© Bloomerei/ Astrid Bartl

Interview
08/22/2014

Blumen-Abo für Sie

Jana und Thomas Simon verschicken Blumen aus dem nördlichen Weinviertel ins ganze Land. IMMO erzählen die beiden, wie es zur "Bloomerei" kam.

von Ursula Horvath

Wir waren naiv genug, um es zu versuchen", sagt Thomas Simon. Statt den maroden Familienbetrieb zu schließen, machte er mit seiner Frau Jana aus der Gärtnerei der Urgroßeltern einen Online-Blumenhandel. IMMO hat die beiden zum Gespräch gebeten.

Sie haben vergangenen Herbst mit Ihrem Blumen-Abo begonnen. Wie fällt Ihre Bilanz nach fast einem Jahr aus?
Thomas Simon:Das Geschäft ist gut angelaufen. Dank vieler Weiterempfehlungen werden die Kunden immer mehr. Aber es ist viel Arbeit, ein Rund-um-die-Uhr-Job. Damit hätten wir nicht gerechnet. Die Betreuung der Webseite mit dem Online-Shop und die ganze Administration nehmen mehr Ressourcen in Anspruch, als wir gedacht haben.

Gehen wir einen Schritt zurück: Wie kam es zur "Bloomerei"?
Thomas Simon:Schon meine Urgroßeltern hatten eine Gärtnerei in Pulkau. Ab den 1990er-Jahren ist es immer schwieriger geworden: Wir konnten mit den Preisen der großen Ketten nicht mehr mithalten. Vor ein paar Jahren wollte die Familie zusperren. Meine Frau und ich sind gerade nach einem längeren Auslandsaufenthalt zurückgekommen und hatten genug Abstand, um es zu versuchen. Wir wollen mit dem Online-Blumenhandel das Unternehmen in fünfter Generation weiterführen.

Was ist das Besondere an Ihrem Sortiment? Wo kaufen Sie ein?
Jana Simon: Wir kaufen bei Gärtnereien, die selbst produzieren. Einerseits ist da natürlich der Umweltschutzgedanke, aber andererseits halten Blumen, die nicht für einen Flug um die halbe Welt chemisch behandelt oder schockgekühlt werden, einfach länger.
Thomas Simon: Die Gärtner haben es leider nicht geschafft, den Kunden zu kommunizieren, dass heimische Ware besser ist. Den Obst- und Weinbauern ist das besser gelungen. Viele Arten, die bei uns eine Geschichte haben, gibt es im internationalen Handel nicht. Flockenblumen kriegt man auf der Amsterdamer Blumenbörse nicht – da gibt es die Standardware wie rote Rose und weiße Calla.

Betreiben Sie eine eigene Produktion?
Thomas Simon:Derzeit haben wir alte Glashäuser aus den 1970er-Jahren. Wenn der Online-Handel gut läuft, wollen wir die Gärtnerei umbauen und selbst produzieren. In Zukunft wollen wir den Kunden auch anbieten, die Arrangements selbst zusammenzustellen. Derzeit sind wir für flexibel Bestellungen noch zu klein. Wer ein Abo bestellt, weiß nicht, was er bekommt. Aber die Leute mögen die Überraschung. Die meisten kennen nur ein paar Arten und so lernt man immer neue Blumen kennen.

Sie haben Kunden in ganz Österreich. Wie überstehen Ihre Sträuße den Versand?
Thomas Simon: Die Blumen sind frisch. Wir verschicken jeden Montag 50 Pakete. Da beginnen wir um zwei Uhr Früh mit der Arbeit. Und es hat gedauert, bis wir wussten, wie man die Sträuße optimal verpackt. Wir verwenden einen ökologischen Baumwollwickel, der Feuchte an die Stängel abgibt und ein steifes Papier, mit dem wir die Blumen umwickeln. Das Papier wird innen am Karton so befestigt, das die Blumen quasi frei schweben und bei Erschütterung nicht kaputt gehen.

Welche Sorten halten gut? Was kann man tun, damit Blumen lange schön bleiben?
Jana Simon: Amaryllis, Pfingstrosen, Astern, Nelken, Lilien und Rosen halten gut, vertragen aber keine direkte Sonne und keine Zugluft. Wichtig ist, dass man die Stängel schräg anschneidet. Wir verwenden eine Blumennahrung, die zu 90 Prozent aus Zucker und Salzen besteht. Manche geben Zucker und Salz dazu, andere Aspirin.

Mit welchen Pflanzen arbeiten Sie gerne?
Thomas Simon: Wir arbeiten gerne mit seltenen Blumen. Im Frühling haben wir Steppenkerzen der alten Sorte pinocchio bei einem kleinen Gärtner gefunden, das war toll.

Was sind Ihre Lieblingsblumen?
Thomas Simon: Weiße Margeriten. Meine Frau kommt aus Deutschland und als wir das erste Mal in Österreich spazieren waren, haben die gerade geblüht.
Jana Simon: Ich mag Pfingstrosen – wenn die schön und üppig blühen, fängt der Frühling an.

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