Kaiserreich, wie Maria Theresia, Sisi, der „roten Erzherzogin“, Elisabeth Marie, oder Anna Plochl, rücken alle Bundesländer auch Frauen aus Kunst, Musik, Literatur, Wissenschaft, Architektur, Politik und Sport in den Fokus. Das Burgenland lädt in Kooperation mit dem slowakischen Denkmalamt, zur Sonderführung nach Bratislava, ehemals Krönungsstadt Maria Theresias. In Sopron führt ein Spaziergang zu Bauten aus der Zeit der Monarchin.

Ähnlich grenzüberschreitend gibt sich Kärnten mit einer Busfahrt nach Triest, wo Maria Theresia und Joseph II. städtebaulich wichtige Viertel anlegen ließen. In Eines von vielen Highlights in Oberösterreich sind Spezialführungen durch die Prachträume des Zisterzienserinnen-Frauenklosters Stift Schlierbach. Atemberaubende Momente verspricht die Multimediaschau „Gerlinde Kaltenbrunner und die Welt der 8000er“ im denkmalgeschützten Alpinmuseum von Spital am Pyhrn. Im Salzburger Schloss Goldenstein, Schule und Internat der Augustiner Chorfrauen, kann man auf den Spuren der Schauspielerin Romy Schneider wandeln, die hier einst Schülerin war. Spezielle Programme gibt es zudem bundesländerspezifisch zu den Schriftstellerinnen Bertha von Suttner, Marie von Ebner-Eschenbach und Ingeborg Bachmann, der Architektin Margarete Schütte-Lihotzky, Künstlerinnen wie Angelika Kaufmann und Kiki Kogelnik. Der „Tag des Denkmals“ heuer als Who-is-who heimischer Frauenpower.

Bundesweit sehenswertes Erbe

Gesamtansicht Burg Finstergrün vom Tal aus… Foto: /© burg finstergrün Auch die Burg Finstergrün kann besichtigt werden. Rund 285 denkmalgeschützte Objekte – darunter Burgen, Schlösser, archäologische Grabungen, historische Siedlungen, berühmte Bürgerhäuser, auch technische Denkmäler öffnen bei freiem Eintritt ihre Tore und ermöglichen besondere Blicke auf das kulturelle Erbe Österreichs. Neben dem „300. Geburtstag Maria Theresia“ liegt ein weiterer Schwerpunkt auf „500 Jahre Reformation“. Zudem haben Interessenten die Möglichkeit hinter die Kulissen des Bundesdenkmalamtes selbst zu schauen. Die BDA-Zentrale in der Wiener Hofburg stellt einige ihrer Abteilungen vor. Infos und Termine:  www.tagdesdenkmals.at

(kurier) Erstellt am
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