© Matilda Luk, Princeton University Office of Communications

Wissen Wissenschaft
01/30/2020

Auch Afrikaner haben Neandertaler-Gene

Forschern aus Princeton haben herausgefunden, dass Afrikaner viel mehr Neandertaler-DNA in sich tragen als bisher angenommen.

Als das erste Neandertaler-Genom aus alten Knochen sequenziert wurde, war rasch klar: Der moderne Mensch in Asien, Europa und Amerika hatte mit dem Neandertaler-Cousin-Sex sowie Kinder - und etwa 2 Prozent Neandertaler-DNA in uns zeugen davon.

Afrikaner aber wären nie mit dem Neandertaler zusammen gekommen, lautete die bisherige Annahme; hätten daher auch keine Neandertaler-Gene. Fasch, konnten Forscher der Universität Princeton jetzt nachweisen und haben ihre Erkenntnisse soeben im Wissenschaftsmagazin Cell veröffentlicht. Ihre Methode, IBDmix genannt, ermöglichte es zum ersten Mal, sowohl in afrikanischen als auch in nicht-afrikanischen Populationen gezielt nach Neandertaler-Abstammungen zu suchen. Das Projekt wurde von Joshua Akey geleitet, einem Professor am Lewis-Sigler-Institut für integrative Genomik (LSI) in Princeton.

"Dies ist das erste Mal, dass wir das tatsächliche Signal der Neandertaler-Abstammung bei Afrikanern erkennen können", sagte Co-Erstautor Lu Chen vom LSI. "Und es zeigte überraschenderweise ein höheres Niveau, als wir zuvor dachten".

Die Methode

Die von den Princeton-Forschern entwickelte Methode IBDmix hat ihren Namen von dem genetischen Prinzip "Identität durch Abstammung" (IBD). Dazu muss man wissen, dass ein DNA-Abschnitt in zwei Individuen identisch ist, wenn diese Individuen einst einen gemeinsamen Vorfahren hatten. Die Länge des IBD-Segments hängt davon ab, wie lange diese Individuen einen gemeinsamen Vorfahren hatten. Zum Beispiel teilen sich Geschwister lange IBD-Segmente, weil ihr gemeinsamer Vorfahre (ein Elternteil) nur eine Generation entfernt ist. Alternativ teilen sich vierte Cousins kürzere IBD-Segmente, weil ihr gemeinsamer Vorfahre mehrere Generationen entfernt ist.

Kelley Harris, ein Populationsgenetiker an der Universität von Washington, der nicht an der Studie beteiligt war, meint, dass sie neue Methode sehr hilfreich sein könnte: „Wir müssen vielleicht eine Reihe bereits veröffentlichte Ergebnissen und überprüfen, ob alles stimmt."

Spannend ist auch, dass die Forscher feststellen konnten, wie die Neandertaler-Gene in die Afrikaner kamen: Aus den Daten konnte das Forschungsteam rekonstruieren, dass alte Europäer (mit ihren Neandertaler-Spuren im Genom) zurück nach Afrika wanderten und diese Neandertaler-Gene in die afrikanischen Populationen einführten.

 

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