Bis zu 20 g Nahrung passen in die Backentaschen.

© Getty Images/iStockphoto/Vichai Phububphapan/iStockphoto

Wissen Wissenschaft
03/02/2020

Tiercoach: Was es mit dem "Hamstern" auf sich hat

Ob Wild- oder Haustier – die Nager legen Vorräte an. Dafür stopfen sie Futter in die Backentaschen. Worauf Halter achten müssen.

von Hedwig Derka

Eltern und Großeltern reden über das Coronavirus und planen Hamsterkäufe, das Enkel-Kind hört mit und freut sich auf die neuen Haustiere.

So falsch ist die Assoziation nicht, lässt sich der Begriff des Vorratanlegens doch tatsächlich auf die Nagetiere zurückführen: In freier Wildbahn häufen die Winterschläfer riesige Futterreserven an, um satt über die kalte, karge Jahreszeit zu kommen. „Auch die Haustiere schleppen Nahrung in ihre Höhlen, obwohl kein Bedarf dafür besteht. Es liegt in ihrer Natur“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, womit Hamster daheim ihre Backen füllen und was bei der Anschaffung der Mäuseverwandten zu beachten ist.

Einzelgänger ohne Kuschelbedürfnis

Ob Syrischer Goldhamster, Chinesischer Streifenhamster oder Roborowski-Zwerghamster: Hamster sind beliebte Haustiere. Für Kinder eignen sich die dämmerungsaktiven Fluchttiere nicht. Die Solisten haben kein Kuschelbedürfnis. Sie zu beobachten, ist dagegen eine nette Beschäftigung.

20 Gramm in die Transporttaschen

„Egal, wie viel Futter man ihnen anbietet, Hamster werden immer hamstern, so zahm können sie gar nicht sein“, sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Halter müssen genau darauf achten, was sie den Nagern anbieten. Obst bzw. Gemüse dürfen weder in den Backentaschen zurück bleiben, noch im Häuschen verderben. Bis zu 20 Gramm Körner lassen sich übrigens in die Taschen, die vom Unterkiefer bis hinter die Schulterblätter reichen, stopfen; das entspricht einer Tagesration Verpflegung.

Vorräte kontrollieren

„Nur weil die Schüssel leer ist, heißt das nicht, dass die Tiere hungern“, betont Reitl. Vorräte gehören kontrolliert. Findet der Hamster keinen Ablageplatz in seinem Käfig, bewahrt er den Vorrat mitunter im Maul auf. Bei hoher Feuchtigkeit beginnt die Nahrung zu gären. Ebenso schädlich für die Gesundheit sind spitze Körner, die sich in den Backen verspreizen, sie können Abszesse verursachen. An sich gelingt das Auspacken, indem die Tiere die praktischen Transportsäcke mit den Pfoten von hinten nach vorne streichen.

Kurze Lebensdauer

„Die Backentaschen machen eher Probleme als die Zähne“, weiß der KURIER-Tiercoach. Auch Durchfall sowie Entzündungen der Blase, Ohren und Gebärmutter zählen zu den häufigeren Erkrankungen. Die medizinische Versorgung der Winzlinge gestaltet sich mitunter schwierig. Selbst bei artgerechter Pflege werden die felligen Wühler selten älter als zwei Jahre.

Hamsterkauf in der Tierhandlung

Der Hamsterkauf selbst erfolgt in der Tierhandlung. „Der Preis ist relativ gering; die Vierbeiner sind keine Exoten“, sagt Reitl. Ein Weibchen bringt pro Wurf drei bis zwölf Babys zur Welt. Jedes will einzeln gehalten werden. Hamsterkäufe ausgeschlossen.

Probleme mit der Katze, Sorgen um den Hund, Fragen  zu Sittich, Schildkröte & Co? Schreiben Sie an: tiercoach@kurier.at