Die Allesfresser sollten bei ihren Ernährungsgewohnheiten bleiben.

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Wissen Wissenschaft
05/04/2020

Tiercoach: Vernünftige Ernährung für Hunde im Ausnahmezustand

Haustierhalter sind dem Bettelblick ausgesetzt. Zu viele ungesunde Kalorien machen krank

von Hedwig Derka

Hunde haben ein Recht aufs Gassigehen, das sieht das Tierschutzgesetz vor. Selbst bei Ausgangsbeschränkungen dürfen die Vierbeiner draußen auf Distanz spazieren. Indoor merken aber auch sie die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus: In vielen Fällen ist das Rudel vollzählig rund um die Uhr daheim. Und es wird oft mehrmals am Tag gekocht.

„Es geht um die Ernährungsgewohnheiten von uns allen. Wir müssen auch bei unseren Schützlingen aufpassen, was sie fressen“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, wie Hunde ihr Gewicht halten und welche Häppchen ihrer Gesundheit schaden.

Schlinger

Jetzt wird oft zusätzlich drei Mal am Tag vom Tisch gefüttert und am Abend neben dem Fernsehen. Das ist zu viel“, sagt Reitl. Hunde neigen von Natur aus zum Schlingen. Nicht alles, was bei der Zubereitung in der Küche abfällt, müssen die Allesfresser verputzen. Nicht alle Speisereste tun dem Verdauungssystem der Haustiere gut. Bettelblick hin oder her. Überfütterung auf Dauer macht dick und krank.

Gesundheitliche Probleme

Aber auch kurzfristig verursacht ein Zuviel mitunter gesundheitliche Probleme. Ernährungsexperimente können zu Durchfall führen. Fetter Braten kann die Bauchspeicheldrüse überlasten und Erbrechen auslösen. Gekochte Hendlknochen können splittern und Magen und Darm aufschlitzen. Lauchgewächse zerstören die roten Blutkörperchen und können zu Blutarmut führen. Nicht zuletzt vergiften Melanzani, grüne Paprika, Avocados und rohe Erdäpfel. Birkenzucker führt bereits in kleinen Dosen zum Tod. „Je exotischer das Nahrungsmittel ist, desto eher ist es für Tiere unverträglich“, sagt Reitl. Im Zweifelsfall geben seriöse Seiten im Internet Auskunft über gefährliche Inhaltsstoffe.

Leckerlis

„Ein Leckerli als Nascherei reicht pro Tag; beim Training als Belohnung wird man mehr brauchen“, sagt die Expertin in Hinblick auf das ideale Gewicht. Die Hauptmahlzeit des Vierbeiners muss um diese zusätzlichen Kalorien reduziert werden. „Man kann die Tagesration an Leckerlis in eine Dose legen, dann behält man den Überblick“, rät der Zoodoc. Ausgefressene Hunde sterben im Schnitt zwei Jahre früher als Leichtgewichte. Die Gelenke sind strapaziert, Herz und Kreislauf belastet, die Leber verfettet, der Darm wird träge. Jede Diät gestaltet sich schwierig.

Normalgewicht

„Glänzt das Fell, sind die Rippen und Hüfthöcker spürbar, ist eine gewisse Taille vorhanden und hat der Stuhl ein bis drei Mal am Tag eine schöne Form und Farbe, passt die Ernährung“, fasst KURIER-Tiercoach Katharina Reitl zusammen. Das gilt in guten wie in schlechten Zeiten.

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