Wissen
23.10.2017

Wellensittiche sind schwierige Patienten

Viren, Parasiten und Tumore machen den Tieren häufig zu schaffen. Behandlungsmöglichkeiten sind beschränkt.

Wellensittiche sind talentierte Schauspieler. Geht es ihnen schlecht, versuchen sie ihr Leid möglichst gut zu verbergen. In freier Natur schützt sie das Täuschungsmanöver vor Fressfeinden. In Käfighaltung kann ihnen die Strategie mehr schaden als nützen.

"Ist ein Sittich aufgeplustert, verändert sich sein Federkleid, ist er matsch oder appetitlos, muss er dringend zum Tierarzt", sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach beschreibt die häufigsten Vogelkrankheiten und erklärt, wann sie erfolgreich behandelt werden können.

Viren

"Entzündliche Krankheiten treten bei Sittichen besonders oft auf", sagt Reitl. Bakterien vermehren sich bei angeschlagenem Immunsystem rasch. Sie können Bindehaut bis Darm, Kopf bis Magen in Mitleidenschaft ziehen. Ein Abstrich unterstützt den Veterinärmediziner bei der Diagnose. Auch Viren, wie die häufigen Polyomaviren und die Circoviren, die Gefieder und Haut verändern, bedrohen die Gesundheit der Ziervögel.

Parasiten

"Parasitenbefall kann Wellensittiche in der Wohnung und in der Außenvoliere treffen", sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn und hebt die Kalkbeinmilbe hervor. Die Spinnentiere, die von Patient zu Patient übertragen werden, bohren Gänge in die weiße, oberste Hautschicht. Die Ständer und der Schnabel werden borkig. Die Milben verursachen Juckreiz und schwächen ihren Wirt. In einem frühen Stadium können die Problemzonen mit Öl verstopft werden, bei starkem Befall braucht es Arzneimittel. Würmer kommen bei Käfigvögeln eher selten vor.

Tumore

"Wellensittiche entwickeln oft gutartige Tumore", sagt die Expertin. Das Fettgewebe wird dann zum Problem, wenn es den ganzen Brust- und Bauchbereich einnimmt und sich nicht entfernen lässt. Wie bei allen Haustieren können auch die Organe der Sittiche in ihrer Funktion eingeschränkt sein. Herz-, Leber- und Lungen-Beschwerden setzen den gefiederten Patienten genauso zu wie Gicht und chronische Schmerzen oder Haut- und Knochen-Krankheiten.

Behandlung

"Ein Vogel, der handzahm ist und sich einfach vom Schwarm trennen lässt, ist mit Medikamenten gut behandelbar", sagt KURIER-Tiercoach Katharina Reitl: "Insgesamt stößt man bei den kleinen Papageien wegen ihrer Größe leider bald an Grenzen – auch wenn es in der Vogelmedizin selbst noch einige Optionen gibt."

Probleme mit der Katze, Sorgen um den Hund, Fragen zu Sittich, Schildkröte & Co? Schreiben Sie an: tiercoach@kurier.at