Wenn die Schilddrüse Katzen Probleme macht

Schilddrüsenüberfunktion belastet vor allem die Niere. © Bild: Getty Images/iStockphoto/baytunc/iStockphoto

Alte Tiere leiden häufig unter einer Hyperthyreose. Die Behandlung ist überlebenswichtig.

Sie frisst Unmengen mit Heißhunger und magert trotzdem ab. Erbrechen und Durchfall begleiten den Verfall. Ihr Fell wird zunehmend struppig und stumpf, der Blick starr. Auch das Temperament verändert sich. Die einst entspannte Katze verhält sich immer öfter unruhig bis aggressiv.

"Die Überfunktion der Schilddrüse ist die häufigste hormonelle Erkrankung der alten Katze", sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach beschreibt die gesundheitlichen Probleme, die mit der Hyperthyreose einhergehen, und erklärt, was den Patienten hilft.

Überfunktion

"Die Fehlfunktion der Schilddrüse fällt nicht sofort auf. Oft kommen die Katzen erst dann, wenn sie schwer krank sind", sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Produziert die Schilddrüse zu viel Hormone, wird der Stoffwechsel beschleunigt. Zunächst tut die bessere Durchblutung allen Organen gut, der Senior futtert brav und ist aktiv. Läuft sein System aber ständig auf Hochtouren, nimmt es irreversibel Schaden. Es kann zu Einblutungen ins Auge kommen, die Netzhaut löst sich ab, die Katze kann erblinden. Der hohe Blutdruck zieht auf lange Sicht auch die Niere chronisch in Mitleidenschaft, der Filter kann sich selbst nicht mehr versorgen. Unbehandelt stirbt die Katze an den Folgen.

Ursache

"Ursache der Hyperthyreose ist in der Regel ein gutartiger Tumor", sagt Reitl. Die meisten Labors erheben bei Katzen ab zehn Jahren die Schilddrüsenwerte routinemäßig. In der Therapie gilt es, die Überfunktion zu senken, die Niere zu entlasten, gleichzeitig aber die Organfunktion weiter zu unterstützen.

Behandlung

Ein Hormonblocker gilt als erstes Mittel der Wahl. Er zerstört das Schilddrüsenhormon. Eine gute medikamentöse Einstellung verlangt häufige Kontrollen der Blutwerte. Wird die Schilddrüse mittels chirurgischen Eingriffs entfernt, muss der Patient lebenslang Tabletten zur Kompensation einnehmen. Die kostenintensive Bestrahlung, die vor allem bei schnell wachsenden bösartigen Tumoren vorgeschlagen wird, erfordert meist ebenfalls die tägliche Gabe von Medikamenten.

Unterfunktion

Prinzipiell ist wichtig, dass die Erkrankung der Schilddrüse möglichst früh erkannt wird und die individuell richtige Therapie eingeleitet werden kann. Eine primäre Unterfunktion der Schilddrüse kommt bei Katzen übrigens so gut wie nie vor.

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( kurier.at ) Erstellt am 13.02.2017