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09/15/2020

Österreichischer Satellit soll Weltraumschrott aufspüren

Der Mini-Satellit soll im dritten Quartal 2021 losstarten, erklärten seine Betreiber in Linz.

Zwei von Österreichern gegründete Start-ups und das Österreichische Weltraumforum (ÖWF) wollen einen Mini-Satelliten ins All schicken. Adler-1 soll nach einem Jahr Entwicklungszeit im dritten Quartal 2021 starten und sich der Erforschung und Kartierung von Weltraumschrott widmen. Geplant ist, dass er mindestens zwölf Monate lang im Einsatz ist. Am Dienstag wurde das Projekt in Linz präsentiert.

Firmen-Partner sind das vom Österreicher Peter Platzer gegründete und geführte Technologieunternehmen Spire Global im Silicon Valley/USA, das bereits mehr als 100 Satelliten gebaut hat, sowie der Investor Christian Federspiel mit seiner Findus Venture GmbH mit Sitz im oberösterreichischen Goldwörth. Das ÖWF baut das spezielle Messinstrument, das den Weltraumschrott aufspüren soll, und kümmert sich um die Organisation.

Wie eine Pistolenkugel

Weltraumschrott - auch wenn er noch so klein ist - kann Satelliten, Raumfahrzeuge oder -anzüge von Astronauten gefährden. Man gehe davon aus, dass mehr als 170 Millionen Teilchen, die größer sind als einen Millimeter, aber "Milliarden im Sub-Millimeter-Bereich" im Orbit herumschwirren, erklärte ÖWF-Direktor Gernot Grömer. Mit einer Geschwindigkeit von zehn Kilometern pro Sekunde könnten auch die kleinen Partikel "die Schlagkraft einer Pistolenkugel" entwickeln.

Der Small-Sat Adler-1 (Austrian/ AI Debris Detection Low Earth Reconnoiter), der aus drei würfelförmigen Einheiten mit jeweils zehn Zentimetern Kantenlänge besteht, soll in 600 Kilometern Höhe Weltraumschrott mit einem Radargerät und einer Art Mikrofon aufspüren. Das Radar übernimmt dabei die Kartierung bis Sandkorngröße, das "Mikrofon" die kleineren Teilchen. Der Einschlag eines Partikels auf einer Membran löst eine kleine Schallwelle aus, diese liefert ein elektrisches Signal und macht so den Mini-Schrott sichtbar, erläuterte Grömer das Prinzip.

Privat finanziert

Die gewonnen Daten will man Forschern - etwa der Johannes Kepler Uni oder dem AI-Institut - zur Verfügung stellen. Dabei geht es um eine Auswertung, woher die Teilchen kommen, wohin sie fliegen, wie schnell und wie groß sie sind. Mit diesen Erkenntnissen kann man etwa den Betrieb von Satelliten sicherer gestalten. Um eines Tages wirklich ein Geschäft daraus zu machen, "wird aber ein Satellit nicht reichen", so Federspiel. Daher denke man definitiv Folgemissionen an. Zu den Kosten des Projekts sagten die Beteiligten nichts, nur so viel: "Wir können es privat finanzieren."

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