Winter im Zoo Salzburg: Wie Tiere Schnee und Kälte trotzen

Ulrike Ulmann vom Zoo Salzburg erklärt im Interview, wie Bär, Polarwolf und Präriehunde gut über den Winter kommen.
Ein Braunbär tapst durch das verschneite Zoogehege.

Von Arktischem Wolf bis Zebramanguste: Im Zoo Salzburg leben etwa 1.600 Tiere, 150 Arten sind vertreten. Ulrike Ulmann, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, kennt die saisonalen Überlebensstrategien der Bewohner und erklärt,  was der Tiergarten zu deren Wohl im Winter beiträgt.

KURIER: Sind alle Tiere im Zoo Salzburg wintertauglich?

Ulrike Ulmann: Es gibt bei uns ein paar Tierarten, die in kälteren Regionen beheimatet sind. Beispielsweise der Polarwolf, der Schneeleopard oder das Waldrentier. 

Es gibt aber auch Arten, die mit verschiedensten Bedingungen gut zurechtkommen. Beispiele sind der Puma oder der Alpensteinbock.

Ulrike Ulmann lächelt in die Kamera.

Wie reagieren die Zoo-Bewohner auf den ersten Schnee? 
Das ist sehr unterschiedlich. In der Regel reagieren sie auf ihren allerersten Schnee mit Vorsicht und tasten sich langsam heran. Das war aktuell auch bei unserem Schneeleopardennachwuchs so. Basanti und Raju sahen sich das Ganze von ihrem Höhleneingang aus an und wagten sich erst heraus, als sie ihre Mutter Malou bei ihrer Runde durch den Schnee beobachteten.

Welche saisonalen Maßnahmen ergreift der Zoo Salzburg speziell, um seine Schützlinge gut durch den Winter zu bringen? 
Tiere, die aus wärmeren Regionen stammen haben immer einen warmen Innenbereich, in den sie jederzeit wechseln können.

Außerdem haben wir auf den Außenanlagen Unterstände, die zum Teil auch beheizt, also mit einer beheizbaren Bodenplatte versehen sind.

Auch wenn Zoo-Bewohner Rückzugsmöglichkeiten ins Warme haben: Wie überstehen bewegungshungrige Tiere diese Einschränkungen? 
Tiere im Zoo gewöhnen sich auch an die Wetterbedingungen bei uns und passen sich gut an. So gehen zum Beispiel Jaguare gerne in den Schnee und auch die Weißhandgibbons sind bei jeder Witterung draußen, um ihren Bewegungsdrang auszuleben. Sie sind dann eben ab und zu drinnen oder nicht so lange am Stück draußen.

Wenn Katzenarten ruhen, was viele tagsüber gerne und oft tun, machen sie das zum Teil drinnen im Warmen und nicht auf der Anlage draußen.

Wie passen sich Spezies bzw. Individuen an die jeweilige Witterung an? 
Da ist wohl in erster Linie das Winterfell zu nennen, das im Winter dichter ist als im Sommer und somit mehr wärmt. 

Braunbären und Schwarzschwanz-Präriehunde gehen in die Winterruhe. Das heißt aber nicht, dass man sie im Winter gar nicht sieht. Ab und zu steckt auch ein Bär mal seine Nasen nach draußen und wenn wärmere Temperaturen herrschen, lassen sich auch die Präriehunde blicken.

Nicht zu sehen sind unsere Landschildkröten, die ihr Winterquartier in einer Höhle im Felsen bezogen haben und Winterstarre halten.

Was bedeutet es für die Finanzen des Zoos, wenn mehr geheizt werden muss bzw. Futter saisonbedingt nicht verfügbar ist? 
Was das Futter angeht, muss beispielsweise beim Heu natürlich vorgesorgt werden. Sprich, unsere Tiere werden immer mit dem Futter versorgt, das sie brauchen. 

Die Heizperiode im Winter bedeutet einen finanziellen Mehraufwand. Aber auch das ist einkalkuliert und durch die insgesamt wärmeren Winter abgemildert.

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