Wissenschafter haben Beweise gefunden, dass die Erde vor 3,2 Milliarden Jahren unter Wasser stand.

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Wissen Wissenschaft
03/02/2020

Land unter: Frühe Erde war ein Wasserball

Keine Kontinente dafür Wassermassen: Forscher haben Beweise gefunden, dass die geamte Erde vor 3,2 Milliarden Jahren unter Wasser stand.

Kevin Costner hätte seine helle Freude. Neue Forschungen zeigen, dass die frühe Erde, die Heimat einiger der ersten Lebensformen unseres Planeten, möglicherweise eine „Wasserwelt“ im wahrsten Sinne des Wortes war – ganz ohne Land in Sicht. Und wie in Costners postapokalyptischem und landfreiem Film Waterworld.

In der Studie, die am 2. März in der Zeitschrift Nature Geoscience veröffentlicht wurde, beschrieben die Forscher, dass die Erdoberfläche vor 3,2 Milliarden Jahren wahrscheinlich von einem globalen Ozean bedeckt war. Die Ergebnisse der Gruppe könnten den Wissenschaftern helfen, besser zu verstehen, wie und wo Einzeller auf der Erde zuerst entstanden sind, sagte einer der Autoren, der Geologe Boswell Wing von der Universität Colorado Boulder.

Heiße Erde

Mit der Studie wollten die Forscher auch klären, ob unser Planet früher viel heißer als heute war: „Es gab anscheinend keine Möglichkeit, in dieser Debatte voranzukommen“, sagte der leitende Autor Benjamin Johnson. „Wir dachten, dass es eine gute Idee wäre, etwas anderes zu versuchen.“ Darum begaben sie sich ins Outback Nordwestaustraliens – einem Ort, der heute von sanften Hügeln dominiert wird, die von trockenen Flussbetten durchschnitten werden.

Es ist aber auch jener Platz an dem die Reste eines 3,2 Milliarden Jahre alten Brocken Ozeankruste liegen.

Die Forscher sahen darin eine einzigartige Gelegenheit, Hinweise auf die Chemie des Ozeanwassers von vor Milliarden von Jahren zu sammeln. „Natürlich liegen hier keine Proben von wirklich altem Meerwasser herum, aber wir haben Steine, die mit diesem Meerwasser in Wechselwirkung standen“, sagte Johnson.

Der Prozess, erklärte er, ist wie die Analyse von Kaffeesatz, um Informationen über das Wasser zu sammeln, das durch ihn hindurchgeflossen ist. Dazu analysierten die Forscher Daten von mehr als 100 Gesteinsproben.

Aus der Zusammensetzung des Gesteins schloss das Team, dass es einfach keine bodenreichen Kontinente gab. „Wir glauben nicht, dass sich auf globaler Ebene kontinentale Böden gebildet haben, wie wir sie heute kennen. Mikrokontinente, die aus den Ozeanen herausragen, könnte es aber sehr wohl gegeben haben“, sagte Wing.

Eine Frage bleibt: Wann hat die Plattentektonik die Gesteinsbrocken nach oben gedrückt, die schließlich zu den Kontinenten wurden, die wir heute kennen? Wing und Johnson sind sich nicht sicher. Aber sie planen, andere, jüngere Gesteinsformationen von Arizona bis Südafrika zu durchkämmen, um zu sehen, ob sie erkennen können, wann die ersten Landmassen aus dem Wasser auftauchten.

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