Wohnen
02.06.2018

Architekturtage 2018: Die spannendsten Veranstaltungen

Am 8. und 9. Juni 2018 finden die Architekturtage zum neunten Mal in ganz Österreich statt.

Rund 30.000 Besucher wurden vor zwei Jahren von den österreichweiten „ Architekturtage“ angelockt. Damit ist das Festival die größte Publikumsveranstaltung für das aktuelle Architekturgeschehen und Baukultur im ganzen Land. Nun ist es wieder soweit: Am 8. und 9. Juni 2018 gehen die Architekturtage zum neunten Mal über die Bühne. „Europaweit ist die Veranstaltung einzigartig. Unser Ziel ist es, den Dialog über Architektur in einer breiten Öffentlichkeit anzuregen“, sagt Architekt Georg Pendl vom Präsidium der Architekturtage.

Das Programm wird getragen vom Verein Architekturtage und den jeweiligen Architekturhäusern in den Bundesländern. Dementsprechend breit gefächert ist es. Es sind Gespräche mit Architekten, Stadtspaziergänge, kreative Interventionen, Architekturführungen und Performances geplant. Im Rahmen der Reihe „Zu Gast bei...“ öffnen bekannte Architekturbüros ihre Ateliers und Baustellen. In Wien beispielsweise laden die Büros Veit Aschenbrenner Architekten, Reinberg, PPAG und Franz & Sue zu sich ein.

Heuer steht die Veranstaltung unter dem Motto „Architektur bewegt“: der Fokus liegt auf Film und Bewegtbild. In ganz Österreich finden daher neben den bewährten Formaten auch Filmscreenings mit Dokumentar-, Spiel- und Experimentalfilmen statt. „Die Architekturtage tragen dazu bei, ein breites Publikum für Architektur zu begeistern“, sagt Christian Kühn von der TU Wien.

Die Programm-Highlights aus den Bundesländern im Detail:

Im Burgenland wirft „Architektur Raumburgenland“ einen Blick auf historische Kleinstädte – große urbane Zentren fehlen bekanntlich. In Zeiten hoher Bautätigkeit und gleichzeitiger Verödungen in den Ortskernen erkunden mehrere Filme das Potenzial von Kleinstädten mit weniger als 20.000 Einwohnern.

Das „Architektur Haus Kärnten“ lädt zu drei Spaziergängen, um die Baukultur in Klagenfurt zu erkunden.

Die positive Stadt- und Ortsentwicklung steht in Oberösterreich am Programm – kuratiert vom architekturforum oberösterreich. In Haslach, Leonding, Linz, Wels und Ried im Innkreis gibt es Diskussionen, Filme und Ausstellungen zu diesem Thema.

Eine Live-Schaltung vom Architekturhaus in Salzburg zu offenen Ateliers, spannenden Häusern und Baustellen im ganzen Land Salzburg hat die „Initiative Architektur“ in die Wege geleitet.

In der Steiermark werden in einem Parcours durch die Landeshauptstadt Graz an ungewöhnlichen Orten Filme über Architektur, Städte und ihre Menschen gezeigt. Im Film „The Competition“ (2013) etwa geht es um einen Wettbewerb für das zukünftige National Museum of Art in Andorra, an dem die Star-Architekten Jean Nouvel, Frank Gehry, Dominique Perrault, Zaha Hadid und Norman Foster teilnehmen.

In Tirol rückt das Hauptbahnhof-Areal während der Architekturtage in den Fokus. Dabei handelt es sich um eine innerstädtische Fläche, die weitgehend unbekannt in der öffentlichen Wahrnehmung ist. ÖBB-Mitarbeiter führen zu ihren „Orten der Arbeit“: in die denkmalgeschützte Remise und in die Werkstatt, wo Lokomotiven gewartet und repariert werden.

In Vorarlberg wird ein Wanderkiosk zum Treffpunkt, Werkstatt, Atelier und Stammtisch. Dazu gibt es ein Pop-Up-Kino und einen Architekturspaziergang, der durch die Bludenzer Industrie- und Zuwanderergeschichte anhand baulicher Strukturen führt.

Die von „Orte“ zusammengestellte Filmreihe präsentiert heimische und internationale Baukünstler in Niederösterreich.

Das Umspannwerk Favoriten wird in Wien zur Festivalzentrale. In einem von der Österreichischen Gesellschaft für Architektur kuratierten Film- und Ausstellungsprogramm rückt das Thema Raumfahrt, Weltall und Elektrizität in den Mittelpunkt.

Das Programm wird durch viele Partnerveranstaltungen in anderen Stadtbezirken ergänzt. Dazu gibt es einen Ausflug nach Bratislava: Die Bustour „The best of Slovak architecture yearbook 2016/17“ führt zu interessanten, neuen Bauwerken.

Die gute Nachricht für Architekturbegeisterte ist, dass das Festival trotz des zweijährigen Rhythmus auch kommendes Jahr stattfindet. Die Organisatoren wollen die Veranstaltung künftig nämlich von der Architekturbiennale in Venedig, die gerade eröffnet wurde, zeitlich entkoppeln.