Night Sky

© Getty Images/iStockphoto / Hulya Erdem/iStockphoto

Wissen Wissenschaft
01/07/2022

Große Temperaturschwankungen: Forscher entdecken exzentrischen Exoplaneten

Das internationale Forscherteam attestiert dem Planeten ein eher lebensfeindliches Klima.

Ein internationales Forscherteam unter Leitung der Universität Bern hat einen "Sub-Neptun"-Exoplaneten entdeckt, der einen roten Zwergstern umkreist. Es handelt sich dabei um den exzentrischsten Planeten, der einen kühlen Stern umkreist, der je entdeckt worden ist.

Die höchst unregelmäßige Umlaufbahn von TOI-2257 b schließt trotz günstiger Voraussetzungen die Möglichkeit der Entstehung von Leben aus: "Während die durchschnittliche Temperatur des Planeten angenehm ist, schwankt sie zwischen minus 80 und etwa 100 Grad Celsius, je nachdem wo auf seiner Umlaufbahn der Planet sich befindet, ob fern oder nah vom Stern", erläuterten die Forscher in einer Mitteilung vom Freitag.

Die Wissenschafter haben mit äußerst komplizierten Methoden eine Umlaufzeit des Exoplaneten von 35 Tagen errechnet. Da rote Sterne viel kühler sind als unsere Sonne, wäre in diesem Abstand vom Wirtsstern flüssiges Wasser möglich, was die Entstehung von Leben ermöglichen würde.

Lohnendes Forschungsobjekt

Doch die großen Temperaturschwankungen infolge der unregelmäßigen Umlaufbahn sind nicht der einzige Grund dafür, dass TOI-2257 b unbewohnbar ist. Sein Radius - mehr als das Doppelte der Erde - deutet darauf hin, dass der Planet eher gasförmig ist und ein hoher atmosphärischer Druck herrscht, der für die Entstehung von Leben nicht förderlich ist. Dennoch sei der exzentrische Exoplanet ein lohnendes Forschungsobjekt und ein guter Kandidat, um vom James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) beobachtet zu werden, das zu Weihnachten gestartet ist.

TOI-2257 b sei gut positioniert und eines der attraktivsten Sub-Neptun-Ziele für weitere Beobachtungen. "Insbesondere könnte der Planet auf Anzeichen von Merkmalen wie Wasserdampf in der Atmosphäre untersucht werden", sagt Nicole Schanche vom Center for Space and Habitability CSH der Universität Bern. Sie ist Erstautorin einer Studie über den neu entdeckten Exoplaneten, die vor kurzem in der Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht wurde.

Die Aufgabe des Center for Space and Habitability (CSH) ist es, den Dialog und die Interaktion zwischen den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen zu fördern, die sich für die Entstehung, Entdeckung und Charakterisierung anderer Welten innerhalb und außerhalb des Sonnensystems interessieren.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.