Katze, Hunde und Co können weiterhin zum Tierarzt

Akutfälle gehen in der Tierarztpraxis vor, am Besten mit Termin.
Tierärztekammer beruhigt: Ordinationen und Kliniken sind nicht von Schließungen betroffen.

Hund, Katze & Co sind bis auf weiteres medizinisch gut versorgt: „Tierarztordinationen und Kliniken sind von den angekündigten Schließungen derzeit nicht betroffen“, sagt Kurt Frühwirth, Präsident der Österreichischen Tierärztekammer. Dennoch sei die mögliche Gefährdung und Ansteckungsgefahr für Haustierhalter in den Wartezimmern ernst zu nehmen.

Die dafür notwendigen Schutzmaßnahmen, wie etwa die Vermeidung direkte Sozialkontakte, sind einzuhalten. „Vor einem Besuch in einer diensthabenden Ordination oder Klinik empfehlen wir daher diese im Vorhinein telefonisch zu kontaktieren, so können entsprechende adäquate Maßnahmen getroffen werden“, sagt Frühwirth. Die Österreichische Tierärztekammer habe auch an die Eigenverantwortung von praktizierenden TierärztInnen appelliert und die Empfehlung abgegeben, sich auf die Akutversorgung zu konzentrieren.

Haustiere übertragen Coronavirus nicht

Die Angst vor einer Zoonose dagegen ist unbegründet. Haustiere übertragen das Coronavirus nicht. Der Fall, der Anfang März 2020 für Aufregung, sorgte, gilt als Einzelfall. Zur Erinnerung: Ein Hund in Hongkong - so die Meldung vor einem Monat - hätte sich mit dem Coronavirus infiziert und wurde unter Quarantäne gestellt. Proben aus Maul und Nase des Haustieres waren „schwach positiv“ auf das neue Coronavirus getestet worden.

Experten beruhigten umgehend, denn nachgewiesen wurden die Viren nur im Schnauzenbereich des Vierbeiners und nicht im Blut. Möglicherweise hatte der Hund also nur seine Besitzerin abgeschleckt und die Viren deswegen im Maul. Auch Norbert Nowotny, Virologe an der Veterinärmedizinischen Uni Wien, kalmierte damals: „Das heißt noch nicht, dass der Hund wirklich infiziert ist. Er könnte auch an einer Oberfläche  geschnüffelt haben.“

Auch nach aktuellem Stand des Wissens ist keine Zoonose nachgewiesen. Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, AGES, hält fest: „Derzeit gibt es keinen Hinweis darauf, dass Haustiere das Virus auf Menschen oder andere Haustiere übertragen können bzw. selbst daran erkranken.“ Der Hund aus Hongkong ist übrigens gesund.

Schutzmaßnahmen

Trotzdem sind Tierhalter, die am Coronavirus erkrankt sind oder die sich womöglich mit dem Coronavirus infiziert haben, aufgerufen, zum Schutz des Tieres den Kontakt so gering wie möglich halten bzw. vor und nach dem Kontakt gründlich die Hände mit Seife waschen. Hygiene ist der beste Schutz vor einer Infektion.

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