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Wissen
12/10/2018

Das sind die klügsten Menschen der Welt

Sie haben schwindelerregend hohe IQs und filmreife Biografien: eine Auswahl der intelligentesten derzeit lebenden Menschen.

von Julia Pfligl

Da Vinci, Einstein, Stephen Hawking. Bei den Worten „ Superhirn“ oder „Genie“ fallen meist dieselben Namen – dabei gibt es auch in der Gegenwart herausragende Persönlichkeiten, die dieser Zuschreibung gerecht werden. Zur Einordnung: Der Durchschnitts-IQ beträgt 100, alles ab 130 gilt als hochintelligent. Die Steigerungsstufe wäre „höchstbegabt“ – laut der gängigsten Definition ist das dann der Fall, wenn der IQ-Wert über dem von 99,9 Prozent der Bevölkerung liegt, also 145 oder mehr beträgt. Die hier angeführten Personen können ob dieser Zahl nur milde lächeln: Ihr Wert liegt deutlich über 170, oft über 190, in manchen Fällen sogar über 200.

Paradoxerweise sind es die Genies selbst, die die Allgemeinheit immer wieder zur Mäßigung aufrufen: Die Menschen würden sich zu sehr an eine Zahl klammern, gab der durch seinen extrem hohen IQ berühmt gewordene Kernphysiker Kim Ung-yong zu Protokoll – dabei bedeute das beispielsweise nicht, dass er deswegen automatisch auch ein guter Sportler oder Musiker sei. Und schon gar nicht steige mit einem hohen Intelligenzquotienten auch das Lebensglück. Dieses fuße auf etwas ganz anderem, betont der Südkoreaner: starke soziale Beziehungen mit anderen Menschen.

Christopher Langan

Mit einem IQ zwischen 190 und 210 gilt er als gescheitester Mensch der USA, doch sein Werdegang  liest sich alles andere als der eines klassischen Wunderkinds: Christopher wurde von seinem Stiefvater geschlagen, weil dieser es nicht ertrug, dass ein Kind klüger war als er selbst. In der Volksschule fühlte er sich vernachlässigt und brachte sich selbst höhere Mathematik, Physik, Philosophie und Latein bei. Sein Studium brach er aus finanziellen Gründen ab, jobbte danach als Cowboy, Bauarbeiter, Ranger und Türsteher. Er habe eine „Doppelleben-Strategie“, sagte Langan einmal: auf der einen Seite ein gewöhnlicher Typ, der seinen Job macht, auf der anderen Seite ein Superhirn, das in seiner Freizeit an seiner eigenen Theorie des Universums arbeitet. In seiner Heimat ist Langan umstritten: nicht nur, weil er behauptet, die Evolution sei theologisch gesteuert, sondern auch, weil er Donald Trump im Wahlkampf unterstützte.

Rick Rosner

Stripper, Model, Barkeeper: Rick Rosner, Jahrgang 1960, hat vieles probiert. Bekannt wurde er, als er die Quiz-Show „Wer wird Millionär?“ wegen einer angeblich falschen Frage verklagte – und verlor. Aktuell ist er als Gag-Schreiber für TV-Shows erfolgreich. Bei den Genius of the Year Awards ’13 landete er mit einem IQ von 192 hinter dem Griechen Katsioulis (siehe unten) auf  Platz 2. Seitdem liest er nach eigenen Angaben täglich 20 Stunden, um an die Spitze zu kommen. Auch dabei könnte es sich aber um einen Gag handeln.

Marilyn vos Savant

Nomen est Omen: Marilyn vos Savant (Savant bezeichnet Personen mit einer Inselbegabung, Anm.) zählt zu den intelligentesten Menschen der USA. Während der Schulzeit in den 1950er-Jahren sei ihre Intelligenz von den Lehrern als nutzlos betrachtet worden, weil sie ein Mädchen war. Die 72-Jährige ließ sich trotzdem nicht beirren: Heute schreibt sie für ein Wochenmagazin die Kolumne „Ask Marilyn“, in der sie sich mit politischen, sozioökonomischen und mathematischen Fragen auseinandersetzt. Als Person mit dem „höchsten Intelligenzquotienten“ schaffte sie es Ende der 80er mehrmals in das Guinness-Buch der Rekorde. Nehmt das, Lehrer!

Judit Polgár

Die Erziehung von Judit Polgár war ein pädagogisches Experiment ihres Vaters in den frühen 1970er-Jahren: Von ihrem Geburtstag an setzte er alles daran, seine Tochter zu  einem Wunderkind zu erziehen. Genies werden gemacht, nicht geboren, lautete seine These. Er unterrichtete sie zu Hause und „schuf“ ein Schachgenie: Mit neun Jahren gewann die Budapesterin mit einem IQ von 170 ihr erstes internationales Turnier, mit 13 war sie als einzige Frau unter den Top 100, mit 15 Jahren und fünf Monaten brach sie den Weltrekord von Bobby Fischer und wurde jüngste Schach-Großmeisterin aller Zeiten. „Sie ist eine Killerin und riecht das Matt schon 20 Züge im Voraus“, attestierte ihr der Weltklassespieler Nigel Short. Ihr größter Verdienst: Polgár spielte in ihrer Karriere ausschließlich gegen Männer und widerlegte somit die lange geltende Theorie, dass Frauen nicht klug genug seien, um mit der Weltelite mitzuhalten. 2014 verkündete die zweifache Mutter ihren Rücktritt vom Turnierschach. Seitdem setzt sie sich dafür ein, Kinder für Schach zu begeistern. Besonders Mädchen.

Manahel Thabet

Sie gilt als eine der mächtigsten Frauen im arabischen Raum: mit 25 war Manahel Thabet die jüngste Frau und einzige Araberin, die einen PhD magna cum laude in Financial Engineering erhielt, 2012 entwickelte sie eine revolutionäre, 350 Seiten umfassende Formel zur Berechnung von Distanzen im All. Die Organisation SuperScholar zählt sie zu den 30 klügsten Menschen der Welt – trotzdem blieb die 37-Jährige bescheiden. Auf Twitter beschrieb sie sich als „einfacher  Mensch“. Nur eben mit einem IQ von 178.

Evangelos Katsioulis

198, nach der Stanford-Binet-Scala sogar 205 – der griechische Arzt Evangelos Katsioulis hat einen der höchsten IQs, die je gemessen wurden. Anders ausgedrückt: Nur einer von 38.000.000.000 Menschen ist so klug wie er. Dass die Welt überhaupt von seinen Fähigkeiten erfuhr, ist dem tristen Winter auf der Insel Korfu zu verdanken, wo Katsioulis im Jahr 2000 als 24-Jähriger lebte. Weil dort in der kalten Jahreszeit so gar  nichts los ist, machte er aus Langeweile ein paar IQ-Tests und sprengte prompt die Skala. Heute engagiert er sich für die Förderung Hochintelligenter und arbeitet mit Leidenschaft als Psychiater: „Ich wollte meine geistigen Fähigkeiten nutzen, um eine Brücke zwischen den Menschen und mir zu bauen, keine Mauer.“

Kim Ung-yong

Die Geschichte von Kim Ung-yong, geboren 1962 in Südkorea, zeigt, dass ein hoher IQ kein  glückliches Leben garantiert. Mit vier Monaten konnte er sprechen, mit vier Jahren mathematische Gleichungen lösen, mit fünf beherrschte er vier Sprachen. Als er acht war, engagierte ihn die NASA und Kim Ung-yong, in seiner Heimat bereits ein Medienstar, übersiedelte mit seiner Mutter in die Staaten. Es folgten die einsamsten Jahres seines Lebens: „Ich lebte wie eine Maschine – wachte auf, löste die mir vorgegebene Gleichung, aß, schlief, und so weiter. Ich wusste nicht, was ich tat, und hatte keine Freunde.“ Mit 16 kehrte das einstige Wunderkind nach Korea zurück, holte in zwei Jahren die gesamte Schulbildung nach und studierte fernab der Hauptstadt, wo ihn kaum jemand kannte. „Von da an lebte ich ein glückliches Leben“, sagt er. Heute ist der 56-Jährige mit dem IQ von 210 (!) Uni-Professor für Bauingenieurwesen. Und hat eine Botschaft an alle, die ihn ob seines Normalo-Jobs  als „gescheitertes Genie“ bezeichneten: „Ich betrachte mein Leben als Erfolg. Nicht viele Menschen können das tun, was sie wirklich wollen.“

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