Wissen und Gesundheit
02.10.2017

Was wissen Sie über den Nobelpreis?

Ab heute werden die Nobelpreisträger bekannt gegeben. So sieht der Terminplan aus. Plus Quiz.

Es ist wieder soweit: Ab Montag wird das Nobelpreis-Komitee in Stockholm nach einem monatelangen Auswahlverfahren die Preisträger in den Kategorien Physiologie und Medizin, Physik, Chemie, Friedensbemühungen, Wirtschaftswissenschaften und Literatur verkünden. Im September des Vorjahrs schickte dieses Komitee Einladungen an rund 3000 wissenschaftliche Einrichtungen, mit der Bitte, bis 31. Jänner Vorschläge für Nobelpreisträger nach Stockholm zu senden – ausschließlich per Post, eMails werden nicht angenommen. Seither werden die Kandidaten und ihre Arbeit geprüft. Das Komitee trifft seine Entscheidung durch Mehrheitsbeschluss. Die Gewinner werden kurz vor der Presse durch einen Anruf aus Schweden informiert.

Alfred Nobel und sein Preis

Begonnen hat alles im Jahr 1900, damals - vier Jahre nach Alfred Nobels Tod - nahm die Nobelstiftung ihre Arbeit auf. Der schwedische Forscher und Großindustrielle Alfred Nobel (1833-1896) hatte in seinem Testament festgehalten, dass die Zinsen seines Vermögens „als Preis denen zugeteilt werden, die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben“. Der Erfinder des Dynamits hatte selbst insgesamt mehr als 350 Patente angemeldet, war reich geworden, aber kinderlos geblieben.

Seit 1901 werden die Nobelpreise nun jährlich am 10. Dezember, dem Todestag von Nobel, in Stockholm überreicht. Ein Vertreter des schwedischen Königshauses übergibt die Auszeichnungen, die jeweils an bis zu drei Personen oder Organisationen gehen können. Die Dotierung stieg von ehemals 150.800 Schwedischen Kronen auf zehn Millionen Kronen (1,1 Millionen Euro). Seit 2012 muss die Nobelstiftung allerdings sparen. Das Preisgeld wurde zwischenzeitlich auf acht Millionen Kronen (920.000 Euro) reduziert. Heuer werden neun Millionen Kronen, umgerechnet 940.000 Euro, zugeteilt.

Österreichbezug

Seit der ersten Nobelpreisverleihung 1901 wurden knapp 30 Menschen mit österreichischen Wurzeln ausgezeichnet. Einige davon wurden in der Monarchie geboren, sind ausgewandert oder vertrieben worden. Doppelt erwähnenswert ist Bertha von Suttner. Die Friedens- und Frauenrechtsaktivistin war Vertraute von Alfred Nobel. Sie erhielt 1905 als erste Frau und zugleich erste Österreicherin einen Nobelpreis, jenen für Friedensbemühungen. (Im gleichen Jahr bekam übrigens der österreichisch-ungarische Forscher Philipp Lenard den Nobelpreis für Physik.) Suttners Kampf gegen Krieg und ihr berühmtes Werk „Die Waffen nieder!“ haben Nobel beeinflusst, überhaupt einen Friedenspreis zu stiften.

Die bislang letzte Nobelpreisträgerin aus Österreicher ist Elfriede Jelinek. Sie erhielt 2004 den Literaturnobelpreis.

Die Woche der Preise

Wer die begehrten Preise heuer gewinnen wird, ist derzeit noch bestens gehütetes Geheimnis. Die Termine für die Bekanntgabe der Ausgezeichneten stehen aber fest:

2. Oktober ab 11.30 Uhr: Medizin-Nobelpreis 2017
3. Oktober ab 11.45 Uhr: Physik-Nobelpreis 2017
4. Oktober ab 11.45 Uhr: Chemie-Nobelpreis 2017
6. Oktober ab 11.00 Uhr: Friedensnobelpreis 2017
9. Oktober ab 11.45 Uhr: Wirtschafts-Nobelpreis 2017
Termin wird - wie jedes Jahr - erst kurzfristig festgelegt: Literaturnobelpreis 2017

Die Feierlichkeiten steigen dann im Dezember.